Magazin erwachsenenbildung.at
Autor*innen: Gundi Jungmeier, Eva Eli Taxacher

Demokratischer Dialog

Ein partizipativer Prozess zur Gestaltung eines Gedenkzeichens für die Verfolgung queerer Menschen

Taxacher, Eva Eli/Jungmeier, Gundi (2025): Demokratischer Dialog. Ein partizipativer Prozess zur Gestaltung eines Gedenkzeichens für die Verfolgung queerer Menschen. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das ­Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 56, 2025. Online: https://erwachsenenbildung.at/magazin/ausgabe-56.
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In einem partizipativen Prozess verhandelten Teilnehmende aus verschiedenen Communitys die Ausrichtung eines Gedenkzeichens für Menschen, die aufgrund von Homosexualität verfolgt wurden. Die Autor*innen beschreiben in diesem Beitrag das didaktische Setting und Vorgehen im Projekt. Die Anwendung verschiedener, durchaus auch konfrontierender Methoden förderte das gegenseitige Verständnis von Menschen, die sich in Bezug auf Alter, Generationenzugehörigkeit, das berufliche und soziale Umfeld stark unterschieden. So forderten sie alle Teilnehmenden auf, sich zu einem Thema klar zu positionieren und ermöglichten gleichzeitig den Dialog zwischen unterschiedlichen Positionen. Zum anderen gaben die Autor*innen sowohl dem Wissen und den Erfahrungen der Beteiligten als auch explizit deren Bedenken und Kritik Raum. Diese methodische Herangehensweise machte das Verhältnis von Mehrheit und marginalisierten Gruppen sichtbar und förderte den respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Standpunkten, so die Autor*innen. Projektbeteiligte waren Vertreter*innen queerer Communitys, Engagierte aus den Bereichen Aktivismus, Jugendarbeit, Kommunalpolitik, Gedenk- und Erinnerungsarbeit. Darüber hinaus arbeiteten Expert*innen aus den Bereichen Kulturvermittlung, Gewaltprävention und Antirassismusarbeit, Erwachsenenbildung und Integration mit. Nicht zuletzt beteiligten sich auch Vertreter*innen kirchlicher und interreligiöser Vereinigungen sowie des Hochschulbereichs.

English Abstract

Democratic Dialogue - A participatory process for designing a plaque commemorating the persecution of queer people

In a participatory process, participants from different communities negotiated what content should appear on a plaque commemorating those who have been persecuted because of their homosexuality. In this article, the authors describe the didactic setting and action in the project. The use of different methods that are also intentionally confrontational methods promoted the mutual understanding of people who greatly differed in terms of age, generational affiliation, work and social environment. They invited all participants to take a clear position on a topic and enabled dialogue between different positions. At the same time, the authors made space for the participants’ knowledge and experiences and explicitly for their reservations and criticisms. According to the authors, this methodological approach made clear the relationship of the majority and marginalised groups and promoted the respectful handling of different standpoints. Project participants were representatives of queer communities, activists and people involved in youth employment, local government and memorial organisations. Other collaborators were experts from the areas cultural mediation, violence prevention and antiracism work, adult education and integration. Finally, representatives of church and interreligious organisations and the field of higher education also participated.
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