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Formatentwicklung zum Kennenlernen und Ausprobieren

28.09.2021, Text: Birgit Aschemann und Karin Kulmer, Redaktion/CONEDU
Beim DigiTalk am 23. September gab es Einblicke in experimentelle Bildungsformate und ihre Entstehung. Die Aufzeichnung steht nun zum Nachsehen zur Verfügung.
Video: CC BY 4.0 CONEDU, September 2021
Im Jahr 2021 – mit den Erfahrungen aus mehreren Lockdowns im Gepäck – bedarf es flexibler Bildungsformate, die neue Bedürfnisse erfüllen und Beteiligung ermöglichen. Beim ersten DigiTalk im Rahmen des EBmooc focus stand daher die Entwicklung von neuen Formaten für die Erwachsenenbildung im Fokus.

 

Vier innovative BildungsmanagerInnen gaben Einblicke in ihre Arbeit zur Planung von Bildungsangeboten: Cornelia Primschitz hat am bifeb das ExpertInnen-Programm „dig.lab" entwickelt. Nele Hirsch (eBildungslabor) gibt ihr Wissen unter anderem in Form von Mini-Online-Selbstlernkursen weiter. Gerald Pfabigan vom LFI ist der Mann hinter den „Farminaren" und „Cookinaren". Marika Rauber ist in der Qualitäts- und Unterstützungsagentur QUA-LiS NRW mit der „Werkstatt Digitale Formate" aktiv.

 

Der DigiTalk war selbst als innovatives Bildungsformat organisiert: Beim Format „Mini-Online-Disqspace" hatten die TeilnehmerInnen in Breakout-Räumen die Möglichkeit, mit den ExpertInnen zu arbeiten und gezielte Fragen zu stellen.

 

Videogeleiteter Workshop zum Design Thinking

In dieser Session konnten TeilnehmerInnen unter Anleitung von Nele Hirsch an der Entwicklung eigener innovativer Lernformate arbeiten. Das Besondere dabei: die Referentin war selbst nicht vor Ort, sondern hatte ihren Workshop vorab aufgezeichnet. Bei der zeitlichen Strukturierung der Arbeitsphasen half eine Stoppuhr, die für alle sichtbar eingeblendet wurde.

 

Inhaltlich ging es darum, zunächst einige Personas – also prototypische TeilnehmerInnen – zu entwickeln, deren Herausforderungen zu benennen und anschließend ein geeignetes Lernformat für sie zu finden. Als Zwischenschritt erfolgte ein sogenannter „Kopfstand", d.h. es galt, Lernformate zu überlegen, die für die Personas absolut ungeeignet wären.

 

In einer kurzen Reflexion zur Methode zeigten sich die TeilnehmerInnen überrascht, wie unter Zeitdruck mit asynchronen Anweisungen Ideen generiert werden konnten. Das schnelle Denken und die Betrachtung aus einer „umgekehrten" Perspektive wurde als wirkungsvoll erlebt.

 

Rapid Prototyping – Kaputte Formate reparieren

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, unsere Veranstaltung ‚Blended Learning in der Praxis' ist kaputt!" In der Session von Marika Rauber (vertreten durch Birgit Aschemann) hatten die TeilnehmerInnen die Gelegenheit, bestehende Formate zu reparieren, sie also durch eigene Vorschläge zu verbessern. Dazu standen zwei Fallbeispiele auf virtuellen Pinnwänden (Padlets) bereit, die von jeweils einer Gruppe in einem eigenen Breakout-Raum bearbeitet wurden. Hier galt es, Hypothesen zu Gründen für den „Defekt" zu finden, Ideen für die Behebung zu entwickeln und schließlich eine Empfehlung für eine optimierte Veranstaltung abzugeben.

 

Die Rückmeldungen zur Methode zeigen, dass diese durch eine hohe Strukturierung und einen gewissen Zeitdruck dabei hilft, in kurzer Zeit Vorschläge zu erarbeiten. Sie ist daher nicht nur zur Reflexion von bestehenden Formaten, sondern auch zur Entwicklung ganz neuer Format-Ideen hilfreich.

 

Mobile Webinare live vom Bauernhof und aus der Küche

Gerald Pfabigan stellte in seiner Session zwei praxisorientierte Formate vor. Sogenannte „Farminare" – mobile Webinare live vom Bauernhof – ermöglichen einen Wissenstransfer direkt vom Stall, Wald oder Feld. „Cookinare" stehen für Webinare live aus der Küche, bei denen die TeilnehmerInnen zuhause mitkochen können – dafür können schon vorab Lebensmittel versendet werden. Wer an einem Farminar oder Cookinar teilnimmt, kann per Meeting-Tool selbst Fragen stellen und sich an Publikumsumfragen beteiligen. Die Technik vor Ort ist dabei reduziert und besteht im Wesentlichen aus einem Smartphone, mobilem Internet und ggf. zusätzlichen Mikrofonen und/oder Bildstabilisatoren (Gimbals).

 

Das Highlight der Session im DigiTalk: wer wollte, konnte diese Art der Smartphone-Verwendung live testen und so die eigene Umgebung zeigen.

 

Was Formatentwicklung für Bildungs- und Qualitätsmanagement bedeutet

Die Session von Cornelia Primschitz widmete sich den Aufgaben von BildungsmanagerInnen bei der Entwicklung neuer Formate. Schon vorab bedarf es genauer Absprache zwischen Bildungseinrichtung und ReferentInnen, um Rahmenbedingungen und Erwartungen festzulegen. Neben einer zielgruppengerechten Ausrichtung sollten die Inhalte und Aufbereitung gut geplant und vorab definiert werden, welche Inhalte wie vermittelt werden. Zeitablauf und Preisgestaltung können sich bei Online-, Hybrid- oder Blended-Formaten dabei deutlich von Präsenzseminaren unterscheiden. BildungsmanagerInnen sind auch gefordert, wenn es um Ausschreibungstexte, das Anmeldeprozedere, die Raumvorbereitung und die Bereitstellung technischer Tools geht. Auch während der Durchführung kann eine Begleitung der ReferentInnen erforderlich sein. Zur Nachbereitung gehören die Evaluation und Reflexion.

 

Die Folien-Präsentation zum Workshop ist auch als Checkliste für die Praxis geeignet und in der Aufzeichnung enthalten.

 

Nächster DigiTalk am 5. Oktober: Tipps und Tricks zur Live-Online-Didaktik

Beim nächsten DigiTalk im Rahmen des EBmooc focus teilen drei Webinar-Profis ihre Tipps und Tricks. Dabei zeigt der österreichische Webinar-Experte David Röthler didaktische und technische Wege auf, wie auch das informelle Live-Online-Gespräch gelingt. Anja Röck, bekannt für ihre Publikationen über Webinarmethoden, sorgt für Ideen zur Abwechslung und Methodenvielfalt. Und Michael Ziereis teilt aus seinem reichen Erfahrungsschatz einfache, aber ungewöhnliche Methoden, die Webinare anschaulicher und lebendiger machen. Es gibt genug Zeit zum gemeinsamen Ausprobieren: das Webinar dauert zwei Stunden.

 

Jetzt  zum DigiTalk am 05.10. anmelden

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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