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Millennials lernen am liebsten digital und in kleinen Einheiten

03.10.2018, Text: Una Ponsold, Redaktion: Redaktion/CONEDU
Die Weiterbildungsmotivation der Millennials ist sehr hoch. Allerdings haben sie andere Lerngewohnheiten als die Generationen zuvor, sagen aktuelle Blogs und Studien. (Serie: Generationen in der Erwachsenenbildung)
  • Foto: CC0 Public Domain, https://www.pexels.com
    Millennials lernen am liebsten digital und in kleinen Einheiten

Digitale Lernangebote werden den Lernbedürfnissen der Millennials gerecht

Millennials, also Menschen, die etwa zwischen 1980-1999 geboren wurden, lernen am liebsten digital – so ein Bericht auf dem E-Learning Blog der Plattform webcampus. Sie können demnach am besten mit digitalen Lernangeboten erreicht werden. Sabrina Thom vom mmb Institut geht in einem Blogeintrag auf wb-web davon aus „dass sich durch veränderte Mediennutzungsgewohnheiten auch das Lernverhalten jüngerer Altersgruppen von Lerngewohnheiten älterer Menschen unterscheidet".

 

Millennials sind „Digital Natives", das heißt, sie sind mit Smartphones und Tablets aufgewachsen und vertraut. Deshalb seien sie webcampus zufolge auch eher für E-Learning zu begeistern, zeigen eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne in Präsenzveranstaltungen und bevorzugen kürzere Lerneinheiten. Außerdem können sie mit E-Learning-Angeboten lernen wann und wo sie wollen, was die Millennials von klein auf gewohnt sind – sie können jederzeit mit Smartphone oder Tablet nach Informationen suchen. Auch Sabrina Thom bestätigt, dass die jüngere Generation als Zielgruppe für die Weiterbildung am besten erreicht werden kann, wenn digitale Medien eingesetzt werden. Jüngere TeilnehmerInnen sind digitale Inhalte gewohnt, die kurze Texte, viele Bilder und Verlinkungen enthalten. Die Verlinkungen ermöglichen zusätzlich eine „individuelle Vertiefung des Lernens", so Thom.

 

Präsenzeinheiten partizipativer gestalten

Dass sich insbesondere E-Learning-Angebote für die jüngere Generation eignen heißt jedoch nicht, dass sie für Präsenzeinheiten gar nicht zu begeistern ist. Laut einem Blogeintrag der yuiibusiness Trainings lernen die meisten Millennials „am besten in der Interaktion mit anderen, durch Selbstbeteiligung, eigene Erfahrungen und eigenes Handeln" – und nicht durch klassischen Frontalunterricht. Den Wunsch nach partizipativen Formen von Weiterbildung führt Thom darauf zurück, dass Angehörige der jüngeren Generation digitale Inhalte gewohnt sind, die mit Foren oder Chats verbunden sind und es somit ermöglichen, sich mit anderen auszutauschen und in Diskussion zu treten. „Stark erlebnis- und erfahrungsorientierte Trainings, Seminare und Weiterbildungen sind also gefragter denn je und werden in Zukunft einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen", so yuiibusiness Trainings. Außerdem weisen Dräger, Friedrich und Müller-Eiselt in einem Paper über die Digitalisierung der Hochschullehre darauf hin, dass Millennials im Gegensatz zu früheren Generationen Aufgaben gerne in Gruppen lösen und Wissen und Ideen mit anderen teilen wollen. Sie sind „diskussionsfreudiger, dialogorientierter, wollen nicht nur Wissen aufnehmen, sondern kommentieren, ergänzen, verändern, neu erschaffen". Deshalb ist laut Thom davon auszugehen, dass „diese Zielgruppe solche Erwartungen auch an formale Lernangebote richtet".

 

Weiterbildung muss zu Lebenszielen passen

Weiterbildungsangebote für Millennials müssen aber nicht nur anders gestaltet werden, sondern auch zu deren Lebenszielen passen. Für keine andere Generation zuvor war eine ausgewogene Work-Life-Balance so wichtig, so eine Studie des Zukunftsinstituts.Deshalb fordern Millennials laut yuiibusiness Trainings auf sie abgestimmte Weiterbildungen ein. Wenn von ArbeitgeberInnen Weiterbildungen angeboten werden, die nicht zu den persönlichen Lebenszielen passen, könne es durchaus passieren, dass jüngere Menschen Weiterbildungen ablehnen. „Ich höre relativ häufig von Führungskräften, dass sie jüngeren Personen Möglichkeiten anbieten und diese abgelehnt werden", erzählt die Kommunikationswissenschaftlerin Rosemarie Nowak in einem Interview mit Experis. Genau das sieht sie als kennzeichnend für Millennials, nämlich „diese individuelle Entscheidung für das eigene Leben entgegen langfristigen Karrieremöglichkeiten". Weiterbildungen werden nur dann in Anspruch genommen, wenn sie „in ihre Lebensentwicklungsphase passen".

 

Weiterbildungsmotivation sehr hoch

Auch wenn Millennials Weiterbildungsangebote ablehnen, die nicht zu ihrer Lebensplanung passen, sind sie dennoch motiviert an Weiterbildungen teilzunehmen. Laut einer Studie des Zukunftsinstitutes zählt sich stetig weiterzubilden und weiter zu qualifizieren für 85% der 20-35 Jährigen zu den wichtigsten Lebenszielen. Webcampus berichtet, dass die Chance, sich in einem Unternehmen weiterbilden zu können, gerade bei jüngeren MitarbeiterInnen „zu den Top Ten Präferenzen in Punkto Arbeitsmotivation" zählt. Auch das Zukunftsinstitut bestätigt, dass Millennials von einem guten Arbeitsplatz vor allem gute Weiterbildungsmöglichkeiten erwarten. Denn Bildung wird von dieser Generation als persönliche Absicherung genutzt, da oftmals die Absicherung durch den Staat als eher gering empfunden wird. Bildung wird also von der jüngeren Generation „als strategische Investition verstanden, Bildungswege werden frühzeitig geplant, kontinuierlich gemanagt und langfristig organisiert", so das Zukunftsinstitut.

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