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Pflichtschulabschluss nachholen: Das machen weiterhin vor allem Junge

07.11.2022, Text: Lucia Paar, Redaktion/CONEDU
Das Gleiche gilt auch für das Lernen von Basis-Kompetenzen als Erwachsene*r. Das zeigen Daten der Initiative Erwachsenenbildung.
  • Foto: Unsplash Lizenz, Alexis Brown, https://unsplash.com/@alexisrbrown
    Besonders junge Menschen holen den Pflichtschulabschluss nach.
Wo findet man die jungen Teilnehmer*innen in der Erwachsenenbildung in Österreich? Dieser Frage ging im Sommer ein Masterstudierender für Erwachsenenbildung nach und fand Antworten in verschiedenen Datenbanken, Studien und politischen Programmen (nachzulesen im Beitrag "Let’s talk about Young Adult Education").

 

Darüber hinaus sind junge Menschen auch in der Initiative Erwachsenenbildung (IEB) zu finden. Die Initiative Erwachsenenbildung unterstützt Jugendliche und Erwachsene dabei, Basiskompetenzen zu erwerben bzw. die Pflichtschule abzuschließen. Jedes Jahr gibt es dazu ein Monitoring, das darstellt, wie viele und welche Menschen mit der Initiative erreicht werden. Der Monitoring-Bericht für 2021 zeigt, dass nach wie vor v.a. junge Menschen an den Kursen teilnehmen.

Teilnehmende an Basisbildung sind jung und weiblich

Im Jahr 2021 gab es im Bereich Basisbildung 6.826 Teilnahmen. Rund 84% der Teilnehmenden haben erfolgreich abgeschlossen. Betrachtet man soziodemografische Daten, so zeigt sich, dass besonders junge Menschen an den Angeboten der Initiative teilnahmen: Rund 19% der Teilnehmer*innen waren 2021 zwischen 15 und 18 Jahre alt. 42% waren 19 bis 35 Jahre alt.

 

Tendenziell nehmen immer mehr Frauen an der Initiative teil: Im Jahr 2018 lag der Anteil der weiblichen Teilnehmenden bei etwa 57%. Dies steigerte sich kontinuierlich. 2021 waren schließlich sieben von zehn der Teilnehmenden Frauen.

Einen hohen Anteil – nämlich rund 86% – machten im vergangenen Jahr Personen mit Migrationshintergrund aus.

 

Darauf, dass durch die Initiative v.a. nicht-deutschsprachige Personen erreicht werden, machte auch Angelika Hrubesch von der VHS Wien bei der Konferenz des Europäischen Basisbildungsnetzwerks EBSN aufmerksam. Sie verwies in dem Zusammenhang auf die PIAAC-Untersuchung. Sie zeigte auf, dass rund 59% der Personen mit niedrigen Basiskompetenzen Deutsch als Erstsprache sprechen. Bei den Kursteilnahmen in der Basisbildung erreiche man hingegen vor allem jene, die eine andere Sprache als Deutsch als ihre Erstsprache haben. Es sei also eine besondere Herausforderung für die Basisbildung, auch jene für die Kurse zu gewinnen, die nur schwer erreichbar sind, so Hrubesch bei der Konferenz.

Kurse für Pflichtschulabschluss: Rund 91% der Teilnehmer*innen sind nicht älter als 35 Jahre

Im Rahmen der Initiative Erwachsenenbildung gab es im Jahr 2021 insgesamt 3.109 Teilnahmen an Kursen für den Abschluss der Pflichtschule. 78% der Teilnehmer*innen haben abgeschlossen.

 

Bei diesem Programmbereich zeigte sich eine noch stärkere Tendenz hin zu jungen Teilnehmenden als im Bereich Basisbildung: Rund 73% waren 2021 nicht älter als 25 Jahre, 18% waren zwischen 26 und 35 Jahre alt. Das heißt: Rund 91% der Teilnehmer*innen waren im vergangenen Jahr nicht älter als 35 Jahre.

 

Frauen (46%) nahmen dabei etwas weniger häufig an Kursen zur Erreichung des Pflichtschulabschlusses teil als Männer (54%). Aber auch hier steigt der Anteil der Frauen weiter an: 2018 waren es nur 30% Frauen, die ihren Pflichtschulabschluss über die Initiative nachgeholt haben. Der Anteil der teilnehmenden Personen mit Migrationshintergrund (rund 79%) war etwas niedriger als im Bereich Basisbildung.

Über die IEB

Die Initiative Erwachsenenbildung (IEB) ist eine Kooperation der Länder und des Bundes in Österreich. Sie stellt Fördermittel zur Verfügung, damit verschiedene Anbieter Bildungsangebote realisieren können, über die Teilnehmer*innen Basiskompetenzen und/oder einen Pflichtschulabschluss kostenfrei erwerben können.

 

Die Initiative sieht grundlegende Bildungsabschlüsse und Kompetenzen als wichtige Voraussetzung, um an der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt teilzunehmen. Ziele der IEB sind:

  • den Zugang zur Weiterbildung im Bereich Basisbildung und Pflichtschulabschluss zu sichern,
  • ein flächendeckendes und regional gut aufgeteiltes Bildungsangebot zu ermöglichen,
  • hochwertige Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen, die an die Bedürfnisse der Zielgruppen angepasst sind,
  • die Angebote so zu gestalten, dass sie anschlussfähig sind sowie den Teilnehmenden weitere Perspektiven eröffnet und alle gleichgestellt sind.

 

2021 waren 148 Bildungsangebote von 52 Trägern im Rahmen der Initiative für den Programmbereich Basisbildung akkreditiert. Gefördert wurden 134 Bildungsangebote von 46 Bildungsträgern. Im Bereich Pflichtschulabschluss waren 49 Bildungsangebote akkreditiert. Gefördert wurden 32 Bildungsangebote von 28 Bildungsträgern.

Quelle: EPALE E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa
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