Büchereien in Österreich verzeichnen hohe Nutzung

05.05.2026, Text: Petra Hauk, Redaktion: Simone Kremsberger, Büchereiverband Österreichs
Die neuen Zahlen des Büchereiverbandes Österreichs (BVÖ) zeigen: Ob gedrucktes Buch oder E-Reader, ob Veranstaltungs- oder Rückzugsort – die Österreicher:innen lieben ihr „Wohnzimmer der Nation“.
Eine der Büchereien des Jahres 2025: Stadtbibliothek Wissensturm Linz
CC BY,  Peter Landsmann/BVÖ, auf erwachsenenbildung.at

Österreichs Bibliotheken weisen eine erfreuliche Entwicklung auf: Die neu veröffentlichte Statistik für das Jahr 2025 zeigt eine positive Entwicklung der Bibliotheken in Österreich. Das Interesse am Lesen sowie die Nutzung öffentlicher Wissensräume bleiben auf hohem Niveau. Mit über 29 Millionen Entlehnungen und nahezu 11 Millionen Besuchen lagen die Bibliotheken über dem Niveau von 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie. Damit unterstreichen sie ihre Bedeutung als Bildungs- und Begegnungsorte. Die vorliegenden Daten weisen zudem eine hohe Repräsentativität auf: Mit einer Beteiligung von 97,2 % haben nahezu alle Büchereien des Landes ihre Zahlen gemeldet. Das stellt den bislang höchsten Wert in der österreichischen Büchereistatistik dar.

Büchereien als Treffpunkt

Der Trend zur Bibliothek als physischem Aufenthalts- und Interaktionsraum setzt sich fort. Während die Zahl der Standorte seit 2019 leicht um 3,4 % auf 1.344 zurück ging, stieg die Zahl der Besuche im Vergleich zu 2024 um 4,6 % an. Laut BVÖ-Geschäftsführerin Ursula Liebmann beweist diese Entwicklung vor allem eines: „Unsere Bibliotheken bieten längst mehr als Regale voller Bücher. Sie sind wichtige Ankerpunkte für das soziale Miteinander.“

Steigende Zahl an Mitarbeiter:innen

Die strukturelle Basis bilden weiterhin die kommunalen und kombinierten Bibliotheken, die über 77,4 % der Standorte ausmachen und 86,4 % aller Entlehnungen verzeichnen. Getragen wird dieses System, insbesondere im ländlichen Raum, von einem beeindruckenden ehrenamtlichen Engagement. Die Zahl aller Mitarbeiter:innen in öffentlichen Bibliotheken stieg um 7,9 %. Somit sichern rund 11.260 Bibliothekar:innen die lokale Nahversorgung mit Bildung und Kultur.

Partizipative Programme und innovative Ideen

Die Statistik 2025 zeigt: Bibliotheken sind schon lange nicht mehr nur klassische Ausleihstationen, sondern lebendige Kultur- und Bildungszentren. Darauf weisen auch die knapp 58.000 Veranstaltungen hin, die im vergangenen Jahr mehr als 1,3 Millionen Teilnehmende erreichten. Das Spektrum reichte von Vorlesestunden und Vorträgen bis hin zu Escape-Room-Spielen, Workshops und Erzählcafés. Neben Angeboten für Erwachsene bilden Kooperationen mit Schulen und Kindergärten einen zentralen Aufgabenbereich: Mehr als 36.000 Angebote richteten sich an Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre.

Neue Bereiche in den Bibliotheken, bei deren Entwicklung die Bevölkerung oft miteinbezogen wird, haben zur Einrichtung von Saatgutbibliotheken oder Bibliotheken der Dinge geführt. Diese stehen im Sinne von „Sharing is Caring“ für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Zusätzlich zu den verschiedensten digitalen Medien zum Verleih werden Veranstaltungsangebote gemacht, welche die digitale Kluft zwischen den Generationen verringern sollen.

Damit die Bibliotheken auch künftig den Spagat zwischen digitaler Innovation und der Funktion als physischem Begegnungsort als Medien- und Informationskompetenzzentrum erfolgreich meistern können, bleibt eine nachhaltige finanzielle Absicherung durch die öffentliche Hand unabdingbar.

 

 

 

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