Wie Erwachsenenbildung in Gemeinden funktionieren kann
Rückblick und Tipps für gelingende Erwachsenenbildung in der Gemeinde
Im Jahr 2022 haben Bildungswochen und Bildungstage in mehreren Gemeinden Salzburgs stattgefunden. Hier ein Überblick zu den Konzepten und zu einzelnen Programmpunkten, die bei den Bürger*innen besonders gut angekommen sind:
- Raum für Kreativität bieten: Christine Haitzmann, Bildungswerkleiterin von Weißbach, lud im Rahmen der Bildungswoche "voneinander-füreinander-miteinander" Menschen aus dem Ort zu einem Theaterworkshop zum Thema Respekt und Wertschätzung ein. Die Teilnehmenden erarbeiteten selbst ein Stück und führten dieses bei der Abschlussfeier auf.
- Interaktive Vorträge zu aktuellen Themen: Neben Theater-Workshops gab es in Weißbach unter anderem den Vortrag "Windkraft – Wurst oder Wahnsinn?" mit einem Vortragenden der Klima- und Energie-Modellregion Saalachtal. Dieser zeigte Fakten und Mythen zur Energiewende und involvierte das Publikum mittels Abstimmungen. Das eher komplexe Thema wurde von einer Musikgruppe humorvoll musikalisch umrahmt.
- Alle Generationen mitdenken: Bildung im Ort kann besser funktionieren, wenn alle Bürgerinnen und Bürger mitgedacht werden. So wurden für die Bildungswoche in Zederhaus "Zederhaus – ein Ort mit Zukunft" unter der Leitung von Rosmarie Gfrerer für die Gestaltung des Angebotsfolders Bilder von Kindern aus dem örtlichen Volksschule verwendet. Diese stellten sich die Frage "Wie stelle ich mir Zederhaus in der Zukunft vor?". Das Ergebnis waren farbenfrohe Bilder eines autofreien Ortes mit UFO-Straßen und Robotern sowie vier Säulen mit der Aufschrift "Erleben – Staunen – Danken – Erhalten", die das Leben der Menschen bestimmen.
- Persönlichkeiten aus dem Ort einladen: Bildungswerkleiter Michael Hoffmann lud Persönlichkeiten aus der Region zu seiner Bildungswoche in Goldegg ein, die zu Themen wie Politik oder Kultur sprachen und moderierte selbst die Diskussion.
- Vorhandenes Angebot einbinden: In Muhr wurden unter der Leitung von Robert Grießer "Bildungs- und Nationalparktage" unter dem Thema "Leben gestalten – Muhr erhalten" begangen. Dabei lud er zum gemeinsamen Besuch der Ausstellung "(M)URSPRUNG – Natur im Fluss" mit fachkundiger Führung ein. Eine ähnliche Idee der Einbindung lokaler Angebote hatte Bildungswerkleiterin Michaela Kreinbucher für Ihre Bildungstage in Lamprechtshausen: Gemeinsam mit Menschen aus der Gemeinde warf sie einen Blick hinter die Kulissen einer Buchbinderei. Dort erfuhr die Gruppe, wie Bücher im Ort gebunden werden.
Fazit
Die Erfahrung des Salzburger Bildungswerkes zeigt, dass Bildungswochen meist besser ankommen, wenn die Ideen zur Bildungswoche direkt von den Bürger*innen aus der Gemeinde kommen. Somit stehen die Bedürfnisse der Gemeindebewohner*innen im Mittelpunkt. "Im Anschluss Bildungswochen oder Bildungstage gibt es in der Regel eine Nachbereitung mit Beteiligten vor Ort. Als Begleiterin der Bildungswoche stelle ich dann Fragen dazu, wie das Programm ankam, was gut funktioniert hat, was weniger", erzählt Isolde Mrwa. So könne man aus jedem Angebot etwas für die Zukunft lernen.
Die Beispiele aus Salzburg sollen zeigen, wie bunt Erwachsenenbildung sein kann und mit welchen Ideen Erwachsenenbildner*innen Bürger*innen erreichen können.
Verwandte Artikel
![]()
KEBÖ-Jahrestagung 2026: Zukunft lernen
Im Rahmen der KEBÖ-Jahrestagung 2026 wurde diskutiert, welche Rahmenbedingungen Lebenslanges Lernen künftig braucht und welche Rolle Erwachsenenbildung für Teilhabe, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt spielt.![]()
Wie bleiben wir im Gespräch?
Wie lassen sich Differenzen konstruktiv besprechen und Ambivalenzen aushalten? Ein Workshop des Österreichischen Instituts für Erwachsenenbildung am 23. November in St. Pölten beschäftigt sich mit dem Beitrag der Erwachsenenbildung angesichts gesellschaftlicher Polarisierung.![]()
Katholische Bildungswerke bündeln Senior:innenbildung unter neuer Dachmarke
Mehr als 11.000 Senior:innen nutzen österreichweit Angebote der Katholischen Bildungswerke. Rund 570 Trainer:innen begleiten 850 Trainingsgruppen, die ab 1. Oktober unter „GUTE TAGE Senior:innenbildung“ auftreten.![]()
70 Jahre Salzburger Bildungswerk: Erwachsenenbildung vor Ort
Seit 1956 bringt das Salzburger Bildungswerk Erwachsenenbildung in die Gemeinden. Zum 70-jährigen Bestehen trafen sich rund 120 haupt- und ehrenamtlich Engagierte im Schloss Hellbrunn.![]()
ESF-Call Bildungsberatung veröffentlicht
Das BMFWF fördert im Rahmen des ESF+ Programms Projektpartnerschaften zur Bildungsberatung. Projekte können bis einschließlich 27. Oktober 2026 eingereicht werden.![Graffiti einer Taube mit Waffe]()
Frieden am Prüfstand
Unter dem Titel „Frieden schaffen“ nimmt die ÖGPB unterschiedliche Perspektiven auf Frieden und Friedensarbeit in den Blick. Vier Vorträge dazu, was Solidarität, Sicherheit, Frauen und Neutralität beitragen können.


.webp)


.webp)