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Nationale Antisemitismusstrategie: Erste konkrete Maßnahmen umgesetzt

11.02.2021, Text: Lucia Paar, Redaktion/CONEDU
Für TrainerInnen und Lehrende bei Integrationsmaßnahmen gibt es nun ein Handbuch mit Grundlagenwissen über Antisemitismus. Auch Weiterbildungen für MultiplikatorInnen sind geplant.
  • Foto: Alle Rechte vorbehalten, BKA/Hans Hofer, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at
    Bundesministerin Karoline Edtstadler bei der Präsentation der Strategie gegen Antisemitismus am 21. Jänner 2021.
Nach den im Sommer 2020 erfolgten Angriffen auf die Jüdische Gemeinde und den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Graz, Eli Rosen, hatte Integrationsministerin Susanne Raab angekündigt, Maßnahmen gegen Antisemitismus zu setzen (wir berichteten). Im Jänner hat die Bundesregierung schließlich die Nationale Strategie gegen Antisemitismus präsentiert. Zweck der Strategie sei es, Kräfte bei der Bekämpfung von Antisemitismus zu bündeln, jüdisches Leben zu fördern und eine bessere Koordination und klare Strukturen zu schaffen, heißt es nun von Bundesministerin Karoline Edtstadler im Vorwort der Strategie. Bildungsmaßnahmen bilden dabei eine von sechs Säulen innerhalb der Strategie (siehe auch Beitrag dazu in der Zeitung Die Presse vom 21. Jänner 2021).

 

Im Integrationsbereich sind im Rahmen der Strategie ebenfalls Maßnahmen gegen Antisemitismus unter ZuwanderInnen vorgesehen, so Integrationsministerin Raab in einer Aussendung vom 21. Jänner 2021. Nun gibt es erste konkrete Ergebnisse. Für MultiplikatorInnen im Integrationsbereich, wie z.B. TrainerInnen, hat der Österreichische Integrationsfons (ÖIF) in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) eine Broschüre herausgegeben und Weiterbildungen für MultiplikatorInnen geplant.

Grundlagenwissen über Antisemitismus: MultiplikatorInnen-Handbuch

Das Handbuch mit dem Namen "Grundlagenwissen über Antisemitismus im Kontext von Migration und Integration" führt in Grundlagen über das Judentum ein, beschäftigt sich u.a. mit der historischen Entwicklung des Antisemitismus, verschiedenen Formen des Antisemitismus und der gesetzlichen Situation in Österreich. Außerdem finden sich Handlungsvorschläge zum Thema "Auf antisemitische Äußerungen reagieren". Die Broschüre ist kostenfrei online auf der Website des ÖIF abrufbar.

Weiterbildungen für MultiplikatorInnen

Geplant ist auch eine Seminarreihe "Grundlagenwissen über Antisemitismus und Radikalisierungsprävention" des ÖIF in Zusammenarbeit mit der IKG. Diese richtet sich an LehrerInnen, DeutschtrainerInnen, MitarbeiterInnen in Beratungsstellen oder Ämtern und Behörden. Im Seminar sollen TeilnehmerInnen Grundlagenwissen zum Thema erhalten, Fallbeispiele aus der Praxis diskutieren können und Informationen erhalten, wie sie in Institutionen Präventionsarbeit leisten können. Die Teilnahme ist für MultiplikatorInnen laut ÖIF kostenfrei. Konkrete Termine sind auf der ÖIF-Website noch nicht bekannt gegeben (Stand: 9. Februar 2021).

Neues Modul bei Werte- und Orientierungskursen geplant

In einer Aussendung des ÖIF heißt es zudem, dass Antisemitismus auch im Rahmen der verpflichtenden Werte- und Orientierungskurse künftig mehr Gewicht haben soll. Gemeinsam mit der IKG will das ÖIF ein eigenes Modul zum Thema Antisemitismus erarbeiten.

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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