Neu im Magazin: Chancen und Risiken von KI in der Erwachsenenbildung
Die Ausgabe 55 des Magazin erwachsenenbildung.at mit dem Titel „Künstliche Intelligenz und Erwachsenenbildung“ widmet sich dem Einsatz von KI in der Erwachsenenbildung. Laut der Sonderausgabe 2024 des Digital Skills Barometer zu KI überschätzen die meisten der 2.000 befragten Österreicher*innen ihre KI-Kompetenzen. Ihr Anwendungswissen ist dabei besser ausgeprägt als ihr Verständnis von Risiken und Nutzen. Wer jedoch mit KI erfolgreich arbeiten und lernen will, braucht mehr als Anwendungswissen, so die Autor*innen in der Ausgabe 55 des „Magazin erwachsenenbildung.at“. Nur wer versteht, wie KI funktioniert und sie kritisch reflektiert, kann das Potenzial von adaptivem Lernen, Empfehlungssystemen oder KI-basierten Werkzeugen ausschöpfen.
KI-Kurse setzen zu stark auf Anwendung – Grundlagen fehlen
Die Mehrheit der aktuellen KI-Kursangebote der deutschen Volkshochschulen fokussiert auf direkte Anwendung. 585 VHS-Kurse hat Falk Scheidig dazu analysiert. Die Ergebnisse stellt er in seinem Beitrag „Künstliche Intelligenz als Thema der Erwachsenenbildung“ vor. Tatsächlich behandeln 69% der Angebote konkrete Anwendungen. Reflexion, ethische Fragen und kritisches Denken bleiben dabei meist außen vor.
Kritisch mit KI umgehen: Digitale Urteilskraft fördern
Die Trainingsdaten generativer KI sind häufig unausgewogen und berücksichtigen soziale und ethische Kontexte zu wenig. Deshalb ist es wichtig, KI-Outputs kritisch zu hinterfragen. In seinem Beitrag „Künstliche Intelligenz in der Bildung: erhöhte Relevanz digital-reflexiver Urteilskraft“ erläutert Andreas Schreier den Kern Künstlicher Intelligenz in Form von regelbasierter Mustererkennung in Datensätzen. Er zeigt auf, wie sich menschliche Intelligenz davon unterscheidet und wie entscheidend das menschliche Urteil im Hinblick auf die Risiken von KI-Anwendungen ist.
Ganzheitliche KI-Kompetenz: Anwendung, Verstehen, Reflektieren
In ihrem Beitrag „KI-Kompetenzen fundiert vermitteln: Empfehlungen für die Bildungspraxis“ präsentieren Birgit Aschemann, Miriam Klampferer, Karin Lamprecht und Gunter Schüßler digitale und analoge Methoden, mit denen Lernende beispielsweise den sinnvollen Einsatz von Chatbots, die Grundlagen des maschinellen Lernens oder die Funktionsweise von Sprachmodelle verstehen lernen. Anhand konkreter Beispiele zeigen die Autor*innen auf, wie Vorurteile (Bias) und Effekte wie Anthropomorphismus das Arbeiten und Lernen mit Künstlicher Intelligenz beeinflussen können – und warum eine ganzheitliche KI-Kompetenz deshalb unverzichtbar ist. Was unter ganzheitlicher KI-Kompetenz zu verstehen ist, erläutern sie praxisnah anhand von neun konkreten Empfehlungen.
Praxisbeispiel: Reflektierter KI-Einsatz in der Hochschullehre
Joschua B. Wilhelm beschreibt in seinem Beitrag „Ein Praxisbericht aus der Hochschullehre für zukünftige Erwachsenenbildner*innen“ die Entwicklung eines detaillierten Seminarkonzepts. Auf Basis der zukünftigen Berufswünsche der Teilnehmenden setzte der Autor unterschiedliche generative KI ein und erarbeitete aufgrund der Erfahrungen mit mehreren Lerngruppen ein didaktisches Vorgehen, das Anwendungswissen, Funktionsverständnis und Reflexion von KI beinhaltet.
Immer neue KI-Begriffe – was hat das mit Bildung zu tun?
Die Mitherausgeberin der Ausgabe Julia Schindler nimmt die dynamische Entwicklung der Fachsprache im Bereich KI und Bildung zum Anlass, die verwendeten Fachbegriffe dieser Ausgabe in einem umfangreichen Glossar kompakt zu erklären und kritisch zu diskutieren. Sie thematisiert die Auswirkungen von KI auf didaktische Konzepte, auf individuelle Lernmöglichkeiten oder auf gesellschaftliche Teilhabe.
KI verändert Bildung – und Gesellschaft
Im Editorial formulieren Matthias Rohs (Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau) und Julia Schindler (Universität Innsbruck) gesellschaftliche Folgen und ethische Fragen von KI im Bildungsbereich: Welchen Wert hat zukünftig der persönliche Kontakt im Lernprozess? Wie werden persönliche Lernbiografien oder Lernwiderstände berücksichtigt? Wo findet eine demokratiefördernde Auseinandersetzung mit Lerninhalten in Gruppen statt? Wie ist mit sensiblen Daten wie Lernstandsanalysen, Prüfungsergebnissen, Lerntempo oder Lernpräferenzen umzugehen? Wird KI in Zukunft die Bildungsplanung übernehmen? Die Autor*innen zeigen die umfassenden Auswirkungen von KI auf die Bildungslandschaft und benennen damit verbundene Veränderungen für Lehrende, Lernende, Bildungsmanager*innen und politisch Verantwortliche.
Über die 55. Ausgabe des Magazin erwachsenenbildung.at
Die aktuelle Ausgabe mit dem Titel „Künstliche Intelligenz und Erwachsenenbildung“ ist kostenfrei online verfügbar. Herausgeber*innen sind Julia Schindler und Matthias Rohs. In der Ausgabe beschreiben 18Autor*innen in 12 Artikeln Tools und Methoden zum sinnvollen Einsatz von KI, erläutern technische Funktionen, zeigen Kurskonzepte zum Aufbau von KI-Literalität und reflektieren gesellschaftliche Auswirkungen.
Weitere Beiträge der Ausgabe sind:
- Volkshochschulen im KI-Zeitalter: Digitaler Humanismus als Kompass für ganzheitliche Bildung (Doris Vickers und Betina Aumair).
- Begleitung des Denk- und Schreibprozesses durch KI-basierte Werkzeuge (Marina Märzinger).
- Plattformübergreifendes KI-Empfehlungssystem in einem Digitalisierungstraining für Lehrkräfte der Erwachsenenbildung (Carmen Biel und Sonja Klate).
- Adaptives Lernen und Usability im Fokus. Ein E-Learning-Kurs zum Aufbau von KI-Literacy (Daniel Payer und Ronald Worgatsch)
- Rezension von Miriam Klampferer zu: Generative Künstliche Intelligenz. ChatGPT und Co für Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft. Von Sabine Seufert und Siegried Handschuh (Hrsg.).
- Rezension von Stefan Vater zu: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 217, 54. Jg. (Nr. 4): Mythos der Maschine? Künstliche Intelligenz und Gesellschaftskritik. Von Vereinigung zur Kritik der politischen Ökonomie e.v. (Hrsg.).
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