Magazin erwachsenenbildung.at
Autor*innen: Martina terJung

Weiterbildung on tour – aufsuchende Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ein Erfahrungsbericht aus einem partizipativen Projekt in der Dortmunder Nordstadt

ter Jung, Martina (2025): Weiterbildung on tour – aufsuchende Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ein Erfahrungsbericht aus einem partizipativen Projekt in der Dortmunder Nordstadt. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das ­Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 56, 2025. Online: https://erwachsenenbildung.at/magazin/ausgabe-56.
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Fehlende finanzielle Mittel, schlechte Lernerfahrungen oder sprachliche Barrieren sind oftmals Gründe, warum Menschen Angebote in Weiterbildungseinrichtungen nicht in Anspruch nehmen. Das Projekt „Weiterbildung on tour“ der Paritätischen Akademie NRW setzte daher auf wohnortnahe aufsuchende Weiterbildung zum Thema Energiesparen. Bildungsarbeit sollte dabei mit Alltagshilfe kombiniert werden, so die Autorin. Im Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt-Nord leben über 60.000 Menschen aus mehr als 100 Nationen. Die Autorin beschreibt, wie die Projektmitarbeiter*innen mit dem lokalen Verein Train of Hope, der Menschen mit Fluchterfahrungen betreut, zusammenarbeiten. Durch diese Zusammenarbeit konnten sie Feld- und Sprachkompetenzen für ihr Bildungsprojekt erschließen und die Teilnehmer*innen in ihrer Herkunftssprache ansprechen, was den Beziehungsaufbau erleichterte. Dozent*innen konnten vier Sprachen anbieten und damit viele Menschen erreichen. Als konkrete Bildungsorte haben die Projektbetreiber*innen den Kirchplatz an der Münsterstraße und den Nordmarkt gewählt. Dort war die Umgebungslautstärke angenehm und beide Orte boten die Möglichkeit, aus der Ferne zunächst einmal nur zuzuschauen, was passiert. Um die Neugierde zu schüren, halfen ein Glücksrad und Give-aways wie Thermometer oder Hygrometer. Interaktive Methoden wie Schätzfragen erfreuten sich großer Beliebtheit. Als Erfolgsfaktoren und Learnings nennt die Autorin Honorare für Dozierende, um die Fluktuation im Projekt zu vermeiden. Um Teilnehmende zur regelmäßigeren Teilnahme zu motivieren, seien bei künftigen Angeboten ruhigere Orte, mehr Anwerbung im Vorfeld und die Ausweitung auf mehr als vier Sprachen zu berücksichtigen.

English Abstract

Further education on tour – outreach education for sustainable development - A progress report from a participatory project in Dortmund’s Nordstadt

A lack of funding, bad learning experiences or language barriers are often reasons why people do not take advantage of programmes at further education institutions. The project “Further education on tour” of the Paritätische Akademie NRW (NRW Parity Academy) supported outreach further education on the topic of saving energy that was close to the place of residence. According to the author, educational work should be combined with assistance in everyday life. Over 60,000 people from more than 100 countries live in the Dortmund municipal district Innenstand-Nord. The author describes how the project staff members cooperated with the local association Train of Hope, which assists people with refugee experience. Through this cooperation, they were able to develop expertise in the field and language skills for their educational project and address the participants in their language of origin, which made it easier to establish a relationship. Lecturers were able to speak in four languages and thus reach many people. As concrete educational locations, the project organisers chose Kirchplatz an der Münsterstraße and Nordmarkt. The surrounding noise level was pleasant there, and in both locations, it was possible at first to just watch what happens from a distance. A wheel of fortune and giveaways of items such as thermometers or hygrometers helped to stoke curiosity. Interactive methods such as guessing games were highly popular. The author says that fees paid to lecturers help avoid fluctuation during the project and are factors for success and learning. To motivate participants to participate regularly, future offerings should include quieter locations, more recruitment in the run-up and the inclusion of more than four languages.
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