Gender und Diversity: Tools und Methoden für die Bildungsberatung
Ziel der Publikation ist es, Einblick in die gender- und diversitätsrelevanten Fragestellungen und Anliegen des Bildungsberatungsnetzwerkes Österreich zu ermöglichen und erprobte Tools und Methoden für die Bildungsberatung vorzustellen.
Die Gender und Diversity Brille - Tools für die Bildungsberatung
Die Autorinnen haben verschiedene Methoden und Tools entwickelt, die Einrichtungen der Bildungsberatung für die Querschnittsaufgabe Gender und Diversity nutzen können - wie z.B. die Gender- und Diversity Brille. Sie hat zum Ziel, Aspekte von Diversity und Gender, vorhandene Kompetenzen und Gleichstellungsthemen innerhalb der Bildungsberatungsorganisation sichtbar zu machen. Dazu wird die Gender- und Diversity-Brille aufgesetzt und Themen, die ohnehin gerade bearbeitet werden, durch die Brille betrachtet: Welche Diversitäten sind hier gerade wirkmächtig? Wie können die Ressourcen dieser Diversitäten genutzt werden? Diese und weitere Fragen sind mit Hilfe der Brille zu beantworten.
Die Entwicklung der Tools und Methoden erfolgte auf Basis von Gesprächen mit den österreichweiten Landesnetzwerken und unterschiedlichen Trägerorganisationen der Bildungsberatung Österreich. "Das ist generell unser Zugang, dort andocken zu wollen, wo die Person oder das Unternehmen steht. Was wird gebraucht?" erklärt Projektleiterin Bettina Sturm im ABZ* Blogbeitrag. Leitend für die Entstehung der Tools in dieser Form waren die Themen und Fragen, die daraus entstanden sind - z.B. wie man Gender und Diversity als Querschnittsthema in den Blick nehmen oder wie man mit benachteiligten Zielgruppen ressourcenorientiert arbeiten kann.
Die Gender- und Diversity-Brille (Klick zum Vergrößern)
Grafik: CC BY NC ND ABZ* AUSTRIA
Diversity-Standards als Grundlage
Die Tools und Methoden basieren auf bestimmten Gender- und Diversity-Standards. Das Grundprinzip ist, dass Bildungsberatung Zugang zu Bildung für alle ermöglichen soll - ungeachtet des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, des Alters, der physischen und psychischen Voraussetzungen und der sexuellen Orientierung. Gender und Diversity seien also keine Themen, die man ignorieren könne: "Da merkt man dann, dass es um persönliche Geschichten geht, weil es jede Person betrifft", so Bettina Sturm. Die Gender- und Diversity-Standards beziehen sich dabei sowohl auf die AkteurInnen, den vorhandenen strukturellen Rahmen und die Qualitätsentwicklung und -sicherung des Gesamtsystems Bildungsberatung Österreich.
ABZ* AUSTRIA publizierte die Gender- und Diversity-Standards bereits im Rahmen des Projekts "Bildungsberatung Österreich - Querschnittsthema 2011-2014".
Weitere Aktivitäten geplant
Verschiedene Methoden will man künftig weiter adaptieren und so die Gender- und Diversity-Standards schrittweise implementieren. Die Publikation ist nur der Anfang: "Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist eine ständige Weiterentwicklung. Nur weil man die Broschüre in der Hand hat, heißt das nicht, dass man alles weiß und das Thema abhaken kann", fasst Bettina Sturm zusammen.
Die Broschüre ist im Rahmen der ESF Förderperiode 2015-2017 entstanden. Nach der Publikation "Kompetenzrahmen für Genderstandards in der Bildungsberatung" im Jahr 2010 und den "Gender- und Diversity-Standards in der Bildungsberatung" 2014 sollte mit dieser Broschüre ein weiterer Wegeweiser zur Umsetzung von Gender und Diversity in der Bildungsberatung entstehen.
- Broschüre Gender und Diversity Tools und Methoden
- Blogbeitrag: Gender & Diversity - Bildungsberatung Österreich
- Gender- und Diversity-Standards in der Bildungsberatung
- Kompetenzrahmen für Gender-Standards in der Bildungsberatung
- Projektnetzwerk Bildungsberatung Österreich
- ABZ* AUSTRIA
Erstellung des Artikels gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und des Europäischen Sozialfonds.
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