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Emanzipatorische Frauenbildung: "Es gibt noch viel zu tun!"

29.06.2021, Text: Simone Müller, Redaktion/CONEDU
Darüber waren sich die Frauen am Podium des wEBtalk einig. Jetzt das Video nachsehen!
CC BY 4.0 CONEDU. Bildung von und für Frauen war Thema des wEBtalks am 24. Juni.
Bildung spielt eine wesentliche Rolle bei gesellschaftlichen Veränderungen, so scheint es Konsens zu sein. Demnach wären Bildungsprojekte von und für Frauen wesentlich, um Geschlechtergerechtigkeit zu erlangen. Wie es wirklich um die emanzipatorische Erwachsenenbildung steht, haben am 24. Juni 2021 Heidi Niederkofler (Uni Wien), Katharina Hagenhofer (Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innenvereinigung - ÖBV), Verena Sperk und Katarina Ortner (Frauen aus allen Ländern) sowie Lisa Gensluckner (Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft - AEP) diskutiert. Die Aufzeichnung der Veranstaltung steht nun zum kostenlosen Nachsehen und -hören zur Verfügung.

 

Kurz vor dem wEBtalk ist die neueste Ausgabe des Magazin erwachsenenbildung.at erschienen, die sich auf die Spuren von Erwachsenenbildung von und für Frauen begibt. Heidi Niederkofler, Co-Herausgeberin der Ausgabe, gibt im wEBtalk einen Einblick in die Beiträge und diskutiert anschließend mit den Frauen am Podium zu drängenden Fragen rund um die Frauenbildungsarbeit.

Bildung für Frauen muss weibliche Lebensrealität im Blick haben

Frauen stehen vor anderen Herausforderungen als Männer. Die Corona-Krise hat das noch einmal deutlich aufgezeigt. So sind Frauen häufig von Mehrfachbelastungen betroffen und viele auch von Mehrfachdiskriminierung. Verena Sperk und Katharina Ortner betonen, dass sich diese Lebensrealität auch in Bildungsangeboten widerspiegeln muss. Frauen aus allen Ländern blickt daher ganzheitlich auf Frauenbildung und bietet zum Beispiel Kinderbetreuung während der Kurse für Frauen mit Migrationshintergrund an.

Feminism is for everybody!

Die Frauen auf dem Podium stimmen überein: Ein zentrales Ziel emanzipatorischer Frauenbildung ist, dass Frauen lernen, ihre individuelle Situation als Produkt und Teil gesellschaftlicher Machtverhältnisse zu verstehen. Feminismus und feministische Bildung ist daher kein "Frauenproblem", sondern geht die ganze Gesellschaft an. Auch Männer müssten stärker für feministische Anliegen einstehen.

Politisches Handeln ist Ziel emanzipatorischer Bildung

Inspiriert von der "Pädagogik der Unterdrückten" arbeiten der ÖBV und andere emanzipatorische Bildungsinitiativen daran, dass Frauen lernen, gemeinsam gesellschaftliche Problemlagen zu bearbeiten. Katharina Hagenhofer berichtet von der "Bildungsspirale": Am Beginn gewinnen Frauen in der Bildungssituation Abstand von ihrem Alltag und beziehen ihre Situation auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Danach entwickeln sie gemeinsam Perspektiven, stärken einander und schließen sich zusammen, um solidarisch Veränderung zu bewirken.

Feministische Erwachsenenbildung braucht Solidarität

Um emanzipatorische Frauenbildung zu stärken, brauche es auch in der Erwachsenenbildung selbst breite solidarische Bündnisse, betont Lisa Gensluckner mit Verweis auf das Manifest zur kritischen Erwachsenenbildung, das auf der Tagung "The dark side of adult education, Vol. 11" von kritischen ErwachsenenbildnerInnen erstellt wurde. Auch die großen Dachverbände in der Erwachsenenbildung sind aufgefordert, feministische Anliegen zu unterstützen.

 

Es ist darüber hinaus wichtig, sich vor Augen zu führen, was feministische Initiativen bisher trotz mangelnder Ressourcen und prekärer Finanzierungslage erreichen konnten, so Lisa Gensluckner weiter. Das wirke stärkend und motivierend und könne helfen, Kräfte für solidarisches Handeln in der feministischen Bildung zu mobilisieren. Das gemeinsame Motto: Nicht an den Verhältnissen verzweifeln, sondern gemeinsam gegen sie ankämpfen!

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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