Der Krisenmodus ist vorbei
Viel Improvisationskunst und enorme Umsatzeinbrüche
Die Katholische Erwachsenenbildung in Österreich musste in den letzten beiden Monaten viel Improvisationskunst aufwenden, um mehr als 6.000 Veranstaltungen zu verschieben oder abzusagen bzw. in digitale Formate umzuwandeln und bereits eingezahlte Kursbeiträge zurück zu überweisen. Alle Bildungseinrichtungen erlitten enorme Umsatzeinbrüche, und viele nationale und internationale Bildungsprojekte sind in der Warteschleife.
Wiederaufnahme des Angebots ab Juni
Trotz des enormen administrativen Aufwandes und strenger Abstands- und Hygienerichtlinien haben die meisten Katholischen Erwachsenenbildungseinrichtungen mit Juni ihr Angebot wiederaufgenommen.
"Die Zwangspause hat deutlich gemacht, wie wichtig den Menschen die Angebote der Katholischen Erwachsenenbildung sind.", bestätigt Christian Kopf, Vorsitzender des Forums Katholischer Erwachsenenbildung und Leiter des Bildungshauses Batschuns in Vorarlberg. "Bildung lebt von Begegnung, sie schafft Beziehung vor Ort und Bindung zwischen den Menschen. Diese haben viele in der Coronakrise vermisst bzw. wurde ihnen neu bewusst. Wann beginnen eure Angebote wieder?... fragen viele an.", so Kopf.
Im Elternbildungsbereich ist die Nachfrage nach Veranstaltungen sehr hoch, und viele Eltern-Kind-Gruppen wollen wieder starten, weil der Bedarf nach Austausch und Begegnung groß ist. Gleichzeitig ist die Verunsicherung bezüglich richtiger Hygienemaßnahmen spürbar.
Starke Nachfrage nach digitalen Angeboten führt zu Modernisierungsschub
Webinare, Onlinekurse und der Umgang mit Onlinetools waren in der Coronazeit stark gefragt. "Wir haben in den letzten Jahren die Gruppe der Senior*innen gezielt im Bereich Smartphone und Tablet geschult. Dies kam ihnen jetzt sehr zugute, weil sie dadurch mit ihren Familien Kontakt halten und sich online über aktuelle Entwicklungen informieren konnten.", erklärt Ute Paulweber vom Katholischen Bildungswerk Steiermark den Erfolg der Digitalisierungsstrategie. Es wurde eine Telefonhotlinie für technische Fragen eingerichtet und Erklär-Videos gedreht, wie man online eine Eltern-Kind-Gruppe und Senior*innengruppen durchführen kann.
Insgesamt hat in den letzten zwei Monaten ein Modernisierungsschub stattgefunden, der in Zukunft öfter zu einer Verbindung von Präsenz- und Onlineseminaren führen wird.
Großer finanzieller Schaden und Zukunftsängste
Der enorme Ausfall von Teilnahmegebühren, die Umsatzeinbrüche im Seminar- und Gästebereich und die zusätzlichen Hygienemaßnahmen im Bildungsbetrieb haben bei allen Katholischen Erwachsenenbildungseinrichtungen einen großen finanziellen Schaden angerichtet. Ob die verschiedenen Corona-Fonds in der Erwachsenenbildung greifen, wird sich erst zeigen. "Leider ist zu befürchten, dass viele Bildungseinrichtungen auf ihren Kosten sitzen bleiben und dadurch in große finanzielle Schwierigkeiten geraten.", fasst Ernst Sandriesser, Geschäftsführer des Forums Katholischer Erwachsenenbildung die Sorge der Bildungsanbieter zusammen. "Immerhin hängen österreichweit mehr als 10.000 Arbeitsplätze daran. Dabei war das Jahr 2019 mit 33.000 Veranstaltungen und über 700.000 Teilnehmenden sehr erfolgreich. Damit dies auch 2021 möglich wird, braucht es jetzt die Unterstützung der öffentlichen Hand. Nur so bleibt leistbare Bildung für alle möglich.", so Sandriesser.
Unterstützung durch Diözesen
"Wir Bischöfe wissen um den wertvollen Beitrag der verschiedenen Bildungseinrichtungen zum Wohl der einzelnen Menschen sowie für ein gelungenes Zusammenleben in unserer Gesellschaft und Kirche.", so Bischof Wilhelm Krautwaschl, der in der Österreichischen Bischofskonferenz zuständig für Erwachsenenbildung ist. Deshalb bemühen sich die Diözesen, eine breit aufgestellte Katholische Erwachsenenbildung in ihrem für das Gemeinwohl so wertvollen Auftrag gut zu unterstützen.
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