Reale Orte für die Bildungsarbeit in Stadt und Land
Gestaltungsmöglichkeiten für persönliche, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung
Neuner, Angelika/Nikitsch, Tatjana (2025): Reale Orte für die Bildungsarbeit in Stadt und Land. Gestaltungsmöglichkeiten für persönliche, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 56, 2025. Online: https://erwachsenenbildung.at/magazin/ausgabe-56.
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Artikel als PDF herunterladendownloadWie müssen Räume gestaltet sein, die zu Emanzipation beitragen, Gemeinschaft stiften und demokratieförderlichen Austausch von Meinungen ermöglichen? Die Autorinnen beschreiben in diesem Beitrag ihre diesbezüglichen Erfahrungen aus dem Bildungs- und Heimatwerk (BHW) Markt Piesting-Dreistetten und dem FrauenLernRaum vom Albert Schweitzer Haus – Forum der Zivilgesellschaft in Wien. Eine Gemeinsamkeit ist, dass sich Bedarfe von Teilnehmenden oft erst im Laufe von Lernprozessen zeigen. Idealerweise gestalten Teilnehmende daher Angebote und Projekte mit. Aber es gibt auch Unterschiede: Eine Besonderheit in der Bildungsarbeit am Land sind die gemeinsame Geschichte und die intensiven persönlichen Alltagsbeziehungen der Teilnehmenden. Die Teilnehmerinnen in Wien hingegen finden über die Geschlechterzugehörigkeit eine gemeinsame Identität. Die Autorinnen unterstreichen die Bedeutung von realen Orten und analogen Begegnungen. Das ermögliche gemeinsames Erleben und ein temporäres Wir-Gefühl. Erst dadurch könne Bildungsarbeit Bezug zur Gesellschaft und gesamtgesellschaftlichen Themen herstellen. Erfolgsfaktoren für lebensumfeldbezogene Erwachsenenbildung seien Vernetzung und Kooperationen sowie qualifizierte Beziehungsarbeit, so die Erfahrung beider Autorinnen. Sie beschreiben konkrete Kooperationsprojekte wie die Arbeitsgruppe Gewaltprävention in Wien Alsergrund, bei der Sozial- und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, oder die Veranstaltungsreihe Frauen „Pionierinnen in unserer Gemeinde“ rund um Markt Piesting-Dreistetten.
English Abstract
Real Places for Educational Work in the City and Countryside - Opportunities for designing personal, community and societal development
How must spaces be designed in order to facilitate emancipation, the creation of a community and a democracy-promoting exchange of opinions? In this article, the authors describe their experiences at Bildungs- und Heimatwerk (BHW; adult education and culture non-profit organisation) Markt Piesting-Dreistetten and FrauenLernRaum (Learning Space for Women) at the Albert Schweitzer Haus Forum for Civil Society in Vienna. One area of common ground is that participants’ needs often do not appear until learning processes are underway. Ideally, participants shape the programming and projects. But there are also differences: One peculiarity of educational work in the countryside is the joint history and the intensive day-to-day personal relationships of the participants. In contrast, the participants in Vienna find a common identity through their gender affiliation. The authors call for real places and analogue encounters. This facilitates a shared experience and a temporary “we” feeling. Only then can educational work create a connection to society and topics that affect society as a whole. In the experience of both authors, factors for the success of social environment-related adult education are networking and cooperation as well as qualified relationship building. They describe concrete cooperation projects such as the violence prevention working group in Vienna Alsergrund in which social and educational institutions cooperate or the Pionierinnen in unserer Gemeinde (Pioneers in Our Community) series featuring local women in Markt Piesting-Dreistetten.chevron_leftZurück zum Inhaltsverzeichnis