KI in der Formatentwicklung – Umfrage zeigt Lernbedarf
Wer digitale Bildungsformate entwickelt, steht vor komplexen Anforderungen: Zielgruppenpassung, didaktische Tragfähigkeit und praktische Umsetzbarkeit müssen vereint werden. Doch wie schätzen Erwachsenenbildner:innen diese Aufgabe ein und welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz? Im März 2026 haben die Partner des Erasmus+-Projekts FAIR über 200 Praktiker:innen aus Deutschland und Österreich befragt, darunter pädagogische Mitarbeitende, Lehrende und Einrichtungsleitungen.
44% der Befragten kennen das Flipped-Classroom-Konzept nicht
Die Umfrage offenbart: Formatentwicklung ist für viele eine Nebentätigkeit. Fast die Hälfte der Befragten widmet sich nur teilweise diesem Aufgabenbereich, nur 4 % sind ausschließlich damit betraut. Zeitmangel ist dabei die größte Hürde – für Recherche, Planung und Testphasen bleibt kaum Raum. Hinzu kommen Unsicherheiten bei Datenschutz und Urheberrecht.
Trotzdem sind digitale Formate für viele längst Alltag: Besonders vertraut sind Live-Online-Seminare, hybride Angebote und Selbstlernkurse. Weniger bekannt sind das Flipped-Classroom-Konzept und Micro-Learning, die jeweils 44 % der Befragten nicht kennen. Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) sind zwar dem Namen nach bekannt, werden aber kaum umgesetzt.
Inspiration für neue Format-Ideen kommt vor allem aus Fortbildungen, kollegialem Austausch, Good-Practice-Beispielen im Netz und KI, die bereits 38 % als Quelle nutzen.
Befragte sehen größtes Potenzial von KI beim Erstellen von Lernmaterial
Besonders bei zeitintensiven Schritten wünschen sich die Befragten Unterstützung. Aber nicht für alle davon wurde das Potenzial von KI gleichermaßen erkannt. Der größte Nutzen von KI wird bei Aufgaben identifiziert, wo Inhalte formuliert, strukturiert und vorbereitet werden sollen wie etwa bei der Materialerstellung, Formulierung von Lernzielen, Methodenauswahl und beim Medieneinsatz.
42 % der Befragten nutzen KI-Tools bereits wöchentlich, weitere 31 % monatlich. Nur ein kleiner Teil von 3 % hat bisher kein Interesse an der Nutzung von KI.
Dennoch gibt es noch Unsicherheiten, wenn es um den gezielten Einsatz geht: Viele fragen sich, welche Tools für ihre Zwecke am besten geeignet sind, wie KI datenschutzkonform eingesetzt werden kann und wie man wirksame Prompts formuliert, um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen.
FAIR-Lernstrecke: Praxiswissen für alle
Die Umfrageergebnisse fließen direkt in einen kostenlosen Online-Selbstlernkurs ein, den CONEDU, Qua-LiS NRW und AEWB gemeinsam entwickeln. Der Kurs wird noch 2026 auf Deutsch und Englisch erscheinen und bietet barrierearme, offen lizenzierte Inhalte sowie Praxistipps zur KI-gestützten Formatentwicklung. Der Kurs wird im Rahmen des Projekts FAIR umgesetzt.
Über das Projekt FAIR
Im Projekt FAIR – Formatentwicklung in der Erwachsenenbildung mit KI entwickeln das Institut CONEDU, AEWB - Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung und QUA-LiS - Qualitäts- und UnterstützungsAgentur / Landesinstitut für Schule einen Online-Selbstlernkurs für Erwachsenenbildner:innen, die digitale Bildungsformate mit KI-Unterstützung gestalten möchten. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission / Erasmus+ gefördert und läuft vom 1. Dezember 2025 bis 28. Februar 2027.
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Förderhinweis
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.
Erasmus+, KA210-ADU – Small-scale partnerships in adult education, Projektnummer: 2025-1-AT01-KA210-ADU-000358494, Nationalagentur: AT01 – OeAD GmbH

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