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BFI mit Benya-Preisen ausgezeichnet

20.10.2022, Text: Michaela Schneider, BFI Österreich
Drei von insgesamt 20 Preisen des Anton-Benya-Stiftungsfonds zur Förderung der Facharbeit gingen letzte Woche an das BFI.
  • Fünf Frauen bei der Überreichung des Benya-Preises für das Smart Education Center Leoben Foto: Alle Rechte vorbehalten, Markus Morianz, Das BFI kann sich über mehrere Benya-Preise 2022 freuen, auf erwachsenenbildung.at
    Den Benya-Preis für das SEC Leoben nahmen Bildungszentrumsleiterin Karin Panzenböck (4. v. l.) und Michaela Köck (3. v. l.) entgegen.
  • Benya-Preisträgerin Gabriele Schwendinger Foto: Alle Rechte vorbehalten, Markus Morianz, Das BFI kann sich über mehrere Benya-Preise 2022 freuen, auf erwachsenenbildung.at
    Benya-Preisträgerin Gabriele Schwendinger hat sich am BFI Oberösterreich jahrzehntelang für den zweiten Bildungsweg stark gemacht.

Der Facharbeit zu mehr Ansehen verhelfen

Der 1972 ins Leben gerufene Anton-Benya-Stiftungsfonds würdigt alle zwei Jahre Personen und Projekte, die sich besonders verdient um die Förderung der Facharbeit machen und so das Image der Facharbeit verbessern. Zuletzt war die Ehrung 2020 coronabedingt entfallen. Nun ist es angesichts des in vielen Bereichen eklatanten Fachkräftemangels umso wichtiger, die Bedeutung der Facharbeit hervorzustreichen. Die diesjährige Preisverleihung fand am 11. Oktober im Festsaal des Wiener Rathauses statt. Anwesend waren der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Wolfgang Katzian, der die Eröffnungsrede hielt, und zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft.

Innovatives Kompetenzzentrum in Leoben prämiert

Einen Preis erhielt das Technik-Ausbildungszentrum des Berufsförderungsinstituts Steiermark in Leoben. Aufgrund langjähriger Partnerschaften mit zahlreichen Weltmarktführern – u. a. KUKA AG, DMG Mori AG, voestalpine Böhler Welding und SMC Austria GmbH – kann das BFI Steiermark im Bildungszentrum Leoben exklusive und sehr hochwertige Aus- und Weiterbildungen im technischen Bereich anbieten. Die Schwerpunkte liegen in der Zerspanungs-, Schweiß- und Automatisierungstechnik. Die Qualifizierungen reichen von verschiedenen Grundausbildungen über die Vorbereitung auf Lehrabschlussprüfungen bis zur Werkmeisterschule. Beim Schweißen sind sogar Ausbildungen zum/zur International Welding Specialist (IWS)/SchweißwerkmeisterIn und zum/zur International Welding Technologist (IWT)/SchweißtechikerIn und somit bis auf das Niveau von Schweißaufsichtspersonen möglich. Nahezu alle obersteirischen Leitbetriebe sind Kunden des BFI Steiermark.

Erstes Smart Education Center Österreichs

Am Technik-Ausbildungszentrum des BFI Leoben ist auch das Ende 2020 eröffnete Smart Education Center (SEC) angesiedelt, das erste seiner Art in ganz Österreich. An dieser Innovation ist die SMC Austria GmbH, eines der weltweit führenden Unternehmen in der industriellen Automatisierung, als Kooperationspartnerin des BFI Steiermark beteiligt. In einer vollautomatisierten Produktionsstraße lassen sich im SEC Leoben gesamte automatisierte Produktionsprozesse in einem Betrieb darstellen und zeitgemäße, hochwertige Ausbildungen in der Automatisierungstechnik durchführen, wie sie die heimische Wirtschaft braucht. Fachkräfte und Lehrlinge können so auf unterschiedlichen Anforderungsstufen ein ganzheitliches Verständnis für die Produktionsprozesse und -anlagen der Industrie 4.0 erlangen.

Langjährige Verdienste um zweiten Bildungsweg und Chance auf ein Studium

Ebenfalls einen Preis entgegennehmen konnte Gabriele Schwendinger vom BFI Oberösterreich. 34 Jahre lang hat sie bis zu ihrer Pensionierung erfolgreich mitgeholfen, Menschen ohne Matura den Zugang zu einem Studium zu ermöglichen. Gleich zu Beginn ihrer Beschäftigung am BFI Oberösterreich führte sie 1988 die Studienberechtigungsprüfung ein; seither finden jährlich rund 70 Vorbereitungslehrgänge statt. Mit dem gesetzlichen Start der Berufsreifeprüfung (BRP) 1997 und der Lehre mit Matura 2008 etablierte sie auch diese Angebote am BFI Oberösterreich: In den letzten 25 Jahren besuchten unter ihrer Verantwortung mehr als 25.000 Personen Lehrgänge zur Vorbereitung auf die BRP, darunter rund 5.500 Lehrlinge. Die Erfolgsquote bei den Prüfungen betrug zuletzt 85 %, österreichweit betrachtet ein hervorragender, weil überdurchschnittlicher Wert (gemessen an den von STATISTIK AUSTRIA veröffentlichten Prüfungsergebnissen an Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen). Damit nicht genug übernahm Kollegin Schwendinger 1999 zusätzlich die Leitung des in Kooperation mit der Hamburger Fern-Hochschule am BFI Oberösterreich eingerichteten Studienzentrums. In den dort angebotenen EU-weit anerkannten Studiengängen, für die u. a. die Studienberechtigungs- und die Berufsreifeprüfung als Zugangsvoraussetzung anerkannt sind, können Berufstätige eine akademische Ausbildung absolvieren.

Kompetent und engagiert

Die herausragenden Leistungen von Kollegin Schwendinger beeindrucken nicht zuletzt durch ihr großes Engagement. So hat sie sich als Expertin maßgeblich in den bundesweiten BRP-Arbeitskreis der Berufsförderungsinstitute eingebracht, das BFI in den Arbeitsgruppen des Bildungsministeriums zur Weiterentwicklung der BRP vertreten und an den Leitfäden für die kompetenzorientierte Reifeprüfung mitgearbeitet. Durch die Förderung einer Trainerin hat sie auch die Entwicklung der innovativen Lern-App mathe2go unterstützt, die das Bildungsministerium erst kürzlich mit einem Gütesiegel ausgezeichnet hat.

Erfolgreich in der Lehrlingsausbildung

Einen weiteren Preis bekam Ludwig Viehaus vom BFI Niederösterreich zuerkannt. Er ist Standortleiter des Bildungszentrums Traiskirchen und hat dort durch die Gründung und umsichtige Führung der überbetrieblichen Lehrwerkstätte bedeutende Leistungen für die Lehrlingsausbildung erbracht. So hat er beispielsweise Lehrlinge zur Teilnahme an Berufswettbewerben ermutigt, in denen sie ihre Kompetenz unter Beweis stellen und immer wieder Preise gewinnen konnten: in den Lehrberufen KosmetikerIn, MalerIn und Garten- und Grünflächengestaltung. Sein besonderes Augenmerk gilt der Förderung lernschwacher Jugendlicher, etwa durch integrative Zusatzvorbereitungsmodule für die Abschlussprüfung und die Neuausrichtung des sonderpädagogischen Bedarfs. Die Vermittlungsquote nach der Ausbildung honoriert seinen Ansatz, sie liegt bei fast 90 %.

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