BFI-Bildungsstatistik 2025
Rahmenbedingungen: Schwächelnde Wirtschaft und Budgetkonsolidierung
Die ökonomischen Rahmenbedingungen stellen nach wie vor eine Herausforderung für die österreichische Wirtschaft und die Erwachsenenbildung dar. Neben einem zaghaften Wirtschaftswachstum war die Situation bestimmt von den Budgetkonsolidierungsmaßnahmen der Bundes- und Landesregierungen sowie einer weiterhin anhaltend hohen Inflation . Erstmals seit 2021 waren durchschnittlich mehr als 300.000 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote lag laut AMS bei 7,4 Prozent. Die Entwicklung spürten auch die BFIs, die Anzahl der Teilnahmen sank gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent.
Überblick
2025 haben die BFIs österreichweit 23.011 Bildungsveranstaltungen angeboten, davon stattgefunden haben 16.907. Das entspricht einer Realisierungsquote von 73 Prozent. 153.408 Teilnahmen (gegenüber 163.067 im Jahr 2024) wurden in den 136 Bildungszentren und Zweigstellen der BFIs gezählt. Es wurden 2.038.667 Unterrichtseinheiten abgehalten (2024: 2.170.629). Mit jeweils 50 Prozent hielten sich unter den Teilnehmer:innen Männer und Frauen die Waage.
Schwerpunkte des Bildungsangebotes
Die Veranstaltungen der BFIs sind in zwölf Fachbereiche gegliedert, darunter etwa Logistik, Verkehr und Transport, Tourismus sowie EDV/IT. Wie bereits im Jahr 2024 war auch 2025 der Sprachenbereich mit 21 Prozent aller Kursteilnahmen der stärkste Fachbereich. Mit mehr als 31.716 Teilnahmen und 27 angebotenen Sprachen zählte das BFI auch 2025 zu den größten Sprachenschulen Österreichs. Ähnlich viele Teilnahmen gab es im zweiten großen Fachbereich. Bei 20 Prozent der Teilnahmen werden Menschen bei der Vorbereitung auf schulische und berufliche Abschlüsse im zweiten Bildungsweg unterstützt. Gerald Strobel, Geschäftsführer des BFI Österreich, ist hier stolz auf die Rolle des BFI: „Viele Lebensläufe verlaufen nicht in gerader Linie. Als Erwachsenenbildner:innen tragen wir dazu bei, dass sich die Menschen in Österreich selbstbestimmt weiterbilden und neu orientieren können – möglichst unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten“.
Digitalisierung nach wie vor zentral
Online-Kurse wurden – nach einem kurzen Rückgang 2024 – im vergangenen Jahr wieder stärker nachgefragt. Die Anzahl der durchgeführten Kurse ist um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 937 gestiegen. E-Learning Konzepte haben sich zudem als Erweiterung von Präsenzformaten dauerhaft etabliert. Das Thema Künstliche Intelligenz bleibt weiterhin relevant.
Überbetriebliche Lehre als bedeutendes Bildungsangebot
Im Bereich der Ausbildung von Lehrlingen schließen die BFIs eine zentrale Lücke in der österreichischen Bildungslandschaft: Immer weniger Betriebe bilden Lehrlinge aus. Für jene Jugendlichen, die keine Ausbildungsstätte in Betrieben finden, bieten die BFIs eine Alternative. Im Rahmen der überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA) konnten im vergangenen Jahr in 89 Berufen 2.933 Ausbildungsplätze angeboten werden. In den Werkmeisterschulen der BFIs wurden im Jahr 2025 an 14 Standorten in 10 Fachrichtungen Personen in technischen Berufen ausgebildet. Für Gerald Strobel sind diese und weitere Ausbildungsangebote der BFIs eine Win-Win Situation: „Klar ist, dass die Wirtschaft in Österreich gut ausgebildetes Personal benötigt. Uns ist aber auch wichtig, dass junge Menschen in Österreich den Beruf erlernen können, den sie wollen. Denn gute Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten sind Teil eines selbstbestimmten Lebens.“
- Inflation 2025 mit 3,6 % höher als im Vorjahr
- Arbeitslose, Arbeitssuchende - STATISTIK AUSTRIA - Die Informationsmanager
- Immer weniger Betriebe bilden Lehrlinge aus - Wirtschaftspolitik - derStandard.at › Wirtschaft
Verwandte Artikel
![]()
„Selbstbestimmt Frau sein“: Bildungsprojekt stärkt Frauen in der Oststeierm
Mit dem Projekt „Selbstbestimmt Frau sein“ stärkt, vernetzt und fördert der „AndersOrt Haus der Frauen“ in St. Johann bei Herberstein von März bis Dezember 2026 Frauen im ländlichen Raum. Erste Erfahrungen aus der Umsetzung zeigen Erfolge und Herausforderungen.![]()
ifdp-Jahrestagung: „Wer nicht lernt, wird gelenkt“
Wie befähigt Bildung zur digitalen Mitgestaltung? Die dritte ifdp-Jahrestagung am 15. Oktober 2026 in Wien beleuchtete digitale Mündigkeit, gesellschaftlichen Wandel und die Zukunft des lebensbegleitenden Lernens.![]()
Gemeinwesenarbeit und Frieden: Rückblick auf die GWA-Tagung 2026
Wie gelingt ein gewaltfreier Umgang mit Konflikten? Die 47. Tagung Gemeinwesenarbeit am bifeb verband Friedensforschung, Zukünftebildung und Erfahrungen aus zehn Projekten und Initiativen.![]()
Neuer Zertifikatslehrgang für ehrenamtliche Bildungswerkleitungen
Wie lässt sich ehrenamtliches Engagement sichtbar machen und für die persönliche wie berufliche Entwicklung nutzen? Das Salzburger Bildungswerk hat ein neues Zertifizierungsprogramm für ehrenamtliche Bildungswerkleitungen entwickelt.![]()
KEBÖ-Jahrestagung 2026: Zukunft lernen
Im Rahmen der KEBÖ-Jahrestagung 2026 wurde diskutiert, welche Rahmenbedingungen Lebenslanges Lernen künftig braucht und welche Rolle Erwachsenenbildung für Teilhabe, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt spielt.![]()
Wie bleiben wir im Gespräch?
Wie lassen sich Differenzen konstruktiv besprechen und Ambivalenzen aushalten? Ein Workshop des Österreichischen Instituts für Erwachsenenbildung am 23. November in St. Pölten beschäftigt sich mit dem Beitrag der Erwachsenenbildung angesichts gesellschaftlicher Polarisierung.





