Zuversicht im Fokus: Forum-Jahrestagung und Preisverleihung 2025
Rund 70 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich diskutierten, wie Zuversicht in unsicheren Zeiten gestärkt und durch Bildung gefördert werden kann. Höhepunkte waren die Verleihung des Preises der Katholischen Erwachsenenbildung 2025 sowie die Feier „20 Jahre MARKE Elternbildung“.
Zuversicht als Grundhaltung kirchlicher Erwachsenenbildung
Forumsvorsitzender Hubert Petrasch zog Bilanz über ein „ereignisreiches Jahr“: Unter Bernd Wachter wurde die Konferenz der Erwachsenenbildung (KEBÖ) rechtlich als Verein gefestigt. Nach der Übergabe des Vorsitzes an den Volkshochschulverband sei die katholische Erwachsenenbildung „sichtbarer und stärker denn je“, so Petrasch. Auch das Forum habe Fortschritte erzielt, etwa beim Fördervertrag mit dem Ministerium und der Förderung der Basisbildung. Zugleich betonte Petrasch die Notwendigkeit „struktureller Weiterentwicklungen innerhalb des Dachverbandes“, um aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Rede schloss er mit einem Plädoyer für „Zuversicht als innere Haltung, die Mut und Hoffnung schenkt“.
Bundesgeschäftsführer Bernd Wachter unterstrich, dass Zuversicht eine tragende Grundhaltung kirchlicher Bildungsarbeit sei, „für sich selbst und für andere“. Trotz Krisen gelte es, „Ja zum Leben zu sagen“, angelehnt an Viktor Frankl. Zudem zitierte Wachter den Vorarlberger Diözesanbischof Benno Elbs und dessen Buch „Werft eure Zuversicht nicht weg“ als Leitgedanken für die Zukunft der kirchlichen Erwachsenenbildung.
Impulse aus Wissenschaft und Praxis
Zentrale Impulse kamen von Oskar Jenni, Kinder- und Jugendarzt sowie Professor für Entwicklungspädiatrie an der Universität Zürich, der anhand langjähriger Forschungsdaten zeigte, dass emotionale Geborgenheit in der frühen Kindheit langfristig entscheidender für Lebensglück und psychische Gesundheit ist als Bildung oder Einkommen. Kinder, die in stabilen Beziehungen aufwachsen, entwickeln laut Jenni eine größere Lebenszufriedenheit und Belastbarkeit über die gesamte Lebensspanne.
Erika Geser-Engleitner, Soziologin und Dozentin an der Fachhochschule Vorarlberg, thematisierte in ihrem Vortrag, dass gesellschaftliche Bilder vom Alter entscheidend prägen, wie Menschen Altern erleben. Wer Altern als Bereicherung begreife und positive Bilder entwickle, könne neue Perspektiven gewinnen und gesellschaftliche Teilhabe länger aktiv gestalten.
Umrandet wurde das Programm von Workshops, Diskussionsrunden und künstlerischen Beiträgen, diese rundeten das Tagungsprogramm ab und machten es besonders lebendig, so Organisatorin Martina Bauer, Bildungs- und Projektmanagerin im Forum.
Preis der Katholischen Erwachsenenbildung 2025 – Bildung, die zu Weisheit führt
Der Preis der Katholischen Erwachsenenbildung 2025 ging an das Katholische Bildungswerk Vorarlberg der Diözese Feldkirch für das Projekt „Unser Kind ist anders – Seminarreihe für Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung und/oder chronischer Erkrankung“.
In der Laudatio wurde betont, das Siegerprojekt verbinde Wissen, Austausch und Selbstreflexion mit persönlicher Stärkung und Resilienz. Es gebe Eltern Raum, sich gegenseitig zu unterstützen und neue Perspektiven zu entwickeln. Laudator Rainald Tippow bezeichnete es als „Bildung, die zu Weisheit führt“.
20 Jahre „MARKE Elternbildung“ – Qualität, die verbindet
Ein weiterer Höhepunkt der Tagung war das Jubiläum „20 Jahre MARKE Elternbildung“. Seit 2005 steht das Qualitätssiegel für professionelle, werteorientierte und geprüfte Elternbildungsangebote in kirchlichen Einrichtungen in ganz Österreich.
Wachter würdigte die MARKE Elternbildung als „tragende Säule katholischer Erwachsenenbildung“, die seit zwei Jahrzehnten für Verlässlichkeit und Qualität stehe.
Zum Abschluss hob Wachter hervor, dass die katholische Erwachsenenbildung mit rund 600 Hauptamtlichen, 11.000 Ehrenamtlichen und 70 Mitgliedseinrichtungen an hunderten Orten in Österreich täglich wichtige Beiträge zur Zuversicht leiste. Immerhin haben nahezu 600.000 Menschen laut der Statistik 2024 Veranstaltungen der Katholischen Erwachsenenbildung in Österreich besucht. „Bildung, die stärkt, verbindet und Hoffnung schenkt, bleibt unser Auftrag“, so Wachter.
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