Neue App für mehr Zivilcourage im Netz
Ein Einblick:
Erfolgreiche Geschichten über Zivilcourage
Unter dem Titel "Held*innen" holt die App Menschen vor den Vorhang, die erfolgreich online Zivilcourage gezeigt haben. Teil der Geschichten sind auch die Risken, die mit bestimmten Aktionen verbunden sein können. Z.B. erfahren Leser*innen, dass zwei Menschen aus Großbritannien auf Missstände im Gesundheitssystem aufmerksam gemacht haben – trotz Kritik ihrer Vorgesetzten. Sie waren erfolgreich, trugen aber das Risiko, ihren Job zu verlieren oder öffentlich verunglimpft zu werden.
Vorfälle melden und Rechte kennen
Die App zeigt auf, welche Melde- und Beratungsstellen es bei Hass im Netz, Cybermobbing oder Fake News gibt. Darüber hinaus verlinkt sie zu Anleitungen bekannter Social-Media-Seiten, die beschreiben, wie Nutzer*innen problematische Inhalte auf der jeweiligen Plattform melden können.
Die App enthält auch Informationen zu gesetzlichen Grundlagen im Zusammenhang mit Hass im Netz und Cybermobbing – wie z.B. Informationen über das Recht am eigenen Bild, das Hass-im-Netz-Bekämpfungsgesetz oder die Datenschutzgrundverordnung.
Ein Glossar mit Begriffen rund um das Thema (z.B. mit Begriffen wie "Ghosting" oder "Love-Scam") und Erklärungen dazu, ist auch enthalten.
Fake News erkennen
In einem Quiz können Nutzer*innen das Erkennen von Fake News üben. Anhand von Beispielen versucht man einzuordnen, ob die Inhalte eines Postings wahr oder falsch sind. Im Anschluss gibt es die Auflösung und weitere Tipps, wie man Falschmeldungen erkennen kann.
Reagieren und argumentieren
Mehrere Inhalte beschäftigen sich damit, wann und wie man auf Cybermobbing oder Hass im Netz reagieren kann. Das Vier-Ecken-Spiel z.B. zeigt Fallbeispiele, auf die man auf unterschiedliche Art und Weise reagieren kann. Dabei kann man auch neue Reaktionen vorschlagen, die ein Komitee prüft und ggf. als weitere Antwortmöglichkeit in das Spiel einbaut.
Im Bereich "Nur Fakten zählen" gibt es Tipps, wie man das eigene Anliegen online besser kommunizieren und Fakten darlegen kann. Ein Tipp z.B. heißt "Wahrheitssandwich". Dabei geht es darum, zunächst die richtige Information zu einem Sachverhalt zu beschreiben. Danach gilt es zu erklären, dass das Posting bzw. ein Teil davon falsch/gelogen ist. Schließlich schließt man die Argumentation wiederum mit einer richtigen/geprüften Information.
Beim Argumentations-Chat über Verschwörungsmythen muss man auf eine Chat-Nachricht mit fragwürdigen Inhalten reagieren. Hierzu wählt man zwischen verschiedenen Antwortmöglichkeiten aus. Am Ende gibt es Tipps, wie man auf solche Chat-Nachrichten angemessen antworten kann. Bei diesem Argumentations-Chat gibt es jedoch bislang nur ein Chat-Beispiel, anhand dessen man Reaktionen üben kann.
App für Jugendliche auch für Erwachsene geeignet?
Die App ist für Jugendliche konzipiert, was sich auch an verschiedenen Stellen zeigt: Z.B. bei der freundschaftlichen Ansprache per "Du" oder beim Vier-Ecken-Spiel, dessen Inhalt oft auf die Schule bezogen ist. Die anderen Inhalte können jedoch - je nach Zielgruppe - auch für das Lernen Erwachsener geeignet sein bzw. können einige Beispiele für das Lehren und Lernen mit Erwachsenen als Inspiration dienen. Denn der Großteil der Inhalte und Beispiele betrifft ebenso die Lebenswelt Erwachsener, die sich z.B. mit Verschwörungsmythen rund um Corona, die Klimakrise oder mit Rassismus und Antisemitismus konfrontiert sehen.
Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) entwickelte die App in Zusammenarbeit mit Expert*innen zum Thema Zivilcourage – mit finanzieller Unterstützung der Arbeiterkammer Wien.
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