Forum-Jahrestagung und Preis der Katholischen Erwachsenenbildung 2021
Passgenaue Bildungsmaßnahmen fördern Verhaltensänderung für ein klimafreundliches Leben
Wer mit dem E-Auto günstiger fährt, fahre oft auch mehr. Und viele, die sich ein E-Auto kaufen, würden sich dann eine Urlaubsreise mit dem Flugzeug gönnen. Erwartete CO2-Einsparungen durch technologische Neuerungen würden deshalb nicht zu 100% realisiert werden können, erklärte Sebastian Seebauer, Umweltpsychologe vom Joanneum Research Life Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft in seinem Vortrag. Durch diesen "Rebound-Effekt" würde die Hälfte der CO2-Einsparungen durch dieses veränderte Nutzungsverhalten verhindert. Der Umweltpsychologe zeigte jedoch Wege, diesen Effekten vorzubeugen und zu motivieren, in allen Konsumbereichen klimafreundlicher zu leben. "Verhaltensänderung passiert nicht von heute auf morgen, sondern läuft in Stufen ab", so Seebauer. "Menschen brauchen maßgeschneiderte Motivationen und Anreize." Anstatt den finanziellen Gewinn energieeffizienter Technologien in den Vordergrund zu rücken, sollten Bildungs- und Kommunikationsmaßnahmen etwa besser die Selbstwirksamkeit stärken und weltbezogen Wertehaltungen bewusst machen.
Schluss mit der Ökomoral! - Motivierende Rahmenbedingungen helfen beim Klimaschutz
Alle sind für den Klimaschutz, aber niemand will sich einschränken. Doch durch Ökoroutine, also durch Standards und Limits, ließen sich Verhältnisse ändern, sagt Michael Kopatz. Der Umweltwissenschaftler und Buchautor sprach in seinem Impulsvortrag darüber, wie wir den Planeten retten können, ohne ständig daran zu denken. "Schluss mit den moralischen Appellen!", forderte Kopatz. "Das Richtige zu tun, muss sich gut anfühlen – und das ist eine Frage von Rahmenbedingungen. Wir brauchen Strukturen, die die Menschen motivieren." Etwa Living Hubs statt Einfamilienhaus, Sanierung statt Neubau oder Carsharing, Radinfrastruktur und Autoabschaff-Prämie statt Neuwagen. Politscher Protest sei wichtiger als privater Konsumverzicht, Bewusstseinsbildung sei Voraussetzung für Klima-Politik, so Kopatz.
Preis der Katholischen Erwachsenenbildung geht an Projekt "Menschen für Menschenrechte"
Abgerundet wurde das Tagungsprogramm durch die Verleihung des Preises der Katholischen Erwachsenenbildung 2021. Aus insgesamt 13 Projekteinreichungen verlieh die Jury dem Projekt "Menschen für Menschenrechte" des Bildungszentrums Maximilianhaus in Attnang-Puchheim den mit 6.600 Euro dotierten Preis. Im Rahmen des ausgezeichneten Projektes werden Menschen aus Gemeinden, die sich für Menschenrechte einsetzen, in Form eines mobilen Denkmals auf einem öffentlichen Platz präsentiert. Das Wander-Denkmal wurde von der Künstlerin Marlies Horner entworfen. "Menschenwürde ist etwas, das man immer neu mit Leben füllen muss. Es braucht in jeder Gemeinde jemanden, der Menschenrechte in den Blick nimmt. Genau das wollen wir mit diesem Projekt schaffen. Danke für diesen Preis!", sagte Willi Seufer-Wasserthal vom Bildungszentrum Maximilianhaus und dankte Projektpartnern und Unterstützer*innen.
Über das Forum Katholischer Erwachsenenbildung und den Preis der Katholischen Erwachsenenbildung
Das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich vernetzt 70 Erwachsenenbildungsorganisationen in kirchlicher Trägerschaft. Das Angebot dieser Organisationen umfasst ein breites Spektrum moderner Bildungsarbeit und stellt immer den Menschen und seine persönliche Entfaltung in den Mittelpunkt. Mit über 30.000 Veranstaltungen und 700.000 Besucher*innen ist das Forum Katholischer Erwachsenenbildung einer der größten Verbände in Österreich.
Der Vorstand des Forums Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich bringt den "Preis der Katholischen Erwachsenenbildung Österreichs" alle zwei Jahre zur Ausschreibung.
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