Durch Digitales Jobonboarding die digitale Kluft am Arbeitsmarkt verringern
Das Erasmus+ Projekt Digital Jobonboarding (Projekt DJ) hat das Ziel, die digitale Kluft bei der Arbeitsaufnahme für gefährdete Zielgruppen, insbesondere jungen Arbeitssuchenden ohne akademischen Bildungshintergrund, mit Hilfe von digitalem Jobonboarding zu schließen.
Neue Anforderungen am Arbeitsmarkt
Es hat sich viel getan am Arbeitsmarkt, die Anforderungen an neue Mitarbeitende sowie Lehrlinge wachsen. Insbesondere werden im Rahmen der Digitalisierung am modernen Arbeitsmarkt digitale Skills nun vorausgesetzt. Zu den wichtigsten zählen: Die Auswahl an Tools pro Anwendungsbereich, Datenschutz und Cybersicherheit, Recherchetätigkeiten im Internet, Medien- und Quellenkritik sowie Stressmanagement und Offenheit für Veränderungen bei digitalen Medien und Selbstwirksamkeit.
Digital Jobonboarding – Erasmus+ Projekt
Genau hier setzt das Projekt Digitales Jobonboarding an. Digitale Onboardingprozesse sind zielgerichtete Integrationsmaßnahmen für neue Mitarbeitende in einem Unternehmen, die sich online gestalten. Digitales Jobonboarding adaptiert diesen Begriff und geht hier einen Schritt zurück, richtet sich also an Personen, die in den Arbeitsmarkt, einen Beruf oder eine Berufsausbildung integriert werden sollen. Insbesondere Jugendliche, die nicht in einen unterstützenden institutionellen Rahmen eingebettet sind, sollen durch das Projekt die Möglichkeit bekommen, digitale Kompetenzen für die Anforderungen am Arbeitsmarkt zu erlangen.
In diesen fünf Modulen sollen Jugendliche optimal auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vorbereitet werden:
- Digitale Tools
- Neue Formen der Arbeit und der Arbeitsorganisation
- Persönliches Arbeitsleben
- Professionelle soziale Verantwortung in den sozialen Medien
- Sicherheitsaspekte in Bezug auf digitale Tools
Absolviert werden diese dann über eine eLearning-Plattform im Blended Learning.
Distance Learning und digitale Skills
Besonders die Covid-19-Pandemie und das daraus resultierte Distance Learning haben zu Digitalisierungsanstößen beigetragen. Junge Erwachsene, so könnte man annehmen (die Generation Millennials und Generation Z – digital Natives wie sie auch gerne genannt werden), müssten somit gute digitale Skills für den Arbeitsmarkt mitbringen.
Eine Studie über Distance Learning an österreichischen Universitäten und Hochschulen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der Donau-Universität Krems stellte fest, dass Distance Learning im Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/2021 an Hochschulen und Universitäten gut funktionierte.
Studien der Universität Wien zeigten hingegen, dass die Schere zwischen lernstärkeren und lernschwächeren Schüler:innen in Österreich (insgesamt 582.969 Pflichtschüler:innen waren es laut Erhebungen der Statistik Austria im Schuljahr 2020/21) immer weiter auseinander ging. Eine große Herausforderung stellte vielmals das fehlende Equipment, besonders bei sozioökonomisch schwachen Haushalten, und die Lernmotivation dar.
Herausforderungen bei Digitalen Jobonboardingprozessen
Digitale Jobonboardingprozesse stellen sich vier Herausforderungen:
- Die Zielgruppe ist breit gefächert und kommt von unterschiedlichen Schul- oder Studienabschlussniveaus;
- die Kommunikation muss demnach angepasst sein, sollte also akkurat und passend sein;
- es muss eine Balance gefunden werden um auf individuelle aber auch Firmenbedürfnisse eingehen zu können;
- es muss auf neue Mitarbeiter:innen eingegangen werden können.
So sollten sie sich die Beteiligten willkommen fühlen und ihre Ängste adressiert werden. Aber auch die (digitale) Kluft zwischen arbeitssuchenden Jugendlichen mit und all jenen ohne höheren oder akademischen Bildungshintergründen, stellt digitale Jobonboardingprozesse vor eine große Herausforderung, der sich das Projekt DJ während der Projektdauer von November 2021 bis Mai 2023 stellt.
Umgesetzt wird es von der Fachhochschule Joanneum, Jugend am Werk Steiermark, DEX Innovation aus Tschechien, Fondazione Fenice Onlus aus Italien, Synthesis Center for Research and Education (Zypern) und der Haaga-Helia Ammattikorkeakoulu aus Finnland.
Über die Autorin
Antonia Pichler arbeitet seit zwei Jahren bei Jugend am Werk. Sie ist einerseits Sozialpädagogin beim Drehscheibenprojekt My Life und andererseits Mitarbeiterin bei EU-Projekten.
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