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Bildungsberatung mit Geflüchteten – innovative Ansätze (I)

20.06.2019, Text: Bianca Friesenbichler, Online-Redaktion
In Österreich wurden Projekte zur Bildungsberatung mit geflüchteten Jugendlichen umgesetzt und durch zwei Angebote zur Professionalisierung begleitet. Zwei Mitarbeiterinnen eines der Projekte zur begleitenden Professionalisierung sprechen im Interview über Ziele und Erfahrungen.
  • Foto: Pixabay Lizenz, Fathromi Ramdlon , https://pixabay.com/
    Projekt-BetreiberInnen aus fast allen Bundesländern entwickelten kreative Formate und tauschten sich zu ihrer Praxis aus.
  • Grafik: Alle Rechte vorbehalten, Österreichisches Institut für Bildungsforschung, Verein Salzburger Erwachsenenbildung/Netzwerk Bildungsberatung Salzburg, auf erwachsenenbildung.at
    Projekt-BetreiberInnen aus fast allen Bundesländern entwickelten kreative Formate und tauschten sich zu ihrer Praxis aus.
Ende 2016 bis Ende 2017 wurden in Österreich Projekte zur Bildungsberatung mit geflüchteten Jugendlichen gefördert. Projekt-BetreiberInnen aus fast allen Bundesländern entwickelten dazu kreative Formate und tauschten ihre Praxis über Vernetzungsaktivitäten aus. Birgit Schmidtke vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung und Katrin Reiter vom Verein Salzburger Erwachsenenbildung haben diese Projekte begleitet, vernetzt und Ergebnisse gesichert. Im ersten Teil des Interviews sprechen sie über die Anliegen, die sie mit den Projekten verbunden haben und teilen Erfahrungen.

Redaktion: Was war das Grund-Anliegen eurer Aktivitäten?

Schmidtke: Bildungsberatung von Geflüchteten war schon 2015 ein Thema in den Ländernetzwerken der Bildungsberatung, die mittels ESF-Förderung seit 2007 aktiv sind. 2016 und 2017 hat das Österreichische Bildungsministerium dann nationale Fördermittel für die Bildungsberatung zur Verfügung gestellt. Im Fokus waren dabei geflüchtete Jugendliche, besonders Mädchen und junge Frauen, die über bestehende Angebote nicht erreicht werden.

 

Reiter: Der Fördergeber sah parallel zur Durchführung der Projekte auch ein Professionalisierungsangebot vor. So wurden Fortbildungen am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung angeboten. Darüber hinaus haben wir eine Vernetzungs- und Entwicklungs-Plattform angeboten. Ziel war, dass sich die Projekt-BetreiberInnen über ihre Projekte austauschen können. Wir haben die strategische Entwicklung, den Erfahrungsaustausch und die Ergebnissicherung dieser Projekte begleitet.

Redaktion: Wie seid ihr vorgegangen bei diesem Vernetzungsangebot?

Reiter: Zum Auftakt sind wir durch ganz Österreich getourt und haben alle Projekt-PartnerInnen vor Ort besucht. Wir haben die Teams kennengelernt und befragt, welche zentralen Themen sie im Hinblick auf die Beratungsprojekte beschäftigen. So erhoben wir die Inhalte für die Vernetzungstreffen.

 

Schmidtke: Spannend an dieser Tour war, dass wir erstmals die ganzen Teams in ihrer Arbeitsumgebung und jeweiligen Situation vor Ort kennengelernt haben. Dabei wurden die Bedarfe gut sichtbar.

Redaktion: Was waren denn für euch die eindrucksvollsten Ergebnisse dieser Projekte?

Reiter: Für mich war es die Diversität und die Dichte: Die Projekt-BetreiberInnen haben mit sehr vielen unterschiedlichen Einrichtungen kooperiert, um die Zielgruppe zu erreichen. Und sie haben viele unterschiedliche Formate entwickelt. Beispielsweise gab es im Burgenland Bildungsspaziergänge, bei denen BeraterInnen mit geflüchteten Jugendlichen durch die Stadt gewandert sind und den Jugendlichen wichtige Einrichtungen gezeigt und auch besucht haben.

 

Schmidtke: Mich hat überrascht, dass so unterschiedliche Zugangsweisen und Formate gewählt wurden. Alle Projekt-BetreiberInnen hatten dieselbe Aufgabenstellung, daher hätte ich angenommen, dass auch ähnliche Probleme auftauchen würden. Tatsächlich waren die Probleme aber sehr unterschiedlich und wurden auch entsprechend unterschiedlich gelöst. Auch das Engagement der Projekt-BetreiberInnen war für mich eindrucksvoll - wie viel sie in kurzer Zeit erreicht haben!

Herausforderungen im Rahmen der Bildungsberatung: Mehr in Teil 2 des Interviews

Welche Herausforderungen in der Bildungsberatung durch die Projekte sichtbar wurden und was andere Länder von Österreich lernen können, erfahren Sie im zweiten Teil des Interviews mit Katrin Reiter und Birgit Schmidtke.

Quelle: EPALE E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa
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