Mit diesen Übungen kommt Abwechslung in Breakout Rooms

03.09.2025, Text: Marion Kirbis, Redaktion/CONEDU
Ob Eisbrecher, Diskussionsduell oder Escape Rätsel: Breakout Rooms ermöglichen vielfältige Chancen, um den Online-Unterricht interaktiv und spannend zu gestalten.
Person vor Laptop in einer Videokonferenz mit fünf weiteren Personen
Im Online-Unterricht können Teilnehmende für Gruppenarbeiten in Breakout Rooms aufgeteilt werden.
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In Online-Lehreinheiten können mit Breakout Rooms eigene virtuelle Lern- und Arbeitsräume geschaffen werden, in denen Teilnehmende in Gruppen zusammenarbeiten. Mit kreativen Methoden, die den Lernprozess interaktiv und spannend gestalten, werden sie zu mehr als einem organisatorischen Hilfsmittel. Unterschiedliche Beispiele zeigen, wie der Online-Unterricht von Breakout Rooms profitieren kann. Denn: Geeignete Übungen können sowohl Kennenlernen und Austausch als auch das vertiefende Arbeiten in Kleingruppen gezielt unterstützen.

Das Eis brechen und zur Mitarbeit anregen

Mit „Eisbrecher-Aktivitäten“ können die Teilnehmenden sich einerseits kennenlernen und auf die folgende Zusammenarbeit einstimmen. Andererseits können solche Übungen die Basis für eine Lernumgebung schaffen, die zur aktiven Teilnahme und Beteiligung an Diskussionen einlädt. E-Learning-Anbieter Arlo empfiehlt z.B. das Spiel „Zwei Wahrheiten und eine Lüge“, bei dem Teilnehmende drei Statements über jemanden hören und eine davon als falsch identifizieren sollen.

Beinhaltet eine Online Session viel Gruppenarbeit, können Methoden zur Förderung des Teamworks hilfreich sein. Übungen wie das „Desert Island Scenario“ können etwa auf Diskussionssettings vorbereiten. Dabei verhandelt eine Gruppe darüber, welche drei bis fünf Gegenstände sie auf eine einsame Insel mitnehmen würde, wobei die Personen ihre Wahl erklären sowie gemeinsam diskutieren und verhandeln müssen.

Kollaborative Arbeit in Online-Lernumgebungen

Eine Möglichkeit für kollaborative Zusammenarbeit ist das „Gruppenpuzzle“. Bei dieser Methode wird Lernstoff auf gleichgroße Gruppen verteilt. Jede beschäftigt sich innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens mit Arbeitsmaterialien zu einem anderen Teilbereich. Die Inhalte können z.B. mit Padlet, Google Drive oder anderen Cloud-Services bereitgestellt werden. Danach werden die Gruppen durchmischt, sodass sich in jeder ein*e Teilnehmer*in mit Expertise zu einem anderen Bereich befindet. Darin wird dann das „das Puzzle zusammengesetzt“ indem das zuvor erarbeitete Wissen miteinander geteilt wird. Danach kann noch eine gemeinsame Plenumsdiskussion folgen.

In Gruppensettings können Online-Tools wie Etherpad oder Google Docs zum kollaborativen Schreiben (z.B. alle im selben Dokument oder aufgeteilt in Gruppen) oder Google Slides für gemeinsame Präsentationen genutzt werden. Kollaborative Brainstorming-Tools wie Miro und Mural sind visuell ansprechend gestaltet und eignen sich u.a. für das Entwickeln von Ideen, das Lösen von Aufgaben oder Analysen von Case Studies.

So gelingen Debatten (Duelle) in Online-Settings

Digitale Kollaborationstools sind ebenfalls für die Vorbereitung auf eine „Pro und Kontra-Diskussion“ geeignet, wie in einer Handreichung der Hochschule Osnabrück erklärt wird. Hierfür bereitet die Lehrperson eine Diskussionsfrage vor (diese kann z.B. lauten: „Soll KI stärker reguliert werden?“ oder „Ist KI neutral?“) und teilt die Teilnehmer*innen in zwei Breakout Rooms auf. Dort sammelt eine Gruppe Argumente dafür und die andere dagegen. Nach einer festgelegten Zeit werden die Ergebnisse gemeinsam im Plenum diskutiert. Jede Person soll mindestens ein Argument vorbringen, während der*die Lehrende die Argumente für alle sichtbar in Stichworten mitnotiert. Mithilfe der Notizen wird das Thema abschließend noch einmal besprochen.

Eine noch kollaborativere Debatten-Variante, ergibt sich durch die Aufteilung in kleinere oder sogar nur Zweier-Gruppen. Diese erhalten unterschiedliche Fragen zum Thema der Session (z.B. „Würden Sie KI auf Basis dessen, was sie heute gelernt haben, als neutral bezeichnen?“) und suchen gemeinsam nach Argumenten. Egal ob sie sich einigen oder verschiedene Standpunkte vertreten, können sie ihre Antworten danach mit der gesamten Gruppe besprechen.

Escape the (Breakout) Room

EduBreakouts nutzen das spielerische Konzept von Escape-Rooms in Lernsettings. Dort müssen Spieler*innen gemeinsam Aufgaben und Rätsel lösen, um aus einem Spielraum zu entkommen. In realen und digitalen Lernräumen sollen die Teilnehmenden hingegen meist eine verschlossene Kiste öffnen bzw. online eine Lösung eingeben. Lehrkräfte können virtuelle EduBreakouts u.a. mit Genially oder Deck.Toys (in der Basisversion kostenlos), Breakout EDU (kostenpflichtig), H5P oder PowerPoint (kostenlos) erstellen.

Sowohl für die Planung von EduBreakouts als auch für die Erstellung mit Genially und mit Deck.Toys gibt es Anleitungen für Lehrende. In der Materialsammlung von KMS-Bildung gibt es außerdem verschiedene Tools, z.B. zur Verschlüsselung von Codes oder zur Erstellung temporärer Websites, Rätsel und mehr.

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