Bildbar - Methodensammlung und Kartenset erschienen
Sich ausdrücken, wenn die Worte fehlen ...
Bilder können Metaphern sein für etwas, was wir schon bewusst oder unbewusst kennen, für Dinge, an die wir uns erinnern oder für Gefühle, die uns berühren. Kühne-Eisendle und Jimmy Gut beziehen sich in ihren Ausführungen über den Einsatz von Bildern auf Ergebnisse der Hirnforschung. Ohne Metaphern können demnach keine Gefühle entstehen. Der Zugang zu den Gefühlen sei aber sowohl in der Lehre - um Lernen zu ermöglichen - als auch in Beratung, Coaching und Supervision essentiell. Bilder und Symbole können den TeilnehmerInnen bzw. KlientInnen eine Sprache geben, wenn ihnen die Worte fehlen. Sie werden somit eine Art Dolmetscher.
... und verstehen ...
Die Bedeutung eines Bildes entsteht erst durch die Lernenden bzw. KlientInnen. Das Bild selbst bildet keine Wirklichkeit ab. Erst die Lernenden oder KlientInnen geben dem Bild eine persönliche "Be-Deutung". Das "Lesen von Bildern" kann daher dabei helfen, Gedachtes und intuitiv Gespürtes zur Sprache zu bringen und damit eine Verbindung zwischen Bewusstem und Unbewusstem schaffen. Die herausgelesenen Deutungen inspirieren für Neues, wenn es um Lösungsansätze, neue Ideen oder darum geht, den Handlungsspielraum zu erweitern.
Körper und Gefühlen nachspüren
Die im Buch beschriebenen Methoden sind großteils so angelegt, dass sie die TeilnehmerInnen oder KlientInnen zum Nachspüren ermutigen, wie es in Bezug auf die Bildinformation im Hier und Jetzt gerade ist. Sie werden ermutigt, ihre Körperspannung und Gefühle wahrzunehmen und in Worte zu fassen.
Ein Beispiel: "Das Ende vom Anfang"
Jimmy Gut beschreibt u.a. eine Methode, die sich dazu eignet, Module von längeren Weiterbildungsangeboten besser miteinander zu verknüpfen und den Wiedereinstieg am Beginn des Folgemoduls zu erleichtern: Der Trainer/Die Trainerin legt am Ende des Seminars Bilder, Zeichenblätter und Farben in die Mitte des Raumes. Die TeilnehmerInnen erhalten die Aufgabe, sich ein Bild auszusuchen, das sie mit dem aktuellen Seminar in Verbindung bringen. Sie sollen es dann auf das Zeichenblatt kleben und mithilfe der Farben ein paar Eindrücke aus dem Seminar festhalten. Es folgt ein Austausch über die Bilder und Erfahrungen in Paaren. Danach sollen sich die TeilnehmerInnen ein weiteres Bild aussuchen, das sie mit dem Thema des nächsten Moduls in Verbindung bringen. Es wird abermals aufgeklebt, gemalt, gezeichnet und sich darüber ausgetauscht. Sie erhalten nun die Aufgabe, bis zum nächsten Modul die beiden Module mithilfe der Zeichenblätter miteinander zu vergleichen und Zusammenhänge herauszuarbeiten. Die Zeichenblätter wie auch die Ausarbeitungen werden zum Folgemodul mitgebracht. Als Einstieg tauschen sich die TeilnehmerInnen über ihre Eindrücke und die Zusammenhänge, die sie erarbeitet haben, aus.
Aufbau der Methodensammlung
Die 100 Methodenbeschreibungen sind alphabetisch geordnet. Thematisch werden sie durch Übersichtstabellen strukturiert. So gibt es Methoden zu verschiedenen Schlagworten wie Feedback, Konflikt, Fähigkeiten, Herausforderung, Veränderung, Selbstcoaching, Leiten/Führen uvm., aber auch nach den drei Einsatzbereichen Anfang, Vertiefung und Abschluss sowie nach Setting - Einzelperson, Gruppen, Team.
Für jede einzelne Methode beschreiben die Autorin und der Autor Ziel, Ablauf/Beschreibung und das passende Setting. Weiters stellen sie Variationen und Einsatzmöglichkeiten vor, kommentieren die Methoden und geben technische Hinweise zur Durchführung.
Gut, Jimmy/Kühne-Eisendle, Margit (2014): Bildbar. 100 Methoden zum Arbeiten mit Bildern und Fotos im Coaching, Training, in der Aus- und Weiterbildung, Therapie und Supervision. managerSeminare (EDITION Trainingaktuell), 264 Seiten, Preis 49,90 EUR, ISBN 978-3-941965-82-9.
Gut, Jimmy/Kühne-Eisendle, Margit (2014): Bildbar - Das KartenSet. 50 Karten zum Arbeien mit Bildern im Coaching, Training, in der Aus- und Weiterbildung, Therapie und Supervision. managerSeminare (EDITION Trainingaktuell), Kartensatz mit 50 Fotokarten in einer Metallbox, Preis 39,90 EUR, ISBN 978-3-941965-83-6.
Ähnliche Bildkarteien sowie Hinweise, wie Sie preiswert zu Ihrem eigenen Bilderset kommen, finden Sie in unserer Methodenserie.
Verwandte Artikel
![]()
Ö-Cert-Enquete 2026: Innovative Projekte gesucht
Ö-Cert-Inhaber können bis 10. September Projekte, Veranstaltungen und Formate einreichen, die Demokratie auf besondere Weise erlebbar machen. Bis zu drei ausgewählte Projekte werden bei der Ö-Cert-Enquete 2026 präsentiert.![]()
EU-Politik live: Lern-Mobilität des Rings Österreichischer Bildungswerke
Der Ring Österreichischer Bildungswerke führte im Sommer 2026 die Lern-Mobilität „EU-Politik live" nach Brüssel durch. Die von Erasmus+ mitfinanzierte Veranstaltung vermittelt Erwachsenen Einblicke in EU-Strukturen und lässt die Teilnehmenden Politik „live“ miterleben.![]()
Wirksam aber anspruchsvoll: KI-Anwendungen für die Basisbildung
Im Projekt BaBiKI testet CONEDU gemeinsam mit Basisbildner:innen KI-Anwendungen für den Unterricht. Einige Entwicklungstreffen fanden bereits statt. Gegen Ende 2026 erscheint dazu eine Publikation mit Anleitungen und Empfehlungen.![]()
Call for Papers: Was leistet Erwachsenenbildung für die Gesellschaft?
Das Magazin erwachsenenbildung.at widmet sich dem gesellschaftlichen Beitrag der Erwachsenenbildung. Was ist die spezifische Leistung und Wirkung von Erwachsenenbildung? Wem nützt sie und wie kann sie sichtbarer und ihr Angebot sichergestellt werden?![]()
Praxishandbuch stärkt zivilgesellschaftliches Engagement
Das Erasmus+-Projekt EntreCivil veröffentlicht ein Praxishandbuch für den Aufbau und die Professionalisierung zivilgesellschaftlicher Initiativen und lädt zur Präsentation der Projektergebnisse ein.![Ö-Cert Logo]()
Einladung zur Ö-Cert-Enquete 2026
Die Enquete findet am 23. November 2026 im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich, die Teilnahme ist kostenlos!





