Call for Papers: Utopien und Erwachsenenbildung

13.11.2025, Text: Katrin Sarembe-Dreßler (bifeb), Redaktion: Redaktion/CONEDU
Die 58. Ausgabe des „Magazin erwachsenenbildung.at“ beschäftigt sich mit Utopien in der Erwachsenenbildung. Interessierte können ihre Beiträge bis 21. Mai 2026 einreichen.
Grafik: CC BY, Institut CONEDU / Schnepfleitner, auf erwachsenenbildung.at

Utopien gewinnen immer dann an Bedeutung, wenn das aktuelle Leben der Menschen brüchig wird und multiple Krisen das Gemeinwesen bedrohen. Gegenwärtig erleben wir eine Verdichtung von Krisen, die soziale, politische und individuelle Sicherheiten herausfordern. Gerade in solchen Zeiten können Utopien Orientierung bieten in den Fragen, wie wir als Einzelne leben, als Gesellschaft zusammenleben und lernen wollen. Sie bieten wertvolle Anknüpfungspunkte für Lernprozesse, die Orientierung, Austausch und Beteiligung fördern.

In der Erwachsenenbildung wird diese utopische Dimension besonders spürbar: Verschiedene Lebenswege, Krisenerfahrungen und Zukunftsbilder treffen hier aufeinander. Bildung schafft Räume, in denen das Unmögliche denkbar und das Denkbare umsetzbar wird. Zugleich zeigen Bildungsutopien, dass Vorstellungen vom guten Leben und Lernen eng verbunden sind – und dass manche Utopien gescheitert oder überholt sind.

Elke Gruber (Universität Graz) und Julia Schindler (Universität Innsbruck) rufen dazu auf, den utopischen Aspekten und Elementen in der Bildungsarbeit nachzugehen.

Fragestellungen und mögliche Themenfelder der Ausgabe:

  • Was können heutige Bildungsakteur*innen aus historischen Utopien und visionären Lernentwürfen lernen, und wie wirken diese in der Gegenwart fort?
  • Wo verlaufen die Bruchlinien zwischen Utopie und Dystopie? Wie kann Bildung dazu beitragen, utopische Impulse kritisch zu reflektieren – ohne sie zu ersticken?
  • Für wen: Utopien sind nie neutral, sie entstehen immer aus bestimmten Perspektiven, Machtverhältnissen oder Interessen. Wie könnten dabei Lernprozesse dazu beitragen, unterschiedliche Zukunftsvorstellungen nebeneinander zu denken?
  • Wodurch kennzeichnet sich die pädagogische Haltung von Erwachsenenbildner*innen, wenn sie das, was noch nicht möglich ist, für umsetzbar halten?
  • Wie zeigt sich das Utopische in der Praxis? Beispiele aus der praktischen Erwachsenenbildung können eine Ahnung davon geben, wie Lernen oder Leben in der Zukunft aussehen könnte.
  • Ansätze politischer Bildung können verdeutlichen, wie utopisches Denken und demokratische Praxis ineinandergreifen. Welche Beiträge kann Erwachsenenbildung zu einem zukunftsfähigen Gemeinwesen leisten?

Einreichung und redaktioneller Ablauf

Interessierte können Beiträge bis 21. Mai 2026 in folgenden Rubriken übermitteln: Thema, Standpunkt, Praxis, Porträt und Kurz vorgestellt. Die Redaktion empfiehlt vor einer Einreichung Kontakt aufzunehmen, um sich über die geplante Einreichung mit Redaktion und Herausgeber*innen abzustimmen. Alle Einreichungen werden einem Review unterzogen und bei Aufnahme in die Ausgabe lektoriert.

Weitere Informationen: 
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