#ebcamp26: Zwei Tage Austausch über Digitalisierung in der EB
Das #ebcamp bietet einmal pro Jahr kostenlos einen offenen Raum, ähnlich dem Open Space, ohne festgelegte Vortragende und Workshops, der Erwachsenenbildner*innen und Interessierten erlaubt, flexibel über aktuelle Fragen zu diskutieren und Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen. Auch die Vernetzung kommt dabei nicht zu kurz. Welche Themen auf die Agenda kommen, bestimmen die Teilnehmenden zu Beginn der Veranstaltung selbst.
Zwischen KI-Euphorie und Bildungsauftrag: Wohin entwickelt sich die Erwachsenenbildung?
Ein zentrales Thema des diesjährigen Barcamps war die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Erwachsenenbildung. Diskutiert wurde, wie Bildungseinrichtungen auf den steigenden Bedarf an KI-Kompetenzvermittlung reagieren können und welche Aufgaben der Erwachsenenbildung auch in Zukunft vorbehalten bleiben werden. Mehrfach wurde betont, dass Begegnung, Reflexion, kritische Medienkompetenz und didaktische Qualität trotz zunehmender Automatisierung wichtige Elemente bleiben werden.
Weitere Sessions beschäftigten sich damit, wie sich zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikationsmuster durch KI verändern oder welchen Einfluss die Digitalisierung auf gesellschaftliche Verhaltensmuster hat (zB Content vs. Selbstschutz).
Lernen neu denken: Motivation, Didaktik und digitale Lernräume
Auch didaktische Fragestellungen standen im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem barrierefreies Online-Lernen, asynchrone Selbstlernkurse sowie Blended-Learning-Modelle. Dabei ging es um Motivation als Schlüssel zum Lernerfolg, unterschiedliche Lernzugänge und die Gestaltung von Online-Kursen. Interesse galt zudem den sogenannten „Learning Buddies“ und KI-gestützten Agentensystemen. Im Austausch wurde deutlich, dass viele Trainerinnen und Trainer Chancen in unterstützenden KI-Systemen sehen, gleichzeitig aber Fragen nach Lernqualität, Verlässlichkeit und Rollenverständnis offenbleiben.
Digitalisierung & Demokratie und mehr
Neben Bildungs- und Technologiethemen rückten auch gesellschaftspolitische Entwicklungen in den Mittelpunkt. Einige Sessions behandelten Demokratiebildung, politische Bildung (Stichwort: „Frieden lernen“), digitale Bürger*innenbeteiligung sowie Beispiele aus kommunaler Innovationsarbeit.
Diskutiert wurden außerdem Herausforderungen im Bereich Führung und Digitalisierung, Identitätsentwicklung ab der Lebensmitte, Kryptowährungen oder auch die Umsetzung von SEO (Search Engine Optimization)/GEO (Generative Engine Optimization). Die Themenvielfalt zeigte, wie breit das Spektrum an Fragestellungen ist, mit denen sich die Erwachsenenbildung derzeit beschäftigt.
Moderation und Teilnahme am #ebcamp26
Moderiert wurde die Veranstaltung, wie schon in den Vorjahren, von Gaby Filzmoser und Bianca Baumgartner von der ARGE Bildungshäuser Österreich (Mitglied der KEBÖ). John Evers, Vorsitzender der KEBÖ, begrüßte die Runde. Rund 45 Teilnehmende aus fünf Ländern – überwiegend aus Österreich und Deutschland – beteiligten sich an der Veranstaltung. Auch aus Frankreich, Polen und Kroatien gab es Zuschaltungen. Besonders erfreulich war die große Kontinuität innerhalb der Community: Viele Teilnehmende sind seit Jahren „Stammgäste“ – gleichzeitig werden jedes Jahr Barcamp-Neulinge willkommen geheißen. Dass das #ebcamp auch nach mehreren Jahren nichts an Relevanz und Beliebtheit verloren hat, zeigte sich nicht zuletzt an den stabilen Anmeldezahlen sowie einem sehr positiven Feedback. Zitat zweier Teilnehmender: „Das beste Online-Barcamp, bei dem ich je war.“
Ausblick #ebcamp27
Das Organisationsteam freut sich bereits auf das nächste #ebcamp, das von 11.–12. Mai 2027 stattfinden wird. In der Zwischenzeit finden sich die Session-Protokolle aller bisher stattgefundenen #ebcamps auf der Infoseite des bifeb zum Schmökern. Mit ihnen ist über die Zeit ein umfangreicher Wissens- und Erfahrungsschatz rund um Digitalisierung in der Erwachsenenbildung entstanden, der weit über die Veranstaltungstage hinaus genutzt werden kann.
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