Erasmus+ Projekt will Klimakommunikation mit älteren Menschen stärken

22.08.2025, Text: Antonia Unterholzer, Redaktion/CONEDU
Mithilfe von Erwachsenenbildner*innen und Senior*innen entwickelt das Projekt „The Climate We Speak“ niederschwellige Formate zur Klimaschutzbildung von Senior*innen.
Zwei Frauen sitzen im Gras und lächeln sich an.
Gerade beim Thema Klimaschutz zeigen Senior*innen und Erwachsenenbildner*innen Unsicherheiten, wie darüber gesprochen werden soll.
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Wie können ältere Menschen in der Erwachsenenbildung für Klimafragen gewonnen werden? Und wie gelingt ein Austausch, der konstruktiv, empathisch und motivierend ist? Genau hier setzt das Erasmus+ Projekt The Climate We Speak an. Gemeinsam mit Erwachsenenbildner*innen und Senior*innen entstehen lebensweltnahe Methoden, die Gespräche über Klima- und Zukunftsfragen mit und unter Senior*innen anregen sollen. Erwachsenenbildner*innen, Senior*innen, Aktivist*innen und alle Interessierten sind herzlich zum Kick-Off-Event am 11. September 2025 eingeladen.

Was bewegt Senior*innen und Erwachsenenbildner*innen beim Thema Klimaschutz?

„Zunächst haben wir und unsere Partner*innen aus Portugal und Polen Gespräche mit Senior*innen, Erwachsenenbildner*innen, Klimaaktivist*innen und Forscher*innen geführt und Erhebungen durchgeführt“, so die österreichischen Projektleiterinnen Anita Rappauer (queraum) und Marianne Dobner (Hallo Klima!). Dabei ging es vor allem darum, herauszufinden, welche Themen Senior*innen und Erwachsenenbildner*innen bewegen, wo ihre Unsicherheiten liegen und welche Fragen für sie besonders relevant sind.

Sowohl Erwachsenenbildner*innen als auch Senior*innen zeigen große Unsicherheiten, so ein Ergebnis: Zum einen, weil sie der Meinung sind, man müsse Expert*in im Bereich Nachhaltigkeit sein, zum anderen, weil älteren Menschen häufig die Schuld an aktuellen Klimaproblemen zugeschrieben wird. Dabei verhalten sich ältere Menschen oft nachhaltiger als ihnen von jüngeren Menschen unterstellt wird und bringen großes Erfahrungswissen mit, betonen die Projektleiterinnen.

Kommunikation und Handeln statt Faktenwissen und Belehrungen

Das Projekt zielt auf die Stärkung von Klimakommunikation ab, damit das Schweigen rund um Klimathemen gebrochen wird. Senior*innen sollen zu Expert*innen ihres Lebensumfelds und zu Aktivist*innen in ihren Gemeinschaften gemacht werden, um gute Klimagespräche in ihren Gemeinschaften führen und dabei ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen zu können.  

„Die ersten Gespräche mit Senior*innen, Erwachsenenbildner*innen und Expert*innen haben uns bereits wichtige Einsichten gegeben, wo wir im weiteren Projektverlauf ansetzen“, berichten Dobner und Rappauer. Etwa: Erwachsenenbildner*innen müssen keine Klimaexpert*innen sein, denn in der Klimabildung mit Senior*innen geht es weniger um Faktenwissen und Belehrung, sondern darum, vorhandene Kompetenzen sichtbar zu machen und zu nutzen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Zuhören, das Fragenstellen und das gemeinsame Handeln. Die Projektleiterinnen ergänzen, dass es „hierfür niederschwellige Angebote und lebensweltnahe Materialien brauche, die wir gemeinsam im Projekt entwickeln wollen“.

Wie lassen sich Klimathemen alltagsnah für Senior*innen gestalten?

Um Gespräche zu Klima- und Nachhaltigkeitsthemen mit und unter älteren Menschen zu fördern und in das gemeinsame Handeln zu kommen, entwickeln die Projektpartner*innen Aktivitäten und Methoden gemeinsam mit Erwachsenenbildner*innen etwa in „Climate Hubs“ oder Workshops.

Dafür gestalten und erproben Erwachsenenbildner*innen niederschwellige Aktivitäten wie Quizze, Spiele oder Exkursionen, an denen Senior*innen teilnehmen sollen. Erfahrungen zeigen, dass Senior*innen vor allem dort erreicht werden, wo sie sich aktiv beteiligen. Etwa wenn Klimaaspekte in einen Kaffee-und-Kuchen-Nachmittag eingebettet sind, ohne dass „Klima“ im Titel steht.

Kick-off-Event für Austausch von und mit Erwachsenenbildner*innen

Zudem sind Workshops und Webinare mit Erwachsenenbildner*innen, Senior*innen, Aktivist*innen, Personen aus Gemeinden und Städten, die sich mit Klimathemen und/oder der Zielgruppe Senior*innen beschäftigen, geplant. Dort sollen sie sich zum Thema Klimabildung austauschen können und gemeinsam erprobte Methoden sammeln. Ziel ist es, die Klimakommunikation mit älteren Menschen im Rahmen ihrer Bildungsarbeit zu stärken und Erwachsenenbildner*innen zur Umsetzung konkreter Aktivitäten mit Senior*innen zu ermutigen.

Das erste Treffen mit interessierten Erwachsenenbildner*innen findet am 11. September 2025 statt. Von 10 bis 12 Uhr bieten die Projektpartner*innen einen Online-Workshop an, in dem sie die bisherigen Ergebnisse präsentieren und einen Austausch über Erfahrungen aus der Praxis anregen.

Serie und Dossier zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Hochwasser, Waldbrände, Hungersnot – Expert*innen der Klimaforschung warnen vor den Folgen extremer Wettereignisse durch den Klimawandel. Bildung ist gefordert Aufklärungsarbeit zu leisten, Diskurse zu ermöglichen und „grüne“ Kompetenzen zu fördern. Wo setzt die Erwachsenenbildung an? In der Serie „Klima- und Umweltschutzbildung“ und dem Dossier „Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Erwachsenenbildung“ widmen wir uns dieser Frage.

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