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Chancen am Arbeitsmarkt für Roma und Sinti erhöhen: Das Projekt THARA

10.01.2022, Text: Lucia Paar, Redaktion/CONEDU
Kostenlose Bildungsberatung, Workshops und Info-Veranstaltungen: damit möchte das Projekt zu mehr Chancengleichheit für Roma und Sinti beitragen.
Video zum Projekt THARA (Video: Standard-YouTube-Lizenz, Volkshilfe, youtube.com)
Roma und Sinti sind die größte ethnische Minderheit in Europa, die heute oftmals immer noch schlechtere Bildungs- und Jobchancen als die Mehrheit der Bevölkerung haben. Mit der Initiative THARA will die Volkshilfe dieser Chancenungleichheit entgegenwirken. Roma und Sinti in Österreich bekommen im Rahmen der Initiative die Möglichkeit, sich kostenlos zu Beruf und Bildung beraten zu lassen. Auch Informationsveranstaltungen und Workshops rund ums Leben und Arbeiten in Österreich bietet die Volkshilfe an.

Bildungsberatung vor Ort und online

BeraterInnen der Initiative THARA informieren ratsuchende Roma und Sinti über Bildungsangebote und Job-Möglichkeiten. Außerdem unterstützen sie beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen und bieten an, ein Jobcoaching und eine Potenzialanalyse durchzuführen. Ratsuchende können sich ebenfalls an die BeraterInnen wenden, wenn sie Fragen zum Aufenthaltsstatus haben oder ihre Bildungsabschlüsse anerkennen lassen möchten. Die Bildungsberatung erfolgt je nach Bedarf in den Sprachen Deutsch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Romanes oder Englisch. Neben einer Beratung vor Ort ist es auch möglich, sich via Telefon oder Video-Call beraten zu lassen.

 

Für jene, die eine Aus- oder Weiterbildung abschließen wollen, gibt es außerdem die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung über einen Bildungs- und Nothilfefonds zu beantragen.

Workshops und Infoveranstaltungen zu z.B. Arbeitsrecht und Sprache

Für Romnja und Sintize, also Sinti- bzw. Roma-Frauen, die Krieg, Flucht, Gewalt oder Diskriminierung erfahren haben und dadurch Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden, gibt es im Rahmen des Projekts Workshops unter dem Titel "Mein Leben, meine Arbeit". Diese finden in Kooperation mit dem Frauengesundheitszentrum FEM Süd statt und werden durch Therapeutinnen und Psychologinnen begleitet.

 

Roma und Sinti können im Rahmen von THARA auch an Workshops teilnehmen, in denen sie ihre Sprachkenntnisse verbessern und Informationen zum Arbeitsmarkt in Österreich erhalten können. Immer wieder bieten die Projektverantwortlichen auch Informationsveranstaltungen an, in denen ExpertInnen über Themen informieren, die wichtig sind, um in Österreich zu leben und zu arbeiten. Die Informationsveranstaltungen umfassen zum Beispiel Themen zu Versicherungen, Pensionen, Arbeitsrecht oder zu neuen Gesetzen.

Sensibilisierungsworkshops für Interessierte

Unter dem Titel "Roma-Geschichte, Kultur und familiäre/soziale Strukturen" bietet das Projekt Workshops für Personen, die beruflich mit Roma und Sinti arbeiten. Auch andere Interessierte können kostenlose Workshops besuchen.

Die Volkshilfe setzt die Initiative um, der Europäische Sozialfonds und das Sozialministerium fördert sie.

Über Roma und Sinti

Roma und Sinti bezeichnen Bevölkerungsgruppen, die ursprünglich aus Indien stammen, und seit einigen Hundert Jahren in Europa beheimatet sind. Sinti sind vor allem in West- und Mitteleuropa beheimatet, Roma in Ost- und Südosteuropa. Roma und Sinti sind vom gleichen Stamm. Die unterschiedlichen Begriffe beschreiben nur, wo in Europa sich die Angehörigen dieses Stammes niedergelassen haben. Außerhalb des deutschen Sprachraums wird auch "Roma" als Begriff für die gesamte Minderheit verwendet. Selbst bezeichnen sich Angehörige der sehr heterogenen Ethnie unterschiedlich (u.a. Arlija, Gurbet, Kaale, Kalderaš, Lovara, Manuš, Sepe?ides, Sinti), einige Gruppen bezeichnen sich selbst auch als Roma. "Sinti" sowie "Roma" sind Gruppenbezeichnungen und zugleich männliche Pluralformen. Die weiblichen Pluralformen sind "Sintize" (oder "Sinteze") bzw. "Romnja". Sprache und Kultur der Roma-Gruppen sind länderspezifisch bzw. regional geprägt. Sie waren in der Geschichte von Ausgrenzung und Verfolgung betroffen und Opfer des Völkermords während der Zeit des Nationalsozialismus.

Quelle: EPALE E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa
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