Magazin erwachsenenbildung.at
Autor*innen: Sarah Funk, Johanna Koller

Community-Orientierung durch Co-Creation

Entwicklung eines inklusiven Tinkering-Workshops

Koller, Johanna/Funk, Sarah (2025): Community-Orientierung durch Co-Creation. Entwicklung eines inklusiven Tinkering-Workshops. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das ­Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 56, 2025. Online: https://erwachsenenbildung.at/magazin/ausgabe-56.
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Dieser Praxisbeitrag beschreibt die Entwicklung des Workshops „Poesie in Stop-Motion“. Dieser adressiert die Zielgruppe benachteiligter erwachsener Lernender mit Migrations- und Fluchtgeschichte in Wien. Die Workshop-Inhalte wurden unter aktiver Mitwirkung der Zielgruppe im Rahmen eines sog. „Co-Creation“-Prozesses festgelegt. So entstand ein Format, das die Erfahrungen der heterogenen Zielgruppe berücksichtigte und Mehrsprachigkeit als Ressource sichtbar machte. Die Projektträger*innen wendeten im Workshop den didaktischen Ansatz Tinkering an. Tinkering verfolgt ein prozessorientiertes, nicht-kompetitives Vorgehen. Teilnehmer*innen formulieren dabei individuelle Ziele und versuchen, diese auf selbstgewählten Wegen durch praktisches Ausprobieren zu erreichen. Als eine zentrale Herausforderung im Projekt nennen die Autorinnen die Bearbeitung der Hierarchien im Rahmen der co-kreativen Zusammenarbeit. Während die Projektträger*innen bezahlte Arbeitszeit einbrachten, sollten die Teilnehmenden unbezahlte Freizeit investieren. Eine Lösung wurde gefunden: Die Autorinnen kooperierten mit dem „Unterstützungskomitee zur Integration von MigrantInnen (UKI)“ und dem „Verein Station Wien“. Dadurch konnten die Migrant*innen im Zuge von Basisbildungskursen an dem Co-Creation-Prozess teilnehmen. Der Workshop entstand als Teil des Erasmus+ Projekts TinkerLib.

English Abstract

Community Orientation Through Co-creation - Development of an inclusive tinkering workshop

This practice-based article describes the development of the Poetry in Stop Motion workshop, which addresses the target group of disadvantaged adult learners with a migration and refugee background in Vienna. The workshop content was defined in a “co-creation” process with the active involvement of the target group. A format emerged that took into account the experiences of this heterogeneous group and made it clear that multilingualism is a resource. The project sponsors applied the didactic approach of tinkering in the workshop. Tinkering follows a process-oriented, noncompetitive procedure. Participants formulate individual goals and attempt to achieve them by trying them out in practice in ways of their own choosing. The authors identified dealing with the hierarchies that are part of co-creative cooperation as the main challenge in the project. While the project sponsors were paid for the time they worked, the participants had to invest unpaid leisure time. A solution was found: The authors cooperated with UKI – Unterstützungskomitee zur Integration von MigrantInnen (Support Committee for the Integration of Migrants) and the Station Wien association. The migrants were able to participate in the co-creation process in basic education courses. The workshop emerged from the Erasmus+ project TinkerLib.
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