Wie Museen Nachhaltigkeit vermitteln

01.09.2025, Text: Antonia Unterholzer, Redaktion/CONEDU
Im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung setzen Museen wichtige Impulse für eine ökologischere und sozialere Gesellschaft, wie Beispiele aus Österreich zeigen.
Museen spielen eine wichtige Rolle in der Wissens- und Kulturvermittlung, auch für Erwachsene.
Foto: Unsplash Lizenz, Paula Prekopova, https://unsplash.com

Das Technische Museum Wien oder das Belvedere 21 haben in den letzten Jahren zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit in ihre Programme aufgenommen. Als informelle Lernorte und Teil der Erwachsenenbildung spielen Museen eine Schlüsselrolle in der Wissens- und Kulturvermittlung: Sie machen Wissen und Kultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich, so der deutsche Museumsbund. Durch Visionen und Impulse aus Vergangenheit und Gegenwart können sie einen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft leisten. Aktuelle und vergangene Projekte zeigen, wie Nachhaltigkeit durch Museumsarbeit in Österreich vermittelt werden kann.

Interaktive Ausstellung zu Klimakrise und Handlungsmöglichkeiten

Im Technischen Museum Wien gibt die Dauerausstellung „Klima.Wissen.Handeln“ Einblicke in die Auswirkungen der Klimakrise und eröffnet Räume, um über Lösungsansätze nachzudenken. An verschiedenen Stationen erwarten die Besucher*innen Expert*inneninterviews, Kurzfilme und weitere multimediale Formate.

Die Ausstellung thematisiert auch die persönliche Ebene. Sie greift Gefühle von Ohnmacht und Resignation auf und zeigt Möglichkeiten, wie man selbst zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit beitragen kann. Ein Highlight ist der „Future Simulator“, in dem die Besucher*innen durch interaktive Entscheidungen Zukunftsszenarien mitgestalten können. Auf Basis der getroffenen Entscheidungen wird eine konkrete Zukunft als deren Folge simuliert.

Community Outreach Programm des Belvedere 21

Open-Mic-Abende, geführte Spaziergänge und partizipative Installationen machen das Museum zu einem Ort der Begegnung. Mit seinem Community-Outreach-Programm lädt das Belvedere 21 verschiedene Nachbarschaftsgruppen ein, an Projekten zu unterschiedlichen Themen im öffentlichen Raum rund um das Museum mitzuarbeiten.

Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle: So brachte das Projekt „PflanzeTierMensch – Koexistenz der Arten?“ Künstler*innen und Interessierte zusammen, um über die Klimakrise, Artensterben und die Schnittstelle von Ökologie und Kunst zu diskutieren. Bei Biodiversitätsspaziergängen führte die Künstlerin Anita Fuchs gemeinsam mit Expert*innen durch die Umgebung rund um das Museum und erkundete Pflanzen in den dortigen Landschafts- und Stadträumen.

Museen als Bildungsstätten

Durch Ausstellungen, Exponate und partizipative Formate geben Museen Einblicke in historische, politische, soziale und ästhetische Zusammenhänge und machen sie erfahrbar. Gerade partizipative Formate haben laut Expertin Anja Piontek großes Potenzial für Lernen und Reflexion. Dazu zählen beispielsweise Beteiligungsangebote, in denen Teilnehmer*innen aktiv an einem Projekt mitarbeiten und so das Endergebnis mitgestalten können. Wenn Besucher*innen in einer Ausstellung eigene Objekte und Erfahrungen einbringen können, setzen sie sich intensiver mit den Inhalten auseinander, legt Piontek dar.

Serie und Dossier zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Hochwasser, Waldbrände, Hungersnot – Expert*innen der Klimaforschung warnen vor den Folgen extremer Wettereignisse durch den Klimawandel. Bildung ist gefordert Aufklärungsarbeit zu leisten, Diskurse zu ermöglichen und „grüne“ Kompetenzen zu fördern. Wo setzt die Erwachsenenbildung an? In der Serie „Klima- und Umweltschutzbildung“ und dem Dossier „Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Erwachsenenbildung“ widmen wir uns dieser Frage.

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