BFI-Bildungsstatistik 2023

19.06.2024, Text: Astrid Schratter, BFI
Im Vorjahr führten die Berufsförderungsinstitute in ganz Österreich rund 17.600 Kurse mit mehr als 165.000 Teilnahmen und über zwei Millionen Unterrichtseinheiten durch.
Die Kennzahlen 2023 haben sich gegenüber dem Jahr 2022 verbessert.
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Veränderte Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 konnte der Kursbetrieb wieder ohne Corona-Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Die Aus- und Weiterbildungsangebote in den 145 Bildungszentren und Zweigstellen der BFIs erfreuten sich regen Zulaufs. Die BFIs verzeichneten einen Anstieg der Teilnehmerzahlen an ihren Kursen um über 13.000 Personen im Vergleich zu 2022. Die stark gestiegene Inflation stellte 2023 eine Herausforderung für Unternehmen und Haushalte dar.

Kennzahlen gegenüber 2022 verbessert

2023 haben die BFIs österreichweit 25.220 Bildungsveranstaltungen angeboten, von denen 17.619 stattgefunden haben. Das entspricht einer Realisierungsquote von fast 70%. Sie hat sich gegenüber 2022 verbessert und liegt nun deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 63%. Es wurden 716 Kurse mehr als im Jahr 2022 durchgeführt. Der Wert von vor der Coronapandemie wurde damit abermals übertroffen. Die Anzahl der Teilnahmen konnte gegenüber dem Vorjahr um 8,7% auf 165.431 gesteigert werden. Die Anzahl der Unterrichtseinheiten verringerte sich jedoch um 1,8%, was dem Rückgang bei den vom Arbeitsmarktservice (AMS) beauftragten Schulungsmaßnahmen geschuldet ist. Die Summe von 2.046.419 abgehaltenen Unterrichtseinheiten ist dennoch einzigartig in Österreich. Keine andere österreichische Erwachsenenbildungseinrichtung erreichte eine vergleichbare Anzahl.

Schwerpunkte des Bildungsangebots

Die Unterstützung bei der Vorbereitung auf schulische und berufliche Abschlüsse im zweiten Bildungsweg ist eine Kernkompetenz des BFI. Auf diesen Fachbereich entfielen 22% aller Teilnahmen, ein leichtes Minus von 1% gegenüber 2022. Der Sprachenbereich ist hingegen um zwei Prozentpunkte auf ebenfalls 22% gestiegen. Damit konnte die Anzahl der Teilnehmenden gegenüber dem Vorjahr um fast 7.000 und die Zahl der angebotenen Sprachen um acht erhöht werden. Mit über 36.000 Teilnahmen und Angeboten in 29 verschiedenen Sprachen war das BFI auch 2023 eine der größten Sprachenschulen Österreichs. Wie bereits im Jahr 2022 gab es 2023 im Bereich der vermittlungsunterstützenden Maßnahmen für das AMS einen Rückgang bei den Teilnahmen. Dieser Fachbereich verzeichnete ein Minus von 1% und machte 2023 10% der Teilnahmen aus. Ein Plus von 3.385 Teilnehmenden konnte der Fachbereich Technik/Ökologie/Sicherheit verzeichnen. Damit ist er im Jahr 2023 mit 11% das drittstärkste Teilnahmesegment.

Grafik: Verteilung der Fachbereiche anhand der Anzahl der Teilnahmen im Jahr 2023 (Alle Rechte vorbehalten, BFI Österreich, Fachbereiche 2023)

Trend zu Onlinekursen hält an

Im Jahr 2023 setzte sich der Trend zur Nutzung von Online-Angeboten ungebrochen fort. Daher haben die BFIs dieses Format stark ausgebaut und nahezu 1.500 Onlinekurse angeboten. Dies entspricht einer Steigerung von 37,8% im Vergleich zum Jahr 2022. Die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Onlinekurse ist im Vergleich zum Vorjahr fast um die Hälfte (+47,7%) auf 1.059 angestiegen. Seit 2023 besteht in der zentralen Kursdatenbank des BFI Österreich die Möglichkeit, gezielt nach Online-Angeboten zu suchen. Die Kursdatenbank ermöglicht eine Suche nach Angeboten in allen Fachbereichen und BFI-Standorten in ganz Österreich. Sie wird von den Interessierten sehr gut angenommen, was sich in den wachsenden Zugriffszahlen widerspiegelt.

Schwerpunkt Lehrlingsausbildung

Die BFIs konnten im Jahr 2023 im Rahmen der überbetrieblichen Lehrausbildung 2.968 Ausbildungsplätze in 78 verschiedenen Lehrberufen anbieten und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Berufsausbildung von Jugendlichen. Durch die gute Zusammenarbeit mit dem AMS und zahlreichen Betrieben gelang es häufig, Auszubildende von der überbetrieblichen Lehrausbildung in reguläre Lehrverhältnisse zu bringen. Michael Sturm, Geschäftsführer des BFI Österreich, stellt fest: „Mittlerweile kooperieren immer öfter große Industrieunternehmen wie die voestalpine und Siemens bei ihrer Lehrausbildung mit den BFIs und greifen dabei direkt auf das Schulungs-Know-how in den topausgestatteten technischen Ausbildungszentren der BFIs zurück.“

Mit Qualifizierung gegen Fachkräfteengpässe

Das BFI engagiert sich nicht nur in der Ausbildung von Jugendlichen, sondern bietet auch zahlreiche Möglichkeiten zur Umschulung und Höherqualifizierung von ungelernten Arbeitskräften. Angesichts des eklatanten Personalmangels in den einzelnen Wirtschaftssektoren werden gezielt Aus- und Weiterbildungen konzipiert und angeboten. Sie dienen dazu, die Umsetzung der digitalen und grünen Transformation zu unterstützen. „Mit Ausbildungsinitiativen wie der CODERS.BAY, dem kürzlich eröffneten ersten europäischen Klimaschutz-Ausbildungszentrum oder dem mit dem Staatspreis für Erwachsenenbildung ausgezeichneten Projekt Öko-Booster können die bestehenden Fachkräfteengpässe zumindest gemildert werden“, ist Sturm von der innovativen Kraft dieser Qualifizierungsangebote überzeugt.

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