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Internationale Konferenz zur Professionalisierung der Kompetenzanerkennung

03.09.2021, Text: Karin Gugitscher und Karin Reisinger, Redaktion: Karin Reisinger, wba
Die Online-Konferenz am 23.9.2021 thematisiert zentrale Fragen zur Validierung von Kompetenzen und präsentiert Ergebnisse des Erasmus+-Projekts PROVE.
  • Grafik: CC BY, Eberhard Karls Universität Tübingen, PROVE Logo, https://uni-tuebingen.de/de/174546
    Eine Internationale Konferenz zum Thema Professionalisierung von Validierungspersonal findet am 23.09.2021 statt.

Professionalisierung von Validierungspersonal

Die Validierung non-formal und informell erworbener Lernergebnisse bietet großes Potenzial, Kompetenzen sichtbar zu machen und insbesondere die Teilhabe am Arbeitsmarkt zu erleichtern. Das Vertrauen in Validierung hängt einer Cedefop-Studie (2015) zufolge aber weitgehend von der Arbeit der Menschen ab, die direkt in die Validierung involviert sind und die KandidatInnen im Validierungsprozess begleiten. Dennoch gibt es innerhalb der Europäischen Union keinen Konsens bezüglich Kompetenzstandards oder Professionalisierung von Validierungspersonal.

 

An dieser Stelle setzt das transnationale Projekt PROVE (Professionalisation of Validation Experts) an: Es möchte zur Professionalisierung von Validierungspersonal beitragen und die Validierungssysteme Europas stärken. In dem von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Erasmus+ geförderten Projekts arbeiten seit Oktober 2019 zehn Partnerorganisationen aus sechs EU-Ländern zusammen, welche aus Forschungseinrichtungen und auf die Validierungspraxis spezialisierten Organisationen bestehen. In PROVE wurden drei Produkte entwickelt, um Validierungspersonal in Europa in ihrer Professionalisierung zu unterstützen.

 

Ein Kompetenzmodell für Validierungsfachkräfte

Das in PROVE entwickelte Kompetenzmodell für professionelles Handeln von ValidierungspraktikerInnen ist ein generisches Strukturmodell, das europaweit anschlussfähig und gleichzeitig offen ist, um es je nach Tätigkeitsbereich und Handlungsfeld zu spezifizieren. Das Modell umfasst vier zentrale Kompetenzaspekte:

  • Validierungs- und feldspezifisches Wissen
  • Berufspraktisches Wissen und Können
  • Professionelle Wertehaltungen und Überzeugungen
  • Professionelle Selbststeuerung

 

Jeder dieser vier Kompetenzaspekte ist in Kompetenzbereiche unterteilt, die als detaillierteste Ebene unterschiedliche Kompetenzfacetten aufweisen. Beim Aspekt des berufspraktischen Wissens und Könnens werden mit den Bereichen Orientierung und Beratung, Kommunikation und Interaktion, Diagnose und Ableitung von Kompetenzen sowie Koordination und Management die spezifischen Tätigkeitsschwerpunkte in der Validierungspraxis aufgegriffen und dafür erforderliche Kompetenzen definiert.

Lernmaterialien zur Entwicklung professioneller Kompetenzen

Aufbauend auf dem Kompetenzmodell wurden in PROVE zwei weitere Produkte entwickelt:

  • ein kompetenzorientiertes Selbstevaluationsinstrument („Self-EvaluationTool"), das ValidierungspraktikerInnen die Möglichkeit bietet, Orientierung über vorhandene und weiterzuentwickelnde Kompetenzen zu erhalten
  • ein Lernressourcen-Tool Kit („Learning Tool Kit"), mit welchem sich Validierungsper-sonal eigenständig weiterbilden kann.

 

ValidierungspraktikerInnen erhalten so Zugang zu hochwertigen Lern- und Lehrmaterialien für ihre Professionalisierung, die teilweise als sogenannte Open Educational Resources (OER) ohne urheberrechtliche Probleme genutzt werden können.

PROVE: Digitale Konferenz stellt Produkte vor und eröffnet Diskurs

Am 23.9.2021 findet die kostenfreie digitale Konferenz „Perspektiven für die Validierung – Potenziale zur Professionalisierung von Validierungspersonal" statt. Die Veranstaltung wird gemeinschaftlich von den Projektpartnern aus Deutschland (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und Eberhard Karls Universität Tübingen) und Österreich (öibf und wba) organisiert. Bei diesem Multiplier Event werden die Produkte des PROVE-Projektes vorgestellt und diskutiert. Thema sind auch zentrale Fragen der Kompetenzanerkennung und der Professionalisierung von Validierungspersonal. Dabei soll eine vergleichende Perspektive auf Österreich und Deutschland eingenommen werden.

Wer kann teilnehmen?

Eingeladen sind alle, die sich für das Themenfeld Validierung interessieren: Expertinnen und Experten aus der Validierungs- und Beratungspraxis, aus der Bildungspolitik, aus der Kompetenzanerkennung und aus der Wissenschaft. Die Anmeldung erfolgt online, im Anschluss wird der Zoom-Link für die online stattfindende Veranstaltung zugesandt.

Ein Blick in die Zukunft

Welches Potential hat das im Rahmen des PROVE-Projektes entwickelte Kompetenzmodell für ValidierungspraktikerInnen? Eine Möglichkeit besteht in der Entwicklung eines Qualifikati-onsprofils für ValidierungspraktikerInnen. Ein solches Qualifikationsprofil wird derzeit im Rahmen des Projekts „wba digital – Wissenschaftliche Begleitung" vom öibf und ibw entwickelt. Das Projekt wird aus Mitteln des ESF und des BMBWF gefördert und läuft noch bis Ende 2021. Bei der Entwicklung des Qualifikationsprofils werden sowohl die Spezifika von Validierungsverfahren in Österreich durch Interviews mit ExpertInnen unterschiedlicher nationaler Validierungsverfahren berücksichtigt, als auch die internationale Anschlussfähigkeit durch die Integration der Ergebnisse aus dem PROVE-Projekt gewährleistet. Mit dem Qualifikationsprofil wird das Ziel verfolgt, eine Referenz für Qualifizierungs- und Zertifizierungsangebote für ValidierungspraktikerInnen zur Verfügung zu stellen und so zur Professionalisierung dieses jungen Tätigkeitsfeldes beizutragen.

Die Unterstützung der Europäischen Kommission für die Erstellung dieser Veröffentlichung stellt keine Billigung des Inhalts dar, welcher nur die Ansichten der Verfasser wiedergibt, und die Kommission kann nicht für eine etwaige Verwendung der darin enthaltenen Informationen haftbar gemacht werden.

Weitere Informationen:
Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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