Kreative Klimaschutzideen für die Erwachsenenbildung
In dem seit 2021 angebotenen halbjährigen Qualifizierungsprogramm im Rahmen der Klimaschutz-Initiative „Ich tu´s“ des Landes Steiermark erweitern die Teilnehmenden ihre vorhandenen Bildungsangebote um Nachhaltigkeits- oder Klimaschutzaspekte oder entwickeln neue Bildungsformate.
Von Themenspaziergängen bis zur Umweltzertifizierung
Seit September 2024 findet der vierte Durchgang der vom Land Steiermark kostenfrei angebotenen Qualifizierung „Klimaschutz in der Erwachsenenbildung für Training und Beratung“ statt.
Erwachsenenbildner*innen des laufenden Durchgangs entwickeln dabei Klimaschutzideen wie beispielsweise:
- generationsübergreifende Themenspaziergänge zum Klimaschutz,
- neue Klimaschutzinhalte für AMS-Qualifizierungen und Basisbildung,
- Webinare zur nachhaltigen Veranstaltungsorganisation,
- Weiterbildungsmodule zur Klimaschutzbildung für Physio- und Psychotherapeut*innen,
- Ideen zur Berücksichtigung klimaschutzrelevanter Aspekte bei künstlerischen Bildungsangeboten,
- nachhaltige Sportkurse,
- Klimachecks für Führungskräfte und Unternehmensberatung,
- Nachhaltigkeitsthemen für das Qualitätsmanagement oder
- eine Struktur für Klimaschutz-Selfchecks zur Umweltzertifizierung.
Photovoltaik: Stromgutschrift und Community Education
Die Teilnehmerinnen Marion Lercher und Christina Skardelly von Lerchertrain, berichteten von dem Vorteil, als Bildungs- und Beratungsunternehmen in einem Haus mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) eingemietet zu sein. Der Nutzen von Klimaschutzaktivitäten ist unmittelbar: Wenn der Vermieter viel Strom produziert, erhält die eingemietete Einrichtung statt einer Stromrechnung eine Stromgutschrift.
Eine „Vorstufe“ zu einer PV-Anlage sind thermische Solaranlagen, die in einem Green-Community-Education-Ansatz in Solarcamps für Erwachsene entwickelt werden können, wie sie beispielsweise das Klimabündnis Steiermark für Schulen durchführt. In einem dreitägigen Workshop bauen Teilnehmenden dabei eine Anlage, die in der Gemeinde zur Wasseraufbereitung genutzt werden kann.
Klimaschutz beim Lehrgangsstart und im Gesundheitsbereich
Ich tu’s Bildungspartner*innen berichteten außerdem von ihren Erfahrungen mit der Herstellung biologischer Kosmetika und Reinigungsmittel. Gerade in länger dauernden Weiterbildungskursen, wo Teilnehmende Wochen bis Monate in einer Lehrgangsgruppe verbringen, sind aktivierende Lernmethoden für die Zusammenarbeit und für Lernerfolge zielführend. Für die Aktivierung von Gruppen kann beispielsweise die gemeinsame klimafreundliche Herstellung von Duschgel oder Haarshampoo eine willkommene Abwechslung sein.
Einen weiteren Einsatzbereich für gemeinsam hergestellte Produkte sehen die Bildungspartner*innen für den Gesundheitssektor: Psychoedukative Schulungen in Reha-Einrichtungen oder Ergotherapie können durch die Herstellung biologischer Kosmetik- oder Reinigungsmittel oder ZERO-Waste-Kochworkshops kreativ zu Klimaschutzmaßnahmen weiterentwickelt werden.
G´scheit feiern und Klimaschutz mit Entwicklungspolitik verbinden
Das Land Steiermark stellt zahlreiche Informationen zum Klimaschutz bei Veranstaltungen zur Verfügung. Ana Siegl-Batljan und Silvia Marhold vom Welthaus Graz berichteten über die Möglichkeit, auch bei sehr großen Bildungsveranstaltungen Mehrweggeschirr zu leihen, regionale oder Fair-Trade-Lebensmittel zu verwenden und Know-how zur Abfalltrennung zu nutzen. Die Plattform Green Events Steiermark unterstützt dabei. Im Rahmen des Ich tu’s Qualifizierungsprogramms prüfen die beiden Mitarbeiterinnen des Welthaus Graz außerdem die Möglichkeit, Klimaplanspiele in entwicklungspolitische Bildungsangebote zu integrieren. Auch für solche Bildungsveranstaltungen mit internationalen Teilnehmenden bieten Green-Meeting-Leitfäden (PDF) Empfehlungen für die klimafreundliche Durchführung. So ist Klimaschutz nicht nur Inhalt des Bildungsformats, sondern wird auch bei der Organisation berücksichtigt.
Serie und Dossier zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Hochwasser, Waldbrände, Hungersnot – Expert*innen der Klimaforschung warnen vor den Folgen extremer Wettereignisse durch den Klimawandel. Bildung ist gefordert Aufklärungsarbeit zu leisten, Diskurse zu ermöglichen und „grüne“ Kompetenzen zu fördern. Wo setzt die Erwachsenenbildung an? In der Serie „Klima- und Umweltschutzbildung“ und dem Dossier „Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Erwachsenenbildung“ widmen wir uns dieser Frage.
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