Informelle Gruppen in Onlinemeetings? Dafür gibt es Technologien!
Unhangout
Unhangout ist ein Open-Source-Tool, das ursprünglich für das Abhalten von Barcamps mit mehreren hundert TeilnehmerInnen entwickelt wurde. Betreten die Teilnehmenden den Hauptraum, können alle die TeilnehmerInnenliste sowie die zur Verfügung stehenden Breakout-Räume sehen, die der Host im Vorhinein einrichten und benennen kann. Im Zentrum steht der Bereich für den Textchat, über den die Teilnehmenden kommunizieren können. Der/Die Gastgeberin hat allerdings die Möglichkeit, eine Videonachricht an alle Anwesenden zu streamen. Völlig selbstständig können die Teilnehmenden nun per Mausklick in einen Breakout-Raum eintreten und jederzeit in den Hauptraum zurückkehren. Dort können sie auch selbst neue Breakout-Räume anlegen, in die maximal zehn Personen eintreten können. Im Gruppenmeeting, das aufgezeichnet werden kann, stehen Text-, Audio- und Videochat sowie ein Pad zur Verfügung.
Wonder (vormals Yotribe)
Der Videokonferenzdienst Wonder stellt einen zweidimensionalen Raum zur Verfügung, den der Host grafisch in verschiedene Bereiche unterteilt oder mit einem Hintergrundbild versieht. Als kreisförmige Avatare mit Portraitbild bewegen sich die Teilnehmenden frei im Raum umher. Nähern sich Avatare einander an, öffnet Wonder einen sogenannten Circle, der technisch einem Breakout-Raum entspricht. Maximal 15 Personen können in diesen eintreten und darin per Text- , Video- und Audiochat kommunizieren. Durch Bewegen des eigenen Avatars können die Teilnehmenden die Gruppenunterhaltung verlassen und in einen anderen Circle eintreten. Wie in einem echten Raum können alle Anwesenden immer beobachten, wo sich die anderen befinden und mit wem sie gerade in einem Circle sind. Als GastgeberIn bzw. dementsprechend berechtigter Personen steht auch eine Broadcasting-Funktion zur Verfügung, die Durchsagen an alle Teilnehmenden ermöglicht.
Gatherly
Die Software Gatherly funktioniert ähnlich wie Wonder. Hier bewegen sich alle Anwesenden als kleine Quadrate mit Namen auf einer Raumkarte in der rechten oberen Ecke des Fensters. Kommen sich die Quadrate nahe genug, öffnet sich ein Breakout-Raum, der auf 15 TeilnehmerInnen begrenzt ist. Für private Unterhaltungen können die Personen in einem Breakout den Raum sperren, sodass niemand mehr eintreten kann. Der Aufbau von Gatherly ist einem Hotel nachempfunden. GastgeberInnen können vor der Veranstaltung eine unendliche Zahl an Räumen auf verschiedenen Ebenen einrichten. Die Teilnehmenden nutzen den sogenannten „Elevator", um zwischen den einzelnen Räumen zu wechseln. In der TeilnehmerInnenliste ist immer ersichtlich, auf welcher Ebene sich eine Person gerade befindet. Wie Wonder verfügt Gatherly über eine Broadcasting-Funktion, um alle Anwesenden gleichzeitig per Audio zu erreichen. Nicht zu verwechseln ist Gatherly mit dem Tool Gather, das ebenfalls partizipative Videokonferenzen anbietet.
Zugang, Kosten und Sicherheit
Die oben genannten Videokonferenzdienste funktionieren link- und browserbasiert. Die Teilnahme ist über Aufruf eines Veranstaltungslinks möglich und es bedarf keiner speziellen Software. Events auf Gatherly und Wonder können zusätzlich mit einem Zutrittscode versehen werden. Die Nutzung von Unhangout und Wonder ist derzeit kostenlos. Bei Gatherly entstehen abhängig von Zahl der Teilnehmenden und angelegten Räumen individuelle Kosten. Sowohl Gatherly als auch Unhangout sind amerikanische Softwareprodukte, allerdings geben beide Online-Dienste an, keine Text-, Audio- oder Videodaten zu speichern. Wonder hat seinen Firmensitz in Deutschland und somit sind dessen Dienste DSGVO-konform nutzbar.
Es ist empfehlenswert, die Funktionen und die Benutzung der Videochat-Tools vorab zu erklären bzw. zu demonstrieren. Wechsel von einem laufenden Webinar in eines der Tools sollten Lehrende genau anleiten. So können sie sicherstellen, dass die Teilnehmenden alle Funktionen der Dienste problemlos nutzen und bei technischen Problemen um Hilfe bitten können.
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