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Gesundheitsbildung: So prägt Corona die Programme in Österreich

05.04.2021, Text: Jennifer Friedl, Redaktion/CONEDU
Einsamkeit und Ängste bewältigen, im Home-Office gesund bleiben oder Informationen zu medizinischem Wissen erhalten: Bildungsanbieter reagieren mit ihren Angeboten auf die Krise.
  • Foto: Pixabay Lizenz, Respro Polska, http://pixabay.com
    Die Angebote zur Gesundheitsbildung richten sich auf die psychische und körperliche Gesundheit.
Durch die Corona-Pandemie ergeben sich neue Bedarfe an Gesundheitsbildung und -aufklärung, auf die österreichische Bildungsanbieter reagiert haben. Ein Blick in aktuelle Kursprogramme zeigt, dass neben gesundheitsfördernden Angeboten für das durch den Lockdown verstärkte Arbeiten im Homeoffice und Informationen zur Corona-Impfung auch die psychischen Auswirkungen der Pandemie ein wichtiges Thema sind.

Existenzsorgen, Angst und Einsamkeit: Angebote der VHS beleuchten Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Im Programm der Wiener Volkshochschulen finden sich Angebote, die die psychischen Auswirkungen der Pandemie thematisieren. In Webinar "Was macht Corona mit der psychischen Gesundheit?" wurden im Jänner 2021 die Ergebnisse einer partizipativen BürgerInnen-Befragung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft präsentiert, die auch als Grundlage für künftige politische Maßnahmen dienen sollen. Der Fokus der Studie liegt z.B. auf Existenzsorgen und Einschränkungen der sozialen Kontakte. Teilnehmende waren dazu eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen zu teilen und im Kontext der Studienergebnisse zu diskutieren.

 

Ein weiteres Webinar-Angebot der Wiener Volkshochschulen, das im Juni 2021 stattfindet, widmet sich der Angst in Zeiten von Corona. Die Medien konfrontieren die Bevölkerung laut Kursbeschreibung täglich mit einer Fülle an widersprüchlichen Informationen zu z.B. Testungen und Impfungen, die sehr belastend und verunsichernd sein können. Im Webinar sollen Ängste, die dadurch entstehen, thematisiert und gesundheitsfördernde Umgangsweisen mit psychisch belastenden Situationen diskutiert werden.

 

Auch gesellschaftskritische Ansätze der Gesundheitsbildung stehen z.B. in Angeboten der Kärntner Volkshochschulen im Fokus. Der im April stattfindende Kurs "Neoliberalismus, COVID und Einsamkeit" möchte aufzeigen, wie das im Zuge der Lockdowns erfolgte Plädieren auf Eigenverantwortung und Selbstdisziplin die Handhabung der Pandemie in die Hände von Individuen verschiebt. Die zusätzliche Einschränkung von Gemeinsamkeit und Kollektivität führe demnach zu psychischer Überforderung und Vereinsamung.

Gewerkschaftliche Bildung: Gesundheitsübungen sollen Arbeit im Homeoffice erleichtern

Der Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB) widmet sich in diversen Online-Seminaren dem gesunden Arbeiten im Homeoffice. Durch den Lockdown arbeiteten viele ArbeitnehmerInnen verstärkt von zu Hause aus. Dies führte laut VÖGB zu vielen Vorteilen, aber auch Belastungen durch z.B. erhöhte Präsenzzeiten vor dem Bildschirm. Im Seminar wird dem Hintergrund von Schlagwörtern wie z.B. "Office Eye Syndrom" oder "Digitale Balance" auf den Grund gegangen und Übungen zur Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit für z.B. den Hals-, Nacken-, Schulterbereich vermittelt. Zusätzlich lernen die Teilnehmenden die Arbeit im Homeoffice durch Selbstmanagement möglichst gesundheitsfördernd zu gestalten. Die nächste Online-Veranstaltung zum Thema findet am 15. April statt, Voraussetzung ist eine ÖGB Mitgliedschaft sowie eine aktive Funktion.

 

Auch bereits stattgefundene Veranstaltungen des VÖGB richteten sich auf z.B. die gesundheitlichen Auswirkungen von durch Corona gesteigerten Druck am Arbeitsplatz oder Methoden und Techniken, um die Gesundheit trotz durch die Pandemie erhöhter Arbeitsbelastungen zu fördern.

Krise als Chance nützen, um Gesundheitsbewusstsein zu entwickeln

Das Angebot "Krise als Chance - Wie wir unser Immunsystem stärken" der Volkshochschulen Niederösterreich möchte Teilnehmenden dabei helfen, krisenhafte Zeiten zu nutzen, um ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit zu entwickeln und sich neues Wissen anzueignen. In einem Workshop, der sich dem Immunsystem widmet, erfahren Interessierte, welchen Einflüssen es durch z.B. Ernährung, Stress oder Elektrosmog ausgesetzt ist und welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um es aktiv zu schützen. Der nächste Termin ist am 21. April vorgesehen.

Vorträge zum Forschungsstand hinsichtlich der Corona-Impfung

Ausgehend vom Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV) fand Anfang März ein Vortrag mit dem Titel "Was ich über die Corona-Impfung wissen sollte bzw. schon immer wissen wollte" statt. Der Infektiologe Christoph Wenisch präsentierte dabei aktuelle Informationen zu Forschungsergebnissen und der Entstehung von Impfungen. In einem zusätzlichen Padlet sammelt der VÖV hilfreiche Links für Personen, die sich über Impfungen informieren möchten. Auch im Programm der Volkshochschulen finden sich Seminare über den Hintergrund von Impfungen. Die Volkshochschule Burgenland bot z.B. bereits Webinare an, in denen ExpertInnen erklären, was durch Impfungen im Körper passiert und was z.B. unter Herdenimmunität zu verstehen ist. Das Programm wird laufend aktualisiert.

 

Auch in den Einrichtungen des Rings Österreichischer Bildungswerke gibt es Programme rund um Corona. Im Kärntner Bildungswerk bspw. gibt es einen Online-Vortrag zur Covid-Impfung. Zwei Experten berichten darüber, wie sich die Impfung von geläufigen Impfungen unterscheidet. Teilnehmende erfahren auch, wie Impfstoffe entwickelt werden und wie sich die Impfung der Bevölkerung auf den Verlauf der Corona-Pandemie auswirken wird. Der Vortrag findet am 8. April statt. Die Vortragenden gehen zudem auf Fragen, die der Impfstoff aufwirft, ein.

 

Bei den vorgestellten Angeboten handelt es sich um eine redaktionelle Auswahl basierend auf Erwachsenenbildungseinrichtungen der KEBÖ, die im Zeitraum von Jänner bis Juni 2021 Bildungsangebote zur Gesundheit angeboten haben bzw. anbieten. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: EPALE E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa
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