ESREA feiert 30-jähriges Jubiläum
Förderungen für Forschung sind aktuellste Herausforderung
Im europäischen Kontext seien Professuren in der Erwachsenenbildungsforschung sehr unterschiedlich verteilt. Zu diesem Schluss kommt Andreas Fejes (Universität Linköping und ESREA Präsidium) im Zusammenhang mit der Frage nach aktuellen Herausforderungen für europäische ForscherInnen in der Erwachsenenbuldung in einem Interview. Das von Annette Sprung (Universität Graz) durchgeführte Interview ist nachzulesen in der kürzlich erschienen 42. Ausgabe des Magazin erwachsenenbildung.at.
Als Grund für die wenigen Professuren nennt Fejes, dass Institute diese häufig absagen oder in einen anderen Bereich verlegen. Europäische Finanzierung sei, so Fejes, politisch orientiert und richte sich mehr auf bewährte Forschungsvorhaben als auf Grundlagenforschung. ErwachsenenbildungsforscherInnen seien aufgrund der fehlenden Grundfinanzierung an Universitäten häufig auf ein Einkommen von außerhalb angewiesen. Die forschende Arbeit außerhalb der Universität sei allerdings wettbewerbsorientiert und unüberschaubar. ESREA möchte dem entgegensteuern und alle ForscherInnen zusammenbringen, z.B. durch Konferenzen.
Zeitschrift "RELA", Themen-Netzwerke und dreijährliche Konferenz gehören zu Erfolgen
2008 beschloss der Lenkungsausschuss, das Profil der ESREA-Forschung auf internationaler Ebene mit einer Zeitschrift für Erwachsenenbildungsforschung verbessern zu wollen. Die erste Ausgabe des "European Journal for Research on the Education of Adults (RELA)" erschien daraufhin im Jahr 2010 und behandelte Visionen zur Zukunft der Erwachsenenbildungsforschung. Der Schwerpunkt der Zeitschrift liegt auf Forschungsaspekten, Trends und Entwicklungen, die für die Erwachsenenbildung in Europa eine Rolle spielen. RELA erscheint drei Mal jährlich in englischer Sprache, um eine internationale Debatte zu fördern.
Ein weiterer Meilenstein der Vereinigung ist die alle drei Jahre stattfindende ESREA-Konferenz. Die erste Konferenz fand 1995 in Strobl, Österreich unter dem Thema "Adult learning and social participation" statt. 2022 wird die nächste Konferenz stattfinden. Die Veranstaltung soll ein Treffen aller ESREA Netzwerke ermöglichen.
Aktuell bestehen 12 Netzwerke, z.B. zu Gender und Erwachsenenlernen, Migration, Transnationalismus und Rassismen, Bildung und Lernen älterer Erwachsener oder zu Lebensgeschichte und Biographiearbeit. Unter den Netzwerken schließen sich ForscherInnen zusammen, die zu einem bestimmten Thema arbeiten. Auch die Netzwerke veranstalten eigene Konferenzen, wie z.B. das Netzwerk "Politische Studien in der Erwachsenenbildung" im kommenden Juni.
Unterstützung von NachwuchswissenschaftlerInnen als Zukunftsthema
Im Interview mit Annette Sprung berichtete Andreas Fejes, dass sich ESREA in Zukunft vor allem darauf konzentrieren möchte, junge NachwuchswissenschaftlerInnen zu unterstützen und diese sowohl für Konferenzen als auch für Zeitschriftenbeiträge zu gewinnen. Des Weiteren sollen die Kommunikationsstrategien für die Zusammenarbeit zwischen dem ESREA-Lenkungsausschuss und den Netzwerken ausgebaut werden.
- ESREA-Homepage
- Aktueller Beitrag zu ESREA im Magazin erwachsenenbildung.at
- ESREA History Report (2014)
Verwandte Artikel
![]()
Von der Utopie zur Realität: Ring-Tagung 2026 in Linz
Wie wird aus der Utopie Realität? Der Ring Österreichischer Bildungswerke näherte sich dieser Frage auf seiner Jahrestagung mit theoretischen Impulsen, Good-Practice-Beispielen aus der Bildungsarbeit und einer Zukunftswerkstatt.![Grafik einer Kaffeekanne vor altrosa Hintergrund, auf der drei rote Figuren mit wissenschaftlichen Instrumenten hantieren]()
Wissenschaft bei Kaffee: Science Cafés bringen Dialog in Stadt und Land
Mit dem Projekt „Wissenschaft im Dialog – Land schafft Wissen“ fördert COMMIT gemeinsam mit regionalen Partner:innen an 9 Standorten in ganz Österreich einen niederschwelligen Dialog zwischen Wissenschaftler:innen und Bürger:innen.![]()
„Dieses Feld ist riesig – und genau das hat mich gepackt“
Die neue Professorin für Erwachsenen- und Weiterbildung in Graz, Doktorin Maria Stimm, über ihren Weg in die Erwachsenenbildung, Wissenschaft als Handlungsfeld und das Ankommen an der Universität Graz.![Universitätsprofessorin Doktorin Maria Stimm am Tisch sitzend.]()
„Das Wissen ist da – aber der Schritt ins Handeln bleibt schwierig“
Univ.-Prof.in Dr.in Maria Stimm (Universität Graz) zur Frage, warum Erwachsenenbildung angesichts von Klimakrise und gesellschaftlicher Transformation von der Vermittlung zur Aneignung kommen muss.![]()
„Education Permanente“ untersucht expansives Lernen
Expansives Lernen passiert, wenn das Lernen an unsere Lebensinteressen anknüpft und eine Erweiterung der eigenen Handlungsmöglichkeiten und Selbstentfaltung ermöglicht. Die Fachzeitschrift „EP“ beleuchtet diese Lernprozesse aktuell.![]()
"Erwachsenenbildung ist politisch am wenigsten sichtbar"
Elke Gruber im Interview zur Emeritierung: über ihren außergewöhnlichen Bildungsweg, das Window of Opportunity der 2000er-Jahre und darüber, warum Erwachsenenbildung heute klarer denn je positioniert werden muss.
_Ring_OEBW__Samhaber.webp)




