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So bereichern digitale Werkzeuge die Weiterbildungsbranche

22.03.2021, Text: Beatrice Kogler, Redaktion/CONEDU
Eine Studie des Instituts abif zeigt, wie die Covid-19-Pandemie zur Digitalisierung in Weiterbildungseinrichtungen beigetragen hat.
  • Foto: Unsplash-Lizenz, Dimitri Karastelev, https://unsplash.com
    Das Weiterbildungspersonal setzte während der Corona-bedingten Lockdowns vor allem auf digitale Tools, die bereits vor der Pandemie genutzt wurden.

Nachhaltige Digitalisierung möglich

Durch den plötzlichen ersten Corona-Lockdown mussten Weiterbildungseinrichtungen eine Digitalstratagie entwickeln. MitarbeiterInnen in Verwaltung und Lehre griffen auf digitale Werkzeuge zurück, um weiterhin ihre Arbeit ausführen zu können. Die Beteiligten machten durchaus gute Erfahrungen damit, und neue Praktiken konnten sich etablieren. Selbst Personen, die zuvor nicht offen für digitale Anwendungen waren, haben sich auf diesem Gebiet weitergebildet. Die Autorinnen der Studie sprechen daher von einer nachhaltigen Digitalisierung der Weiterbildung und gehen davon aus, dass viele digitale Anwendungen auch nach Covid-19 weiterhin zum Einsatz kommen werden.
 

Was es zum digitalen Arbeiten braucht

Digitales Arbeiten erfordert Kollaborationsfähigkeit, Weiterbildungsbereitschaft, autodidaktische Fähigkeiten und eine positive Einstellung gegenüber Veränderungen. Digitale Mündigkeit ist eine weitere wichtige Voraussetzung, damit Digitalisierung in der Weiterbildung gelingen kann. Sowohl Lehrende, Lernende und MitarbeiterInnen in der Verwaltung sollen über Medienkompetenz verfügen und digitale Werkzeugen kritisch beurteilen und einsetzen können.
 
Die Anforderungen an Lehrende während Live-Online-Veranstaltungen sind besonders hoch. Sie müssen nicht nur wissen, wie Tools funktionieren, sondern diese auch überzeugend präsentieren können. Kompetenzen zu Kommunikation und Moderation sind noch wichtiger als bei Präsenzveranstaltungen, so die Studie.
 

Auswahlkriterien für Online-Werkzeuge

Viele der Tools für Online-Zusammenarbeit und Online-Lehre weisen ähnliche Eigenschaften auf. Gemäß der Studie werden Online-Werkzeuge hauptsächlich aufgrund von persönlichen Empfehlungen ausgewählt. Weitere wichtige Aspekte sind Zuverlässigkeit, Lizenzkosten sowie Datenschutz und -sicherheit. Lehrende bevorzugen häufig niederschwellige und anonyme Angebote. Tools, die bereits vor der Covid-19-Pandemie verfügbar waren, werden nun noch stärker genutzt. Besonders Videokonferenzsysteme wie Zoom oder MS Teams waren durch die schnelle Umstellung auf eine digitale Arbeitsweise gefragt.
 
Im Bereich der Lehre sei es der Studie zufolge wichtig, dass alle eingesetzten Tools auch auf dem Smartphone funktionieren – dem digitalen Gerät, das von Personen aller Altersgruppen am häufigsten genutzt wird. Arbeiten TrainerInnen in der Lehre öfter mit dem Smartphone, kann der sogenannte „digital gap" unter den Teilnehmenden besser überwunden werden.
 

Ein Plädoyer für Blended Learning

Die Autorinnen sprechen sich für Bildungsangebote im Blended Learning-Format aus. Sowohl für MitarbeiterInnen-Schulungen zu digitalen Themen als auch für die Gestaltung von eigenen Bildungsangeboten scheint dieses Format in der Weiterbildung am geeignetsten. Es verbindet laut ExpertInnen die besten Aspekte von Präsenz- und Online-Veranstaltungen und ist abwechslungsreich.
 
Blended Learning funktioniert der Studie zufolge am besten, wenn in den Präsenz- und Online-Phasen die Inhalte vermittelt werden, die für das jeweilige Setting geeignet sind. Einzelarbeiten, kollaboratives Arbeiten an Dokumenten und Wissensvermittlung seien im digitalen Raum sehr gut umsetzbar. Erfahrungslernen, Gruppenbildung und Prüfungen würden sich besser für Präsenzveranstaltungen eignen.
 

Das Potenzial für Game-Based-Learning

Spielerisch gestaltete Lernanwendungen ermöglichen es, Inhalte, die sonst besser in Präsenz funktionieren, auch im Online-Raum zu vermitteln. Die in der Studie befragten ExpertInnen meinen, dass Lernende zum Beispiel über Computerspiele Teambuilding und Kooperation erfahren können. Über Simulationen und Serious Games können Teilnehmende bestimmte Alltagssituationen im virtuellen Raum trainieren. Lernumgebungen, in denen sich die Teilnehmenden als Avatare bewegen können, kommen dem Präsenz-Setting ebenfalls ein Stück näher, was motivierend sein kann.
 

Über die Studie

Die Studie „Digitale bzw. assistierende Arbeits- und Weiterbildungswerkzeuge am (Online-) Arbeitsplatz" von abif wurde vom Arbeitsmarktservice in Auftrag gegeben und besteht aus zwei Berichten. Bericht eins geht der Frage nach, welche digitalen Werkzeuge aktuell in Betrieben zum Einsatz kommen, wobei der Fokus auf Weiterbildungseinrichtungen liegt. Bericht zwei konzentriert sich auf die Digitalisierung der Lehre in der Weiterbildung. Die Inhalte der Studie ergeben sich aus einer umfassenden Literaturrecherche und Interviews mit ExpertInnen aus den Bereichen Medieninformatik, Medienpädagogik, Bildungs- und Berufsberatung und Personalmanagement.
 
 
Egger-Subotitsch, A. & Liebeswar, C. (2020). Digitale Arbeitswerkzeuge in Büro und Home-Office und erforderliche Kompetenzen. Bericht I zur Studie „Digitale bzw. assistierende Arbeits- und Weiterbildungswerkzeuge am (Online-)Arbeitsplatz" Wien: AMS Österreich.
 
Egger-Subotitsch, A., Liebeswar, C. (2020). Digitale Weiterbildungswerkzeuge. Bericht II zur Studie „Digitale bzw. assistierende Arbeits- und Weiterbildungswerkzeuge am (Online-) Arbeitsplatz". Wien: AMS Österreich.
Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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