WIFI Österreich hat ein neues Kuratorium
Nach den Ergebnissen der Umfrage zu urteilen, sei die Bedeutung von lebenslangem Lernen (LLL) hierzulande beinahe unumstritten: 87 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher erachten dieses als sehr wichtig bzw. einigermaßen wichtig. Das ergab das Weiterbildungsbarometer 2015 des IMAS-Instituts im Auftrag des WIFI, für das im Herbst 1.002 Österreicher/innen über 16 Jahre befragt wurden. Nach Angaben des WIFI sind die Ergebnisse repräsentativ.
WIFI: LLL ist ausbaufähig
"In der Realität hapert es allerdings", kommentiert der neue WIFI Österreich-Kurator Markus Raml anlässlich seiner Antrittspressekonferenz am 10. November vor Medienvertreterinnen und Medienvertretern die Studienergebnisse. Denn von jenen Befragten, die lebenslanges Lernen sehr wichtig finden, habe nur ein knappes Viertel dieses nach eigenen Angaben bereits stark umgesetzt. Gefragt nach den Hauptzielen im Leben, standen ein harmonisches Familienleben und ein sicherer Arbeitsplatz ganz oben, während der Drang nach Wissen eher gering ausgeprägt zu sein scheint - so das WIFI.
Wettbewerbsfaktor Weiterbildung
"Laut Studie gaben außerdem nur 27 % der Befragten als Lebensziel an, vieles zu wissen und neugierig bleiben zu wollen, und nur 13 % wollten lebenslang lernen und sich beruflich weiterbilden", so Raml. "Genau hier müssen wir ansetzen. Dank dem rasanten Fortschritt wissen wir heute nicht, was wir morgen wissen müssen. Die Grundausbildung eines Menschen reicht schon lange nicht mehr, um beruflich nachhaltig erfolgreich zu sein. Ohne stetige Weiterbildung können wir in unserer dynamischen, hoch technologisch geprägten Wissensgesellschaft nicht reüssieren!"
Appell an die Politik: Anreize schaffen
Lebenslanges Lernen ist für Raml Pflicht, nicht Kür. Der neue WIFI Österreich-Kurator richtet daher gemeinsam mit dem Institutsleiter WIFI Österreich, Michael Landertshammer, Forderungen an die Bildungspolitik: Anreizsysteme für Weiterbildung müssten ausgebaut werden. Konkret seien Bildungsprämie und Bildungsfreibetrag für Unternehmen wieder einzuführen und das Bildungskonto für Einzelne endlich zu realisieren. Eine weitere Forderung betrifft den Einsatz von lehrenden Expert/innen in der beruflichen Erwachsenenbildung: dieser müsse nebenberuflich und flexibel möglich sein. "Nur die nebenberufliche Vortragstätigkeit von Expert/innen aus der Wirtschaft auf selbstständiger Basis oder in Form freier Dienstverträge sichert den Know-how-Transfer zwischen Unternehmen und beruflicher Weiterbildung." so Landertshammer.
Die WIFIs
Die Wirtschaftsförderungsinstitute der Wirtschaftskammern sind mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent nach eigenen Angaben der größte Anbieter für berufliche Aus- und Weiterbildung in Österreich. Pro Jahr besuchen demnach mehr als 350.000 Kundinnen und Kunden über 30.000 Kurse, Seminare und Lehrgänge. Aktuell sind für die WIFIs 12.000 Trainer/innen im Einsatz. Seit bald 70 Jahren sieht sich das WIFI mit einer Dachorganisation (WIFI Österreich), neun Landesinstituten und 80 Außenstellen als kompetenter Partner der österreichischen Wirtschaft.
Das WIFI International begleitet international tätige, österreichische Unternehmen mit beruflicher Aus- und Weiterbildung "Made in Austria" in Länder der CEE- und SEE-Region. Das WIFI Unternehmerservice bietet Veranstaltungen und Publikationen zu Themen, die für Unternehmen in Zukunft wichtig werden, heißt es in der Aussendung weiter. Im Mittelpunkt stehe das Entwickeln und Koordinieren von Wirtschaftsförderungsprogrammen mit Kofinanzierungspartnern.
Quelle: Presseinformation WIFI Österreich, red. bearb. u. gek.
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