Call for Papers: Was leistet Erwachsenenbildung für die Gesellschaft?
Erwachsenenbildung leistet einen wichtigen Beitrag zu sozialem Zusammenhalt, demokratischer Teilhabe, ökologischer Transformation und Fachkräftesicherung. In der öffentlichen Wahrnehmung und politischen Priorisierung bleibt ihre Bedeutung jedoch häufig hinter ihrer tatsächlichen Wirkung zurück.
Dabei ist Erwachsenenbildung weit mehr als eine „Reparaturwerkstatt“ des Bildungssystems oder ein Instrument zur beruflichen Qualifizierung. Sie stärkt darüber hinaus Teilhabe und Selbstwirksamkeit, kann Einsamkeit entgegenwirken, die Gesundheit fördern sowie demokratiepolitisch wirksame Orte des sozialen Miteinanders schaffen.
Leistung der Erwachsenenbildung aufzeigen und diese absichern
Je nach Definition gibt es in Österreich zwischen 1.800 und 3.000 Erwachsenenbildungsorganisationen. Allein die Verbände der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs verzeichnen jährlich mehr als 2,5 Millionen Teilnahmen an rund 10.000 Kursorten. Dennoch ist die Erwachsenenbildung in Darstellungen des Bildungssystems oft kaum sichtbar. Auch langfristige und planbare Finanzierungen fehlen vielfach.
Die Herausgeber Jan Niggemann und Stefan Vater rufen mit dem 60. Call for Papers des „Magazin erwachsenenbildung.at“ dazu auf, die gesellschaftliche Relevanz und Wirkung der Erwachsenenbildung aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen. Grundfrage dahinter ist, wie die Lernbedürfnisse des Menschen im Lebenslauf maximal gefördert werden können.
Exemplarische Fragestellungen aus dem Call:
- Wie kann die Öffentlichkeitswirkung der Erwachsenenbildung gestärkt werden? Welche Erfolgsgeschichten, Daten und Narrative braucht es, um ihre Bedeutung für Gesellschaft, Wirtschaft und Demokratie zu verdeutlichen?
- Welche Rolle spielen Medien, Kampagnen oder Kooperationen bei der Sichtbarmachung?
- Wie lässt sich der „Mehrwert“ der Erwachsenenbildung messen – etwa in Bezug auf Gleichheit, Demokratie, soziale Teilhabe, Gesundheitsprävention oder Arbeitsmarktintegration?
- Wem nutzt Erwachsenenbildung und wie nutzt Erwachsenenbildung (Teilnehmer:innen, Sozialraum, Soziales Kapital, regionale Infrastruktur,…)?
- Welche pädagogischen Modelle und Praxen unterscheiden Erwachsenenbildung von Schule und Universität, was ist deren spezifischer Mehrwert?
Gefragt sind kritische Analysen der gegenwärtigen Praxis, Darstellungen erwachsenenpädagogischer Ansätze und Innovationen sowie Beiträge zu institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bedeutung Erwachsenenbildung für die Gesellschaft und für den Menschen in seinem lebensbegleitenden Lernen hat.
Interessierte können ihre Beiträge bis 28. Jänner 2027 in den Rubriken 'Thema', 'Standpunkt', 'Praxis', 'Porträt' und 'Kurz vorgestellt' einreichen. Die Redaktion empfiehlt, bereits vor der Einreichung Kontakt aufzunehmen und die Beitragsidee mit ihr abzustimmen.
Alle Einreichungen werden einem internen Review unterzogen, angenommene Beiträge durchlaufen danach ein Fachlektorat. Die Ausgabe 60 erscheint im Sommer 2027.
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