Methoden für die Bildungsarbeit mit älteren Lernenden
Solveig Haring, selbständige Wissenschafterin mit Spezialgebiet Gerontologie, und Herta Bacher, Erwachsenenbildnerin mit langjähriger Erfahrung, zeigen u.a. durch Aussagen von Teilnehmenden, an welchen Stellen man gezielt ansetzen sollte. Im Rahmen der BMASK Offensive "Bildung im Alter - Lebenslangen Lernen" haben die beiden einen Didaktik-Leitfaden für die Bildungsarbeit mit älteren Menschen verfasst. Als Ergänzung zum Leitfaden gibt es ein ausführliches Methoden-Handbuch in dem PraktikerInnen Ideen für die Gestaltung der Lernangebote finden können. Auch audio-visuelle Materialien liegen in Form einer DVD inzwischen vor. Sie enthält fünf Beispielfilme und kann beim BMASK kostenlos bestellt werden.
Teilnehmende wollen aktiv sein
Die Altersgruppe ab 50 interessiert sich u.a. für Technik im Haushalt, Gartengestaltung, Gesundheitsprävention. Aber auch der Umgang mit neuen Medien oder digitaler Fotografie ist sehr beliebt. „Sie wollen beweglich sein, sie wollen ihr Gedächtnis trainieren, sie wollen den Lebensalltag besser bewältigen können (…) und sie wollen in Kommunikation bleiben“ , heißt es in dem Leitfaden.
Für PraktikerInnen empfehlen Haring und Bacher, die Lebenserfahrung der Teilnehmenden zu nutzen. Durch Beachtung des Lebensumfelds und der Biografie kann die Lust am Lernen gefördert werden. „Eine große Herausforderung ist es, Lernerfahrungen hervorzurufen durch die die Lernenden ihre Lebensqualität verbessern und die Teilhabechancen erhöhen können.“ Die Aussagen in den Interviews der Teilnehmenden zeigen auch, wie wichtig eine Sensibilisierung für die Thematik von Alter und Altern ist.
So zielen Methoden wie "Symbolische Jahreszeiten"darauf ab, anhand der Metapher 'Jahreszeit' Veränderungen der eigenen Biografie zu erforschen. Ziel ist es positive Perspektiven zu entwickeln, indem Listen erstellt werden mit Gefühlen des Vergehens ebenso wie mit Einstellungen für die Zukunft. Danach wird ein Text zu einem der Gefühle verfasst und gemeinsam besprochen um biografische Veränderungen zu reflektieren.
Hauptaufgabe der PraktikerInnen ist beraten und unterstützen
Der Studie folgend sollten PraktikerInnen ihre eigene Rolle reflektieren. Dabei wird empfohlen, eigene Erwartungen zu überdenken oder Stereotype abzubauen. Die beiden Autorinnen streichen in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit personaler Kompetenzen hervor. Gerade weil bei älteren Lernenden weniger inhaltliche Anleitung, sondern mehr Lernprozessbegleitung gefragt ist, rücken persönliche Haltungen von Lehrenden, deren Authentizität und ein differenziertes Verhältnis zum eigenen Alter(n) ins Zentrum der Anforderungen. All das fliesst in die Lernbegleitung und Beratung mit ein.
Ein gleichberechtigter Zugang zu Bildungsangeboten wird angestrebt
Das BMASK verfolgt Forschungen und Modellprojekte mit dem Ziel der gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen durch den gleichberechtigten Zugang zu Bildungsangeboten. Der Didaktik Leitfaden und das Methoden Handbuch fügen sich in diese Aktivitäten ein und leisten einen Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis.
Verwandte Artikel
![]()
Praxisleitfaden: Digitalkompetenz-Trainings wirkungsvoll gestalten
Es ist eine hohe Kunst, Einsteiger*innen beim digitalen Kompetenzerwerb zu begleiten und qualitätsvolle Bildungsangebote für sie umzusetzen. Ein Leitfaden des Institut CONEDU für Trainer*innen und Bildungsmanager*innen unterstützt dabei.![Frau erklärt vor einer Wand mit aufgepinnten Buchblättern.]()
Wie der Froschkönig das österreichische Recht erklärt
Uli Zimmermann, Kursleiterin an der VHS Wien, hat für den Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ Unterrichtsmaterialien rund um das österreichische Recht entwickelt und erhielt dafür den Ludo-Hartmann-Preis.![Das Bild zeigt, wie eine Beraterin und eine Ratsuchende an einem Tisch sitzen und miteinander sprechen.]()
Was zählt für mich beruflich? Den roten Faden im Berufsleben finden
In der Bildungsberatung Niederösterreich unterstützt das „Career Construction Interview“ dabei, Ratsuchende gezielt in ihrer Laufbahnentwicklung zu begleiten. Dafür holten sich die Berater*innen fachlichen Input aus der Schweiz.![]()
"Erwachsenenbildung ist politisch am wenigsten sichtbar"
Elke Gruber im Interview zur Emeritierung: über ihren außergewöhnlichen Bildungsweg, das Window of Opportunity der 2000er-Jahre und darüber, warum Erwachsenenbildung heute klarer denn je positioniert werden muss.![]()
Bildung im Alter: Potenziale und Teilhabe nach dem Berufsleben
Der Verein Salzburger Erwachsenenbildung fördert und unterstützt mit dem Lehrgang „Aktiv im Alter“ die aktive gesellschaftliche Teilhabe von Menschen 60+. 2026 findet dieser zum siebten Mal statt.![DISKIT Digital Skills Trainer]()
Sommer genießen und Termine sichern: Webinare für Trainer-KI-Kompetenz
Viele nutzen KI, aber oft unreflektiert – die Erwachsenenbildung soll Abhilfe schaffen. Das nötige Knowhow für Trainer*innen liefert ein kostenloses Webinarprogramm im Herbst – gleich Termine reservieren!


_Rosemarie_Winkler.webp)


