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Skills for Jobs-Datenbank: Diese Qualifikationen sind gefragt

11.12.2019, Text: Jennifer Friedl, Redaktion/CONEDU
Die OECD-Datenbank gibt Auskunft über den Bedarf an Kompetenzen in einzelnen Ländern. Ziel ist es, Angebot und Nachfrage abzustimmen. (Serie: Arbeit und Erwachsenenbildung)
  • Foto: Pixabay Lizenz, mohamed_hassan, www.pixabay.com
    Die Datenbank ermöglicht Vergleiche mit anderen Ländern.
Digitalisierung, Globalisierung, Migration, eine älter werdende Bevölkerung, aber auch die stärkere Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt sind Faktoren, die die Anforderungen des Arbeitsmarktes beeinflussen. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sei es bedeutend, Ungleichgewichten in Bezug auf Qualifikationen zu begegnen, in dem Informationen um Angebot und Nachfrage bereitgestellt werden. Dafür hat die OECD die Datenbank "Skills for Jobs" eingeführt.

 

Die Datenbank beschreibt, welche Kompetenzen in Österreich bei Arbeitgebern gefragt sind und vergleicht Angebot und Nachfrage. Dadurch zeigt sie auf, welche Kompetenzen laut OECD gefördert werden sollen. Die Datenbank liefert eine Definition der jeweiligen Kompetenz sowie detaillierte Infos hinsichtlich ihres Vorhandenseins in unterschiedlichen Berufsgruppen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Ergebnisse verschiedener Länder miteinander zu vergleichen.

Schnelle Wissensaneignung gehört in Österreich zu gefragten Qualifikationen

Für Österreich stehen sogenannte verbale Kompetenzen an der ersten Stelle der Qualifikationen, die laut OECD einer Förderung bedürfen. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich mündlich vermittelte Information beschaffen und diese zur Problemlösung nutzen zu können. Auch Kompetenzen, die den schnelleren Erwerb von Wissen erleichtern sollen, müssen laut Datenbank-Ergebnissen gestärkt werden. Weitere Qualifikationen, die aktuell Mangelware sind, sind methodisch-didaktische Kompetenzen, die für die Gestaltung von Trainings und Unterricht von Bedeutung sind. Ebenfalls nachgefragt werden Gesundheitskompetenzen. Darunter ist die Fähigkeit, Informationen zur Gesundheit einzuholen und dementsprechend zu handeln, zu verstehen. Ein Angebotsüberschuss zeigt sich dahingegen bei der physischen Fähigkeit, sich auf längere Dauer körperlich belasten zu können und beim Wissen um Produktion und Vertrieb von Industriegütern und landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Datenbank ermittelt Qualifikationsmangel und -überschuss

Basierend auf den Aspekten Lohnwachstum, Beschäftigungswachstum, Arbeitsstundenwachstum, Arbeitslosenrate und Anstieg von Unterqualifikation zeigt die Datenbank, ob und inwiefern ausgewählte Berufsgruppen gegenüber der restlichen Wirtschaft wachsen bzw. schrumpfen. Diese Strategie soll Aufschluss darüber geben, ob Unternehmen Schwierigkeiten haben, Arbeitskräfte mit entsprechenden Fähigkeiten zu finden. Im Fall, dass Stellen schwierig zu besetzen sind, deutet sich laut OECD ein Mangel an Qualifikationen an. Sind Fähigkeiten leicht zu finden und entstehen bei zu besetzenden Jobs keine Engpässe, so zeigt sich ein Qualifikationsüberschuss.

 

Die Datenbank rückt dabei sowohl kognitive und soziale als auch körperliche Fähigkeiten ins Zentrum und schlüsselt diese in 150 jobspezifische Wissensbereiche, Kompetenzen und Fähigkeiten sowie 40 OECD-Länder auf.

Tool gibt Aufschluss über notwendige Skills bei Karrierewechsel

Zusätzlich können Personen, die einen Karrierewechsel vollziehen möchten, mit einem Tool prüfen, welche Kompetenzen sie laut OECD für das neue Berufsfeld stärken sollten. Dabei wird das Land sowie das aktuelle und das künftige Berufsfeld ausgewählt. Anschließend schlüsselt das Tool auf, welche Kompetenzen im aktuellen Beruf gefordert sind und welche Bedeutung die Fähigkeiten im angestrebten Bereich haben.

Serie: Arbeit und Erwachsenenbildung

Weiterbildungen in Vorbereitung auf die Erwerbsarbeit und in deren Kontext bilden einen großen Teil der Bildungsteilnahmen in Österreich. Erwachsenenbildung im Kontext von Arbeit betrifft somit viele Menschen unmittelbar - auch ErwachsenenbildnerInnen. Wie sich ihr Beruf gestaltet und entwickelt, sind Fragen, die berühren. Wie verändern sich Arbeitsbedingungen von ErwachsenenbildnerInnen und das Lernen am Arbeitsplatz durch aktuelle Entwicklungen wie Digitalisierung? Welche Inhalte arbeitsmarktorientierter Erwachsenenbildung sind derzeit relevant? Und welche Verbindungslinien kann es zwischen emanzipatorischer und arbeitsmarktorientierter Erwachsenenbildung geben? Rund um die Themenkreise Arbeitsmarktorientierte Bildung, Erwachsenenbildung als Beruf und Lernen am Arbeitsplatz zeigt und reflektiert die Serie Konzepte, beschreibt und diskutiert Wandel und macht Beispiele guter Praxis einem breiten Publikum bekannt. Alle bisher zur Serie #ebarbeit erschienenen Beiträge finden Sie hier.

Weitere Informationen:
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