Praxishandbuch stärkt zivilgesellschaftliches Engagement
Viele zivilgesellschaftliche Initiativen entstehen aus einem konkreten Unterstützungsbedarf. Gerade seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben engagierte Ukrainer:innen in vielen europäischen Ländern selbstorganisierte Netzwerke aufgebaut, die Geflüchtete beim Ankommen begleiten und wichtige Integrationsarbeit leisten. Aus anfänglicher Nachbarschaftshilfe sind vielerorts langfristige Initiativen entstanden.
Mit zunehmender Verantwortung wachsen jedoch auch die Anforderungen. Fragen zu Projektplanung, Finanzierung, Organisationsentwicklung oder Teamkoordination stellen viele ehrenamtlich Engagierte vor neue Herausforderungen. Bildungsangebote können hier einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie praxisnahes Wissen vermitteln und die nachhaltige Entwicklung zivilgesellschaftlicher Initiativen unterstützen.
Ein Handbuch für die Praxis
Vor diesem Hintergrund wurde im Erasmus+-Projekt EntreCivil ein Praxishandbuch entwickelt. Es bündelt die Erfahrungen aus der länderübergreifenden Bedarfserhebung, den Pilotworkshops sowie der Zusammenarbeit mit engagierten Ukrainer:innen in Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz. Das Handbuch richtet sich an Engagierte, Multiplikator:innen sowie Einrichtungen der Erwachsenenbildung und bietet Materialien, die unmittelbar in Workshops oder zum Selbstlernen eingesetzt werden können.
Im Mittelpunkt stehen praxisorientierte Methoden und leicht anwendbare Werkzeuge, die Initiativen bei ihrer Weiterentwicklung unterstützen. Die Inhalte reichen von der Analyse gesellschaftlicher Herausforderungen über Projektentwicklung und Finanzierung bis hin zu Organisationsaufbau, Kommunikation, Vernetzung sowie Selbstmanagement und Resilienz.
Zahlreiche Übungen, Reflexionsfragen, Checklisten und Best-Practice-Beispiele erleichtern den Transfer in die eigene Praxis. Gleichzeitig verfolgt das Handbuch einen partizipativen Lernansatz: Peer-Learning, gemeinsames Reflektieren und der Austausch eigener Erfahrungen sind zentrale Bestandteile der vorgestellten Methoden.
Ein besonderes Merkmal des Praxishandbuchs ist die enge Verbindung mit der im Projekt entwickelten KI-Plattform „Nadiya“ (ukrainisch für „Hoffnung“). Das Handbuch enthält praktische Anleitungen für den Einsatz der KI und zeigt, wie sie Engagierte bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Initiativen unterstützen kann. Nutzer:innen können Inhalte interaktiv vertiefen, individuelle Fragen stellen oder sich Methoden und Materialien in verschiedenen Sprachen erklären und übersetzen lassen. Damit wird das Praxishandbuch zu einer flexibel nutzbaren Lernressource, die selbstgesteuertes Lernen fördert und den Zugang zu den Projektinhalten unabhängig von Sprachbarrieren erleichtert.
Länderübergreifender Austausch von Ergebnissen und Erfahrungen
Zum Abschluss des Erasmus+-Projekts lädt das Projektkonsortium am 4. September 2026 zur Abschlussveranstaltung in Wien ein.
Dabei werden zentrale Projektergebnisse präsentiert – von den Erkenntnissen der länderübergreifenden Bedarfserhebung über die Erfahrungen aus den Workshops bis hin zum neuen Praxishandbuch und weiteren entwickelten Tools. Darüber hinaus geben die Projektpartner aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz Einblicke in ihre Erfahrungen und Learnings aus der Projektumsetzung. Der gemeinsame Austausch bietet Raum, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und darüber zu diskutieren, wie zivilgesellschaftliches Engagement auch über nationale Kontexte hinweg nachhaltig gestärkt werden kann.
Die Veranstaltung findet hybrid statt. Neben der Teilnahme vor Ort in Wien ist auch eine Online-Teilnahme möglich, sodass Engagierte und Interessierte aus anderen Ländern die Projektergebnisse verfolgen und sich am Austausch beteiligen können. Weitere Infos & Anmeldung dazu sind im SaveTheDate zu finden.
- EntreCivil_SaveTheDate_Abschlussevent_Wien.pdf
- EntreCivil_Praxishandbuch-zur-Professionalisierung-zivilgesellschaftlichen-Engagements.pdf
- KI "Nadiya" - Ihre digitale Unterstützerin (Beta Version)
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors/der Autorin bzw. der Autor:innen und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.
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