Welche Rolle spielt die KI in der Bildungs- und Berufsberatung?
Wie kann Bildungs- und Berufsberatung Menschen dabei unterstützen, sich in einer sich wandelnden Welt zu orientieren? Welche Kompetenzen brauchen Beraterinnen und Berater braucht Beratung, um gesellschaftliche Transformationsprozesse mitzugestalten – und welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz? Diese Fragen standen im Zentrum der 7. Tagung „Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung“, die am 24. und 25. April 2025 am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) stattfand.
Unter dem Titel „Navigieren in der Zukunft: Zwischen Algorithmus und Intuition – Die neue Ära der Bildungs- und Berufsberatung“ trafen sich rund 80 Expertinnen und Experten aus Österreich, Deutschland und Luxemburg, um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven in der Bildungs- und Berufsberatung zu diskutieren.
Conclusio: Weiterbildung, Austausch und Zeit für sicheren Umgang mit KI nötig
Als roter Faden zog sich durch alle Vorträge die Betonung, dass KI kein Ersatz, sondern ein Erweiterungswerkzeug ist und KI-Tools Beraterinnen und Berater in ihrer Arbeit unterstützen können, wenn sie damit kompetent umgehen. Es braucht Weiterbildung, Austausch und Zeit, um Sicherheit im Umgang mit neuen Technologien zu entwickeln, und es braucht eine gemeinsame Verständigung innerhalb der Gesellschaft darüber, wo KI sinnvoll unterstützt und wo sie nicht eingesetzt werden darf.
Bildungs- und Berufsberatung hat eine Schlüsselrolle in Transformationsprozessen
Die Tagung hat deutlich gemacht: Bildungs- und Berufsberatung spielt eine Schlüsselrolle in der sozial-ökologischen und digitalen Transformation. Sie hilft Menschen, sich zu orientieren, Chancen zu erkennen und neue Wege zu gehen – wenn sie mutig, lernoffen und gut vernetzt agieren.
Künstliche Intelligenz eröffnet dabei neue Möglichkeiten, erfordert aber auch ein kritisches Bewusstsein, neue Kompetenzen und klare ethische Leitlinien.
Themenschwerpunkt: Künstliche Intelligenz in der Beratung
Ein zentrales Thema war der Einfluss künstlicher Intelligenz (KI) auf die Bildungs- und Berufsberatung. Julia Eisner (FH Wr. Neustadt) eröffnete die Tagung mit ihrer Keynote über eine kritische Reflexion zur Rolle von KI als Werkzeug, das einen intelligenten Umgang erfordert, aber menschliche Fähigkeiten voraussetzt. Sie betonte die Wichtigkeit von Demokratiebildung und Diversität, insbesondere im Technikbereich.
Studien zeigen: Soziale Ungleichheiten werden durch digitale Entwicklungen verstärkt
Anschließend beleuchtete Manuela Grünangerl (Universität Salzburg) digitale Ungleichheiten aus soziologischer Perspektive. Ihre Datenanalyse der Studien „Digital Skills Austria 2022 bis 2024“ zeigte, dass bestehende soziale Ungleichheiten durch digitale Entwicklungen eher verstärkt als abgebaut werden. Sie hob besonders die Bedeutung kritischer Medienkompetenz hervor.
Augmentierte Beratung im Fokus
Am zweiten Tag stand die mögliche Zukunft augmentierter Beratung im Zentrum. Peter Weber (Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Mannheim) zeigte in seiner Keynote, wie KI-basierte Systeme als Reflexionspartner oder Gesprächsbegleitung in der Beratung eingesetzt werden könnten. Er präsentierte ein laufendes Projekt zur Entwicklung eines KI-Prototyps für die Berufsberatung.
Zentrale Erkenntnisse der Tagung
- KI erfordert kritische Kompetenzen: Technik muss aktiv und verantwortungsvoll gestaltet werden.
- Digitale Ungleichheiten adressieren: Medienbildung und offene Zugänge sind essenziell.
- Beratung weiterdenken: KI ergänzt, ersetzt jedoch nicht die menschliche Beratung.
- Langfristige Perspektiven: Regulierung, Ausbildung und gesellschaftlicher Diskurs entscheiden über den nachhaltigen Einsatz von KI.
Austausch, Praxis und Fazit
In Foren und Workshops diskutierten die Teilnehmenden praktische Ansätze, innovative Tools und neue Beratungsformate. Der informelle Austausch wurde durch kreative Programmpunkte und Qigong ergänzt.
Vorankündigung 8. Tagung Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung
Die 8. Tagung „Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung“ findet am 22. und 23. April 2027 am bifeb statt.
- Umfassende Dokumentation der Tagung und Auswahl an Bildern auf der Website des bifeb
- Programmbereich Bildungs- und Berufsberatung des bifeb
Verwandte Artikel
![]()
Formatentwicklung mit KI: Erasmus+ Projekt entwickelt Lernstrecke
Ziel des Projekts von CONEDU, Qua-LiS NRW und AEWB ist ein kostenloser Selbstlernkurs für Erwachsenenbildner*innen, der zeigt, wie man digitale Lernformate mit KI-Unterstützung entwickelt.![Das Bild zeigt, wie eine Beraterin und eine Ratsuchende an einem Tisch sitzen und miteinander sprechen.]()
Was zählt für mich beruflich? Den roten Faden im Berufsleben finden
In der Bildungsberatung Niederösterreich unterstützt das „Career Construction Interview“ dabei, Ratsuchende gezielt in ihrer Laufbahnentwicklung zu begleiten. Dafür holten sich die Berater*innen fachlichen Input aus der Schweiz.![]()
Vom Leerstand zum Bildungsort – das DUADO in Werfenweng
In einem alten Mesnerhaus ist ein Ort entstanden, der Bildung und Gemeinschaft verbindet: das DUADO. Die Initiator*innen geben im Interview Einblick in die Entstehung, zu der die "Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk" beitrug.![]()
Call for Papers: Utopien und Erwachsenenbildung
Die 58. Ausgabe des „Magazin erwachsenenbildung.at“ beschäftigt sich mit Utopien in der Erwachsenenbildung. Interessierte können ihre Beiträge bis 21. Mai 2026 einreichen.![Kassettenrekroder auf gelben Hintergrund]()
19 Nominierungen für den Radiopreis der Erwachsenenbildung
Die KEBÖ-Verbände vergeben den 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung. Aus 169 eingereichten Sendungen wurden 19 Beiträge in fünf Sparten nominiert.![]()
Global Education Week widmet sich einer friedlichen Zukunft
Die Global Education Week steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hope in Action – Shaping a just, peaceful and sustainable future“. Workshops und Beiträge fördern Engagement für globale Gerechtigkeit, Solidarität und Nachhaltigkeit.

_Rosemarie_Winkler.webp)



