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Lehrlingsausbildung am BFI

22.02.2018, Text: Katharina Moser, bfi Österreich
Das BFI ist mit seiner überbetrieblichen Berufsausbildung einer der größten österreichischen Lehrlingsausbilder. Die Berufsförderungsinstitute stellen über 50 % der überbetrieblichen Ausbildungsplätze.
  • Foto: Alle Rechte vorbehalten, BFI Niederösterreich, auf erwachsenenbildung.at
    BFI-Berufsausbildungszentrum Sigmundsherberg (Niederösterreich)

Betriebliche Lehrstellen weiter rückläufig

Seit den 1990er Jahren geht das Angebot an betrieblichen Lehrstellen kontinuierlich zurück. Allein in den letzten fünf Jahren sank die Zahl der Lehrbetriebe um 14 % und die Anzahl der in Betrieben ausgebildeten Lehrlinge um 12 %. Da sich trotz verschiedener Förderungen für Lehrbetriebe keine Trendwende abzeichnete, beschloss die Bundesregierung ein alternatives Qualifizierungsangebot.

 

Anteil der überbetrieblichen Lehrstellen steigt

Im Rahmen der Ausbildungsgarantie werden Jugendliche bis 18 Jahre, die keine betriebliche Lehrstelle finden, vom Arbeitsmarktservice in eine überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) vermittelt. Die Auszubildenden gehen das Lehrverhältnis mit einem Bildungsträger ein. Sie absolvieren entweder ihre gesamte Lehrzeit in der jeweiligen Bildungseinrichtung oder sie bekommen dort einen Ausbildungsvertrag für das erste Lehrjahr und die berufspraktische Ausbildung findet bei einem Partnerbetrieb statt. Die Vermittlung in einen Betrieb ist in beiden Modellen jederzeit möglich und wünschenswert. Anders als die betrieblichen Lehrstellen blieb das Angebot an überbetrieblichen Lehrplätzen in den letzten fünf Jahren relativ konstant (- 1% gegenüber 2013). 2013 entfielen 7,6 %, 2017 bereits 8,5 % aller Ausbildungsplätze in Österreich auf die ÜBA.

 

Lehrausbildung 2013-2017 (Grafik: Alle Rechte vorbehalten, BFI Niederösterreich, Quellen: Wirtschaftskammer Österreich (WKO), BFI-Lehrlingsstatistik)

 

Das BFI stellt mehr als die Hälfte der überbetrieblichen Ausbildungsplätze

Von den 9.101 Ausbildungsplätzen, die 2017 im Rahmen des ÜBA-Auffangnetzes geschaffen wurden, konnte das Berufsförderungsinstitut (BFI) im Wintersemester 2017/18 4.626 (51 %) zur Verfügung stellen. Davon entfielen 3.748 auf die Lehrausbildung gemäß § 30b des Berufsausbildungsgesetzes (BAG) und 878 auf die Berufsausbildung gemäß § 8b BAG in einer Teilqualifikation eines Lehrerufs. Die meisten Lehrlinge bildet das BFI Niederösterreich aus (1.577), gefolgt von den BFIs in Oberösterreich (834), Wien (801) und der Steiermark (641). 2017 waren 10 % aller niederösterreichischen Lehrlinge (in Betrieben und ÜBA) beim BFI Niederösterreich in Ausbildung. Sie absolvieren ihre Lehre entweder zur Gänze in den BFI-eigenen beruflichen Bildungszentren und Werkstätten in Wiener Neustadt, Sigmundsherberg, Gloggnitz, Ternitz und Traiskirchen oder teilweise in den zahleichen Partnerbetrieben. Umgekehrt können auch Lehrlinge aus Partnerbetrieben einzelne Ausbildungsmodule im Bereich Metallbearbeitung und Maschinenbau in der Technischen Bildungsakademie Ternitz des BFI Niederösterreich besuchen. Einen beachtlichen Anteil aller Lehrverhältnisse in den jeweiligen Bundesländern stellten auch die BFIs in Kärnten und im Burgenland mit acht bzw. sieben Prozent.

 

Vielfältiges Angebot in hoher Qualität

Die Berufsausbildungszentren der BFIs werden laufend modernisiert und bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, den Umgang mit allen für ihr Berufsbild relevanten Maschinen und Werkzeugen zu erlernen. "Neben der fachlich kompetenten und pädagogisch engagierten Betreuung ist auch die hochwertige technische Ausstattung der Werkstätten ein großer Vorteil der überbetrieblichen Lehrausbildung am BFI", erklärt Michael Sturm, Geschäftsführer des BFI Österreich. Die Schwerpunkte der BFI-Werkstätten liegen auf Metall- und Elektrotechnik, Maschinenbau, Informationstechnologie, Mediendesign und Medientechnik sowie Berufen im Bau- und Baunebengewerbe, wobei auch zunehmend den Anforderungen der Wirtschaft hinsichtlich Industrie 4.0 Rechnung getragen wird. In Kooperation mit einem dichten Netz an Partnerbetrieben können die BFIs Ausbildungen in über 100 Lehrberufen umsetzen. Das breiteste Angebot gibt es in Ober- und Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten.

 

BFI-Lehrlinge sind erfolgreich

Die große Mehrheit der BFI-Lehrlinge schließt die Ausbildung erfolgreich ab. Laut der letzten Evaluierung des BFI Wien lag die Erfolgsquote bei beachtlichen 89,5 %. Mehr als ein Drittel davon bestand sogar mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg. "Die Zahlen bestätigen erneut, dass die überbetriebliche Ausbildung viel besser ist als ihr Ruf", so Franz-Josef Lackinger, Geschäftsführer des BFI Wien. Denn die zuletzt veröffentlichte Statistik der Wirtschaftskammer weist für das Jahr 2016 eine Erfolgsquote von nur 80,0 % für alle österreichischen Lehrlinge aus. Dass sich die intensive Lehrlingsbetreuung am BFI auszahlt, zeigt sich auch bei Wettbewerben: Neulich haben Lehrlinge des BFI Wien bei einem Lehrlings-Casting der BAUAkademie, zu dem 73 Jugendliche angetreten sind, die Plätze 1 und 3 belegt. Sieben von 16 Wiener BFI-Lehrlingen schafften es unter die ersten zehn.

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