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Lernziele für digitale Aktivitäten formulieren

10.08.2022, Text: Karin Kulmer, Redaktion/CONEDU
Lernzieltaxonomien ermöglichen es Erwachsenenbildner*innen, Lernziele in unterschiedlichen Niveaustufen zu formulieren. Sie sind damit ein wichtiges didaktisches Mittel zur Kursplanung. Das gilt auch für digitale Bildungsangebote.
  • Schematische Darstellung einer Pyramide auf einem Plakat mit zwei Menschen davor Grafik: Undraw Lizenz, Katerina Limpitsouni, bearbeitet von CONEDU/Kulmer, https://undraw.co
    Die Lernzieltaxonomie nach Bloom formuliert Lernziele in sechs Niveaustufen. Für die Anwendung im digitalen Bereich wurde ein "Periodensystem der digitalen Aktivitäten" entwickelt.

Was sind Lernziele und warum sind diese wichtig?

Lernziele dienen dazu, das angestrebte Lernergebnis möglichst exakt zu beschreiben. Sie bieten Orientierungshilfe für die didaktische Planung, Legitimationshilfe für die Auswahl von Inhalten und Maßnahmen sowie Evaluations- und Kontrollhilfen für Kursleitung und Teilnehmende. Die Orientierung an Lernzielen (engl. Learning Objectives) hat eine lange Tradition in der US-amerikanischen Didaktik. In der Lernergebnisorientierung (engl. Learning Outcomes) stehen die erworbenen Kompetenzen im Fokus – dieses Konzept findet sich auch in Qualifikationsrahmen wie dem EQR.

Lernzieltaxonomie nach Bloom

Taxonomien unterscheiden zwischen verschiedenen Schwierigkeits- bzw. Komplexitätsgraden. Die bekannte Lernzieltaxonomie von Benjamin Bloom (1956/1976) besteht aus sechs Niveaustufen, die jeweils aufeinander aufbauen:

  1. Wissen, Kenntnis (Tatsachen, Begriffe nennen)
  2. Verstehen (erklären, begründen, mit anderen Worten umschreiben)
  3. Anwenden (des Wissens, z.B. bei der Lösung eines praktischen Problems)
  4. Analyse (eine reale Situation in ihre Elemente zerlegen)
  5. Synthese (aus verschiedenen Erlebnissen eine neue Situation konstruieren)
  6. Evaluation (eine Situation beurteilen, überprüfen)

In der überarbeiteten Version nach Anderson/Krathwohl (2001) werden die beiden letzten Stufen getauscht – „Beurteilen“ steht hierbei auf Stufe 5, „Schaffen“ auf Stufe 6.

 

Das „Periodensystem der digitalen Aktivitäten“ von Wabisabi Learning setzt die Taxonomiestufen von Bloom bzw. Anderson/Krathwohl in Beziehung zum digitalen Lehren und Lernen. Es wurde von der kos GmbH auf Deutsch übersetzt und steht unter der freien Lizenz CC BY SA zum Download (pdf) zur Verfügung.

Formulierung von Lernzielen

Lernziele sollten verständlich, eindeutig und inhaltsbezogen sein. Sie sollten eine Inhalts- und eine Verhaltenskomponente aufweisen, um sichtbar zu machen, ob die im Lernziel angestrebte Kompetenz erworben wurde. Ein Beispiel für ein Lernziel auf Niveaustufe 1 (Wissen/Kenntnis) könnte lauten: „Die Teilnehmenden sind in der Lage, die Besonderheiten des Einsatzes digitaler Methoden und Medien zu benennen.“

Die Formulierungshilfe von wb-web fasst weitere nützliche Verben für die Formulierung von Lernzielen zusammen.

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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