Das politisch-literarische Quartett
Lesen wir überhaupt? Freilich lesen wir alle täglich eine Menge Sachen – online und auf Papier; Nachrichten, Kommentare, Aufsätze, Krimis, Sachbücher; in der U-Bahn, im Büro oder im Bett ...
Was dabei öfter auf der Strecke bleibt, sind Texte, deren Lektüre Ruhe und gesteigerte Aufmerksamkeit verlangt sowie Wiederholung und Nachsinnen: philosophische Werke, Texte zur politischen Theorie, historische Standardbücher, literarische Klassiker ... Diese sind nicht nur notwendiger Bestandteil einer guten Allgemeinbildung; sie spielen auch eine wichtige Rolle in der Ausübung des bildnerischen Berufs – so auch in der Erwachsenenbildung, und hier insbesondere in der politischen Bildung. Doch wir alle kennen das Problem der fehlenden Zeit, des Mangels innerer Ruhe im hektischen Arbeitsalltag und sonstige widrige Umstände, die allesamt eine reflektierende und eingehende Lektüre "schwerer Kost" zusätzlich erschweren.
Leseabend
Das politisch-literarische Quartett will da Abhilfe schaffen. Im Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in St. Wolfgang stellen am 3. Dezember vier "Berufsleser_innen", die je in einer Rubrik der politischen Literatur zu Hause sind, in einem gemütlichen Rahmen vier Bücher vor. Hauptthesen, Bezug zur politischen Bildung sowie sachliche Kritik bilden die Eckpunkte der jeweiligen Buchbesprechung, welche durch die Diskussion auf dem Podium fortgesetzt und durch Wortmeldungen des Publikums inhaltlich vertieft wird. Ein Handout mit wichtigsten Daten zu den vier vorzustellenden Büchern soll dabei der Vorbereitung dienen.
Vertiefender Workshop
Für alle, die "weitermachen" wollen, folgt dem gemütlichen Abend mit dem Quartett am nächsten Vormittag der vertiefende Lektüre-Workshop: Ein Schlüsseltext der politischen Theorie wird von den Referent_innen vorgestellt, und ausgewählte Textausschnitte daraus werden in der Gruppe gelesen und interpretiert.
Ziel der Veranstaltung
Dem legendären "Literarischen Quartett" nachempfunden, versucht das politisch-literarische Quartett aktuelle politische Bücher ebenso "spielerisch" zu vermitteln wie die berühmten "ungelesenen Klassiker". Nach dem Motto: Das Referat ersetzt die Lektüre nicht – ist aber auch kein Schaden. Zirbenschnaps oder Fruchtsaft?
Der Pilotveranstaltung sollen weitere in ganz Österreich folgen.
Das Quartett
Duygu Özkan (Historikerin, Journalistin) – Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh
Lisa Mittendrein (Soziologin, Sozioökonomin, Sprecherin von Attac Österreich) – Owen Jones: Prolls. Die Dämonisierung der Arbeiterklasse
Reinhart Patak (Politologe, Wiss. Mitarbeiter der ÖGPB) – Tonio Oeftering: Das Politische als Kern der politischen Bildung. Hannah Arendts Beitrag zur Didaktik des politischen Unterrichts
Christian Kloyber (Moderation / Germanist, Geograph, Lateinamerikanist; Direktor vom bifeb) – Manfried Rauchensteiner / Josef Broukal: Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburger-Monarchie 1914-1918. In aller Kürze
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