Erster Österreichischer Büchereipreis verliehen
Bibliothekar:innen können sich seit diesem Jahr über eine besondere Anerkennung und Förderung freuen. Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) und der Büchereiverband Österreichs (BVÖ) haben den Österreichischen Büchereipreis ins Leben gerufen und kürzlich erstmals verliehen.
Der Österreichische Büchereipreis zielt darauf ab, die gesellschaftlich bedeutsame Arbeit der Büchereien in Österreich zu würdigen sowie vorbildliche und innovative Bibliotheksarbeit auszuzeichnen. Ab heuer werden jährlich fünf beispielhaft arbeitende „Büchereien des Jahres“ prämiert. Das Preisgeld pro Bücherei beträgt 10.000 Euro, also insgesamt 50.000 Euro. Mit dem Preis ist ein Gütesiegel verbunden, das der Außendarstellung der jeweiligen Bibliothek dient.
Büchereien des Jahres 2025
Eine unabhängige Jury hat die Einreichungen gesichtet und fünf Büchereien aus vier Bundesländern – von der rein ehrenamtlich betriebenen Bücherei bis hin zu großen Stadtbibliotheken – ausgewählt. Die vielfältigen partizipativen Programme der preistragenden Büchereien veranschaulichen das breite Angebotsspektrum öffentlicher Bibliotheken.
Als „Büchereien des Jahres 2025“ ausgezeichnet sind die Öffentliche Bücherei Bad Zell, die Stadtbibliothek Wissensturm Linz (beide OÖ), die Stadtbücherei Mediathek Retz (NÖ), die Mediathek der Stadtbibliothek Graz (Stmk) sowie die Stadtbibliothek Dornbirn (Vbg).

Dieses Logo tragen die preistragenden Büchereien. (Logo: Alle Rechte vorbehalten, Christoph Ehrenfels)
Feierliche Preisverleihung
Die Preisverleihung fand am 5. Dezember 2024 im Veranstaltungssaal The Sky der TU Wien statt. Die Sektionsleiterin für Kunst und Kultur Theresia Niedermüller (BMKÖS) betonte die Bedeutung von öffentlichen Büchereien, deren Sichtbarkeit man mit dem neugeschaffenen Preis stärken wolle. Die BVÖ-Vorstandsvorsitzende Marie Therese Stampfl bedankte sich für die Unterstützung und Motivation.
Der Autor Clemens J. Setz begeisterte mit seiner Festrede. Darin wog er die eigentlich synonymen Begriffe Bibliothek und Bücherei ab und kam zu dem Schluss: „Eine Bibliothek ist mühelos auch ohne Menschen denkbar, eine Bücherei dagegen nicht“. Letztere charakterisierte er als „belebte, ja vielleicht sogar ordentlich durchwuselte Orte“. Büchereien seien ebenso wie Bücher und Menschen „von innen größer als von außen“. „Möge es sie immer geben“, so der Autor.
Danach wurden die Büchereien des Jahres mit den Jurybegründungen und filmischen Porträts (Landsmann+Landsmann Videoproduktion) vorgestellt. In der Folge konnten die Bibliothekar:innen selbst von den Besonderheiten ihrer Büchereien berichten. Schließlich erhielten sie von Theresia Niedermüller und Marie Therese Stampfl die Auszeichnungen.
Für die musikalische Umrahmung sorgte das Blechbläserinnenensemble quinTTTonic, für den kulinarischen Genuss das Buffet der Gaumenfreundinnen.
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