EBSN-Konferenz 2025: Aus PIAAC lernen

09.07.2025, Text: Friederike Schlumm, Level Up – Erwachsenenbildung, Redaktion: Redaktion/CONEDU
Die Konferenz des European Basic Skills Network fand im Juni in Brüssel statt. Schwerpunkt waren die PIAAC-Ergebnisse, was sie für die Basisbildung bedeuten und wie die Erwachsenenbildung den Herausforderungen begegnen kann.
Zoltán Várkonyi, Generalsekretär des EBSN, eröffnete die Konferenz in Brüssel.
Foto: Alle Rechte vorbehalten, EBSN, auf erwachsenenbildung.at

Die diesjährige Konferenz des European Basic Skills Network (EBSN) fand vom 18. – 20. Juni 2025 im politischen Herzen Europas statt. Die belgische Hauptstadt Brüssel ist nicht nur Sitz von fünf verschiedenen Parlamenten, wie wir bei der Stadtführung lernen durften, sondern auch der Freien Universität und des Basisbildungszentrums Ligo, die die Konferenz ausrichteten.

PIAAC-Analysen und mehr

Schwerpunkt des Treffens waren die PIAAC-Ergebnisse (Programme for the International Assessment of Adult Competencies), die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden. In vielen Ländern ist das Niveau der Grundkompetenzen gesunken, in Österreich vor allem hinsichtlich der Lesekompetenzen. Dies ist insbesondere auf einen höheren Anteil an Personen mit niedrigen Lesekompetenzen zurückzuführen, damit wird die Kluft zwischen Personen mit hohen und niedrigen Kompetenzen größer. Beispielhaft wurde dies anhand der flämischen Ergebnisse erläutert, vorgestellt von Bram De Wever von der Universität Gent. Er forscht außerdem zu den Barrieren für die Teilnahme am lebenslangen Lernen, die für die Menschen auf den niedrigen Kompetenzstufen besonders hoch sind.

Vielfältiges Workshop-Programm

Einige Themen konnten in den nachfolgenden Workshops vertieft werden. Dabei ging es unter anderem um die Medienberichterstattung zu den PIAAC-Ergebnissen, Auswertungen des PIAAC-Hintergrundfragebogens und Kooperationen zum Umgang mit den Herausforderungen. Die parallelen Sessions boten außerdem viel Raum, weitere nationale Projekte und europäische Kooperationen vorzustellen und zu diskutieren. Die Vorträge behandelten unter anderem neue Strategien zur Alphabetisierung, Professionalisierung von Trainerinnen und Trainern, arbeitsplatzbezogene Bildung und digitale Innovationen.

Europäische Entwicklungen

Andreea Diana Spiridon von der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission stellte die „Union of Skills“ vor. Die Strategie soll die Wettbewerbsfähigkeit der EU sichern, indem die Grundkompetenzen von Europäerinnen und Europäern gestärkt und Fachkräfte für eine zukunftsfähige Wirtschaft ausgebildet werden. Das Erasmus+-Projekt „Numeracy in Practice“ hat Partner in 11 Ländern. Gemeinsam wurden Materialien für Trainerinnen und Trainer, Bewusstseinsbildung für Alltagsmathematik und Unterrichtsbeispiele erarbeitet. Da mit dem BFI Oberösterreich ein deutschsprachiger Partner involviert war, gibt es viele Materialien auf der Website auch auf Deutsch. Ein im Netzwerk sehr bekannter Verfechter der Bedeutung von Rechenfähigkeiten war Kees Hoogland, der leider nur wenige Tage vor der Konferenz verstorben war. Nach dem Vortrag seiner Kollegin Lonneke Boels von der Fachhochschule Utrecht gab es einen langen Kondolenzapplaus in Anerkennung seines Wirkens.

Aktionsplan für die Basisbildung

In zwei Podiumsdiskussionen wurden die Konferenzworkshops reflektiert und die Europäischen Strategien diskutiert. Maurice de Greef von der Freien Universität Brüssel leitete außerdem im Namen des EBSN-Vorstands die Teilnehmenden dazu an, sich Aktionspläne zum Umgang mit den PIAAC-Ergebnissen zu überlegen. Gemeinsam wurden Vorschläge erarbeitet, wie das EBSN dabei unterstützend wirksam werden kann. Gewünscht wurden mehr Lobbying für die Basisbildung in der EU, eine PIAAC-Forschungsgemeinschaft und gemeinsame Aktivitäten in den Sozialen Medien. So endete die gut organisierte Konferenz, die ihrem diesjährigen Untertitel „From Evidence to Action“ durchaus gerecht werden konnte.

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