BFI-Kampagne: Orientierung in der Angebotsvielfalt der Erwachsenenbildung
Studien zum Thema lebensbegleitendes Lernen zeigen, dass Weiterbildungsangebote nach wie vor in erster Linie von Personen genutzt werden, die über eine höhere Bildung verfügen und/oder bereits einige Weiterbildungen absolviert haben. Daher haben es sich die Berufsförderungsinstitute (BFIs) für das Jahr 2016 zum Ziel ihrer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit gesetzt, weiteren Kreisen von grundsätzlich Bildungsinteressierten den Einstieg in die Erwachsenenbildung zu erleichtern. Eine Kampagne soll auf die vielfältigen Möglichkeiten der beruflichen Aus- und Weiterbildung außerhalb des formalen Schulsystems hinweisen und gleichzeitig einen Anknüpfungspunkt für kostenlose persönliche Beratung und Hilfe bei der Auswahl des passenden Bildungsangebotes liefern. Mit der Umsetzung wurde die Agentur Unique beauftragt, die die BFIs auch bei ihrem gemeinsamen Werbeauftritt unter dem Motto "Bildung. Freude inklusive." unterstützt hat.
Der "BFI-Orientierungscheck"
Kernstück der Kampagne ist die Microsite www.bfi-orientierungscheck.at, auf der Bildungsinteressierte aus einer Reihe von Fachgebieten ihre bevorzugten Interessensfelder wählen können. Zur Auswahl stehen EDV/IT, Gesundheit/Soziales/Wellness, Logistik/Transport/Verkehr, Management/Wirtschaft, Pädagogik/Beratung, Persönlichkeit, Sprachen, Technik/Ökologie/Sicherheit, Tourismus/Gastronomie sowie Lehrabschluss und Berufsmatura. Außerdem können Angaben zum aktuellen Berufsfeld und zu Weiterbildungszielen und persönlichen Stärken und Talenten gemacht werden. Die Informationen werden direkt an die BildungsberaterInnen der BFI-Landesorganisationen geschickt, die mit den InteressentInnen Kontakt aufnehmen, passende Angebote zusammenstellen und auf Wunsch Termine für weiterführende persönliche Bildungs- und Berufsberatung anbieten. Als zusätzlicher Anreiz werden zehn iPad mini 4 verlost.
Fußball gibt den Anstoß
"Um mit dem Kampagnenbudget ein Maximum an Aufmerksamkeit zu generieren und das trockene Thema Bildung mit etwas Humor und positiver Emotion aufzuladen, hat die Agentur empfohlen, ein aktuelles und für viele Menschen interessantes Thema als emotionalen ‚Trichter' zu verwenden, der Interesse weckt, die Zielgruppen abholt und auf unser Kernthema ‚Orientierung in der Weiterbildung' führt", erklärt der Geschäftsführer des BFI Österreich, Michael Sturm. Dafür hat sich die Fußball-EM angeboten, die im Juni und Juli 2016 stattfinden wird - seit Langem wieder mit österreichischer Beteiligung. Ab 9. Mai werden ein TV-Spot und einige Banner und Videos im Internet und in diversen sozialen Medien zu sehen sein, die über den Aufhänger Fußball auf den BFI-Orientierungscheck aufmerksam machen. Chris Stephan, bekannt als Moderator beim TV-Sender Puls 4, fordert Passanten und Passantinnen auf, ihre Talente zu beweisen, mit denen sie das österreichische Fußballnationalteam unterstützen könnten. Abschließend kommt er auf den Orientierungscheck zu sprechen, der dabei helfen kann, mehr über die eigenen Talente und die passenden Weiterbildungs- und Berufsmöglichkeiten zu erfahren.
Nach der Schule ist nicht Schluss
"Bildung" und "Ausbildung" werden in der breiten Öffentlichkeit in erster Linie mit dem Schulwesen assoziiert. In den Medien steht die Kritik am Schulsystem im Vordergrund, über die Angebote der Erwachsenenbildung und die Chancen, die sich damit bieten, sieht oder liest man wenig. Nicht alle, die sich für eine berufliche Weiterbildung oder Umschulung interessieren würden, wissen, dass man an Erwachsenenbildungsinstituten auch formale Bildungsabschlüsse wie Pflichtschulabschluss und Matura nachholen, Lehrabschlüsse und sogar Hochschuldiplome erwerben kann. Das BFI bietet jährlich rund 30.000 verschiedene Kurse, über 40 gesetzlich geregelte Aus-, Fort- und Weiterbildungen in fünf Berufssparten und bereitet auf Lehrabschlussprüfungen in mehr als 60 Berufen und auf über 20 Zertifikatsprüfungen in den Bereichen Wirtschaft, EDV/IT und Sprachen vor.
Persönliche Beratung zunehmend gefragt
Die Kursprogramme großer Erwachsenenbildungsinstitute sind mittlerweile dicke Bücher. "In der Fülle der Angebote fällt die Orientierung manchmal schwer", weiß Sturm. "Die KollegInnen berichten von einem steigenden Bedarf an persönlicher Beratung." Die BeraterInnen am BFI haben nicht nur den Überblick über die aktuellen Aus- und Weiterbildungsangebote. Sie wissen auch über den Arbeitsmarktbedarf und verfügbare Fördermöglichkeiten Bescheid und können beim Aufspüren von Neigungen und Talenten und bei der Konkretisierung von Bildungs- und Berufswünschen helfen. "Ein Service, der - ergänzend zur Berufsorientierung an den Schulen und zu den Beratungsleistungen des Arbeitsmarktservice - auch in der Erwachsenenbildung an Bedeutung gewinnt und kostenlos zur Verfügung steht", so Sturm. Darauf macht die Kampagne aufmerksam.
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