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Schritt für Schritt zur barrierefreien Online-Bildungsinformation

20.06.2022, Text: Sabine Schnepfleitner, Redaktion/CONEDU
Im Webinar "Barrierefreie Bildungsinformation online" gab es Einblicke, wie digitale Barrierefreiheit in der Praxis gelingt.
Webinar: Barrierefreie Bildungsinformation online (wEBtalk erwachsenenbildung.at | CC BY 4.0 CONEDU, Juni 2022)
Seit mehr als einem Jahr beschäftigt sich die Redaktion von erwachsenenbildung.at damit, wie digitale Hürden im Web-Portal abgebaut und dessen Inhalte für möglichst alle interessierten Menschen zugänglich gemacht werden können. Im Webinar zur barrierefreien Online-Bildungsinformation, am 2. Juni dieses Jahres, gab die Redaktion Einblicke wie digitale Barrierefreiheit für das gesamte Portal in einem mehrjährigen Prozess umgesetzt wird.

 

Schwerpunkt waren dabei Erfahrungs-Tipps für die redaktionelle Umsetzung in der Bildungsinformation. Im folgenden Beitrag fassen wir das Webinar und die wichtigsten Tipps für Sie zusammen. Das Webinar zur barrierefreien Bildungsinformation online steht jetzt auch zum Nachsehen auf unserem YouTube-Kanal zur Verfügung.

Ein Selbstcheck zeigt wie barrierefrei Ihre Seite ist

Seit 23. September 2020 sind die EU-Richtlinie 2016/2102 und das Web-Zugänglichkeits-Gesetz (WZG) in Österreich wirksam. Sie regeln, dass neue Inhalte auf Webseiten der öffentlichen Hand barrierefrei anzubieten sind. Das Gesetz stellt aber auch definierte Standards bereit, nach denen Sie Ihre Website bewerten können.

 

Im Wesentlichen sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 die auch international gültigen Erfolgskriterien für digitale Barrierefreiheit. Sie beschreiben die Anforderungen an Technik, Design und Content, um Webseiten für möglichst alle Menschen zugänglich und nutzbar zu machen. Auf der Seite der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sind sämtliche gesetzlichen Regelungen und Anforderungen zusammengefasst. Dort finden Sie auch Prüf-Tools um Ihre Website Punkt für Punkt hinsichtlich der Kriterien zu überprüfen. 

5 Tipps für redaktionelle Maßnahmen zur digitalen Barrierefreiheit

Um Webseiten barrierefrei zu gestalten, braucht es neben Technik und Design auch die Arbeit an den Inhalten der Seite. Am Portal erwachsenenbildung.at ist digitale Barrierefreiheit bereits redaktioneller Standard.

 

Wir haben für Sie 5 Tipps, wie Sie Ihre Webinhalte barrierefreier machen:

  • Strukturieren Sie die Inhalte Ihrer Webseite. Verwenden Sie dafür Überschriften, Absätze, Listen und die vorbereiteten Formatvorlagen.
  • Schreiben Sie Überschriften aussagekräftig. Damit können sich nicht nur Screenreader-Nutzer*innen (Screenreader ist eine Vorlese-Technologie) besser orientieren, sondern alle Ihre User*innen.
  • Versehen Sie die Weblinks mit einem sprechenden und eindeutigen Linktext.
  • Geben Sie den Bildern kurze prägnante Alternativ-Texte. Diese sind für alle jene Menschen hilfreich, die die Bilder nicht visuell wahrnehmen können.
  • Und bereiten Sie auch Medien wie Videos und PDFs, die auf Ihrer Webseite zu finden sind, barrierefrei auf.

 

Die FFG stellt eine kompakte Anleitung mit Tipps für die redaktionellen Aspekte der Barrierefreiheit zur Verfügung.

Wer tiefer eintauchen will, die*den informiert das BhW Niederösterreich über einfache Schritte für mehr digitale Barrierefreiheit und über barrierefreie Kommunikation im Bildungsbereich.

Was Sie noch tun können, damit Ihre Botschaft ankommt

Bildungsinformation ist für eine breite Öffentlichkeit relevant. Die Themen reichen vom Nachholen von Bildungsabschlüssen über das Lernen von Erwachsenen bis hin zur Anerkennung von Qualifikationen. In der Rubrik Bildungsinfo verwendet die Redaktion weitgehend einfache Sprache. So können komplexe Inhalte für möglichst viele Menschen zugänglich gemacht werden. Damit dies gelingt, werden die Texte im 4-Augen-Prinzip überprüft. Besonders hilfreich sind außerdem Textanalyse-Tools wie Wortliga oder Capito digital. Diese zeigen wie die Texte noch weiter vereinfacht werden können.

 

Für uns von erwachsenenbildung.at ist es besonders wichtig, dass möglichst alle Menschen von den Möglichkeiten der Weiterbildung für Erwachsene erfahren. Die wichtigsten Infos zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Bildungsberatung in Österreich bieten wir deshalb zusätzlich in einem Leichter Lesen Text an und haben diese in einem Gebärdensprach-Video in Österreichische Gebärdensprache übersetzt.

Warum Sie digitale Barrierefreiheit jetzt umsetzen sollten

Sie brauchen noch einen guten Grund, warum Sie digitale Barrierefreiheit für Ihre Website umsetzen sollen? Wir haben abschließend vier gute Gründe warum Sie sofort damit beginnen sollten:

  • Digitale Barrierefreiheit bietet die Chance durch inklusive digitale Informationsvermittlung Inhalte für möglichst alle interessierten User*innen auffindbar und nutzbar zu machen.
  • Außerdem wird mit der digitalen Barrierefreiheit auch eine intuitive Nutzung von Webseiten gefordert, was die Erfahrung bei der Benutzung (User Experience) verbessert.  
  • Setzen Sie Maßnahmen für digitale Barrierefreiheit, heißt das gleichzeitig die Seite für Suchmaschinen wie z.B. Google zu optimieren, wodurch sie von potentiellen User*innen leichter gefunden wird.
  • Und digitale Barrierefreiheit heißt auch 100%ige Responsivität. Das heißt: Ihre Website kann unabhängig vom Endgerät der User*innen wie z.B. Smartphone oder Laptop besucht werden.

ESF-Projekt zu barrierefreier Online-Bildungsinformation

Im ESF-Projekt „Netzwerk Bildungsberatung Österreich – Erwachsenenbildung“ hat die Redaktion von erwachsenenbildung.at neue Inhalte und Formate entwickelt, um noch mehr Menschen von den Möglichkeiten, die sich durch Aus- und Weiterbildung auftun, zu erzählen. Diese Maßnahmen zur digitalen Barrierefreiheit in der Bildungsinformation, sowie das Webinar, wurden im Rahmen des Projekts aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. 

Weitere Informationen:

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Erstellung des Beitrags gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung,

Wissenschaft und Forschung und des Europäischen Sozialfonds.

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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