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So lassen sich Online-Wissenshäppchen einfach gestalten

21.02.2022, Text: Gunter Schüßler, Redaktion/CONEDU
Lernpfad, HackMD und Learning Snacks sind drei Tools, die es ermöglichen kleine Lerneinheiten selbst zu erstellen. Die Aufzeichnung des DigiTalks vom 16.2. steht nun zum Nachsehen zur Verfügung.
Video: CC BY 4.0 CONEDU, Februar 2022
Online-Wissenshäppchen – auch bekannt als „Learning Nuggets", „Snacks", „Chunks" oder „Bites" – sind kleine Selbstlerneinheiten im E-Learning-Format, die Lernende jederzeit ortsunabhängig und im eigenen Tempo absolvieren können. Charakteristisch für das „Microlearning"-Angebot sind die in sich geschlossenen, sehr kurzen Lerneinheiten, die beispielsweise auf dem Weg in die Arbeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert werden können.

 

Online-Wissenshäppchen lassen sich sehr gut als Selbstlerninhalt zwischen zwei Präsenzeinheiten oder als Ergänzung zu einem Live-Online-Format einsetzen, ebenso als Vorbereitung auf eine Präsenz- oder Live-Online-Einheit („Flipped Learning").

 

Eine Umfrage zeigte, dass die Teilnehmenden des DigiTalks solche kleinen Lernpakete bisher entweder ergänzend zu Präsenz-Einheiten, in Lernmanagementsystemen, wie Moodle, oder zusätzlich zu Online-Angeboten einsetzen.

Lernpfad: Schrittweise zum Erfolg

Beatrice Kogler stellte das Tool „Lernpfad.ch " vor, bei dem Lernende einen Pfad aus mehreren aufbauenden Lernschritten bearbeiten. Durch die Erstellung eines Lernpfades werden die einzelnen Schritte didaktisch sinnvoll miteinander kombiniert. Lernpfade lassen sich kostenlos erstellen, sind dabei einfach und intuitiv zu bedienen, erlauben die Integration externer Ressourcen und bieten Möglichkeiten zur Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden. Der Lernfortschritt kann gut verfolgt werden. Somit sind Lernpfade auch eine gute Alternative zu gängigen Lernplattformen. Zu den Nachteilen des Tools zählen die limitierten Formatierungsmöglichkeiten und die fehlende Interaktion zwischen den Lernenden.

HackMD/HedgeDoc: Einfache Websites mit Markdown erstellen

Karin Kulmer zeigte, wie Lehrende mit dem Markdown-Editor „HackMD" eine einfache Website erstellen können, um beispielsweise Ressourcen zu einem Online-Workshop zur Verfügung zu stellen. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind die Nutzung als Kollaborationstool (etwa zum gemeinsamen Mitschreiben) oder die Präsentation von Gruppenarbeiten mit dem integrierten Präsentationsmodus.

 

HackMD nutzt die Formatierungssprache „Markdown" – damit können etwa Bilder und Videos eingebettet oder weiterführende Ressourcen verlinkt werden. Eine Live-Vorschau zeigt während der Arbeit im Editor an, wie die fertige Website aussehen wird („what you see is what you get"). Die Rechte zum Schreiben und Kommentieren können individuell vergeben werden.

 

Neben HackMD gibt es mit HedgeDoc auch eine Open-Source-Variante des Markdown-Editors, die auf dem eigenen Server gehostet werden kann. Dies erfordert jedoch einen gewissen Aufwand für Wartung, Sicherheit und Support.

Learning Snacks zum spielerischen Lernen, Üben oder Raten

Birgit Aschemann demonstrierte den Einsatz des Tools „Learning Snacks" zur Wissensvermittlung. Learning Snacks erinnern an Chat-Dialoge mit Quizfragen, Texten, Bildern oder Videos. Die Fragen in den Chats können sowohl eine Einfach- als auch eine Mehrfachauswahl der Antworten beinhalten, als Lückentext formuliert sein oder auf die richtige Reihenfolge abstellen. Zudem ist es auch möglich, Umfragen oder Dialoge ohne richtige oder falsche Antwortmöglichkeit zu erstellen.

 

Im DigiTalk konnten alle TeilnehmerInnen selbst aktiv einen Learning Snack testen und sich so einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen der Software verschaffen.

 

Die Erstellung von Learning Snacks ist kostenlos, werbefrei und datensparsam. Die Umsetzung ist aufgrund der Chat-Simulation interaktiv und spielerisch. Learning Snacks zeichnen sich auch durch eine hohe Lernfreundlichkeit aus, da Wiederholungen jederzeit möglich sind, bei falschen Antworten ein informatives Feedback gegeben werden kann, Inhalte multimedial präsentiert werden können und die Teilnahme völlig anonym ist. Ein weiterer interessanter Aspekt an Learning Snacks ist, dass sie in vielen unterschiedlichen Varianten eingesetzt werden können, wie etwa als Erklär-Snack, Rate-Snack, Übungs-Snack oder Selbstüberprüfungs-Snack.

 

Obwohl es keine eigene App für Learning Snacks gibt, lässt sich die webbasierte Oberfläche am Smartphone nutzen. Eine nennenswerte Einschränkung ist, dass die Interaktion im Chat-Dialog nur auf den vorbereiteten Wegen möglich ist.

Diskussionsrunde und praktische Erfahrung

In einer anschließenden Austauschrunde wurde diskutiert, welche digitalen Werkzeuge in der Erwachsenenbildung derzeit besonders beliebt sind. Einige Teilnehmende berichteten, dass sie besonders gerne niedrigschwellige Tools einsetzen – etwa als Übergang zum Blended Learning, um physische Räume zu entlasten. Beispielsweise können Learning Snacks in Moodle eingebettet oder direkt per Links an Lernende übermittelt werden. Das funktioniert auch in Bildungskontexten, in denen nur Smartphones als Lernmittel verfügbar sind. Auch der spielerische Aspekt wurde nochmals betont, der ein relativ „unangestrengtes" Lernen ermöglicht und für kreative Inputs sorgt.

Die nächsten Webinare

Bereits am 23.03.2022 (16:30-18:00 Uhr) findet das „DigiCamp: Digitalisierung und Erwachsenenbildung" statt, das einen kollegialen Austausch in Form eines Mini-Online-Barcamps ermöglicht. Teilnehmende bringen selbst die Themen ein oder nehmen an Sessions ihrer KollegInnen teil. Informationen sowie die Anmeldung zum Event finden Sie hier.

 

Um die „Psychologie des Online-Raumes" geht es beim DigiTalk am 30.06.2022 (16:30-18:00 Uhr) mit Krista Susman, Elisabeth Feigl und Birgit Aschemann. Informationen zur Veranstaltung und die Anmeldung finden Sie in Kürze hier.

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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